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16.12.2011 Wenn die Gallenblase Ärger machtDie wenigsten wissen, wofür die Gallenblase überhaupt nützlich ist. Umso ärgerlicher ist es, wenn sie Schmerzen verursacht.
Um Fett zu verdauen, brauchen wir Galle. Diese wird von der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert. Dieses Organ, etwa 6 bis 10 cm lang und birnenförmig, ist zwar nützlich, aber nicht überlebensnotwendig. Gallenblasen können dann zu Beschwerden führen, wenn sich in ihr Gallensteine bilden. Durch Gallensteine entstehen Druckgefühl, sehr schmerzhafte Koliken, bis hin zu Entzündungen der Gallenblase. Schlimmstenfalls kann ein Stein kann in die Bauchhöhle durchbrechen, und besonders kleine Steine können in den Gallengang rutschen,so dass er den Zugang zum nächsten Organ, dem Zwölffingerdarm blockiert, wodurch es wiederum zur Bauchspeicheldrüsenentzündung kommen kann. Dr. Karl Josef Paul, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Proktologie am Krankenhaus Leonberg rät deshalb: „Treten Schmerzen und Beschwerden auf, ist es vernünftig, die Gallenblase gleich ganz zu entfernen!“ Etwa 30 Prozent aller Frauen und 15 Prozent aller Männer über 40 Jahren haben Gallensteine. Ob Steine entstehen, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab; genetische Veranlagung, falsche Ernährung und Krankheiten gehören mit zu den Risikofaktoren. Bei etwa jedem vierten Gallensteinträger treten anfallsartige Schmerzen, Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch, Blähungen, Übelkeit nach dem Essen und ähnliche Beschwerden auf. Die Größe der Steine spielt dabei nicht unbedingt eine Rolle, im Gegenteil, kleine Steine können sogar ein schwerwiegenderes Problem darstellen als große. Wenn möglich, sollte die Gallenbalse im beschwerdefreien Intervall operiert werden. „Es ist ratsam, dann zu operieren, wenn der Patient sich fragt, warum er sich überhaupt operieren lassen soll, weil er gerade gar keine Beschwerden hat“, erklärt Dr. Paul. „Das senkt die Komplikationsrate auf ein absolutes Minimum. Wir entfernen die Steine in der Regel minimalinvasiv, also in einer sogenannten Schlüssellochoperation. Die Belastung für den Patienten ist sehr gering“, freut er sich und verweist auf die guten Qualitätszahlen, die er bei dieser, in seiner Klinik sehr häufig vorkommenden, Operation nachweisen kann. „Das Wichtigste ist“, betont er, „diese Operationsmethode nicht zu erzwingen. Wenn die anatomischen Verhältnisse unklar sind, muss man, auch wenn es für den Patienten einen Bauchschnitt bedeutet, auf die konventionelle Methode umsteigen.“ Das betrifft jedoch nur ein Prozent aller Patienten. Und muss wegen akuter Bescherden doch einmal früher operiert werden, wird zunächst versucht, mit Antibiotika und künstlicher Ernährung die Entzündung so weit zurückzudrängen, dass die minimalinvasive Methode doch machbar ist. Und wenn nun die Gallenblase fehlt, wo wird dann die Galle zwischen-gespeichert? In diesem Falle passt sich die Leber einfach den neuen Gegebenheiten an. Dass sich im Gang erneut Steine bilden können, ist sehr unwahrscheinlich, der Durchfluss ist zu stark. So gibt es keinen Grund, sich unnötig lange bei Gallenblasenbeschwerden zu quälen. Link zum Thema: Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im Krankenhaus Leonberg Aus der LKZ-Serie "Auf Station – Visite im Krankenhaus Leonberg" (Folge vom 15.10.2011) |