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13.07.2012 Verbundweiterbildung AllgemeinmedizinNeue Ausbildungskooperation bei der Ausbildung von Allgemeinmedizinern zwischen niedergelassenen Ärzten der Region Leonberg, der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg und dem Krankenhaus Leonberg
Der Medizinermangel ist mittlerweile allgegenwärtig und zeigt sich sowohl im klinischen, wie im niedergelassenen Bereich. So rechnet der Landesverband des Hausärzteverbandes damit, dass in den nächsten Jahren zwischen 20 und 30 Prozent der niedergelassenen Ärzte Baden-Württembergs altersbedingt ihre Praxis aufgeben werden. Vor allem in ländlichen Gebieten wie dem Gäu oder dem Schwarzwald, zunehmend aber auch in städtischen Ballungszentren wie der Region rund um Stuttgart werden Nachwuchsmediziner dringend gesucht. Da aber zur Attraktivität einer Region nicht zuletzt durch den demographischen Wandel in zunehmendem Maße die flächendeckende medizinische Versorgung gehört, sind alle Akteure gefragt, Lösungen zu entwickeln. Die Ärzteschaft Leonberg wie auch der Klinikverbund Südwest sind seit langem intensiv um eine kontinuierlich gute und zeitgemäße Versorgung der ihnen anvertrauten Patienten bemüht. Um dem drohenden Mangel an Allgemeinmedizinern entgegen zu wirken, unterzeichneten daher gestern Dr. Robert Heger, Vorsitzender der Ärzteschaft Leonberg, zahlreiche seiner niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sowie Dr. Klaus Baier, Präsident der Bezirksärztekammer Nordwürttemberg und Mitglied des Vorstands der Landesärztekammer, mit dem Krankenhaus Leonberg einen Kooperationsvertrag zur Verbundweiterbildung „Allgemeinmedizin“. Ziel ist die curriculare Strukturierung einer Weiterbildung von Assistenzärzten zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Neben der Ausbildung von Medizinstudenten in unseren akademischen Lehrkrankenhäusern Sindelfingen/Böblingen und Nagold sehen wir uns auch hier in der Pflicht“, unterstrich Dr. Elke Frank, Geschäftsführerin des Klinikverbundes Südwest, bei der Vertragsunterzeichnung die Bedeutung der Kooperation. „Neue Ausbildungsmodelle und -konzepte wie der Weiterbildungsverbund, im Übrigen nach Calw, Herrenberg und Sindelfingen/Böblingen bereits der vierte dieser Art im Klinikverbund, sind wichtige Bausteine bei der Bekämpfung des Medizinermangels.“ Die Bezirksärztekammer Nordwürttemberg hatte bereits im Vorfeld den von Dr. Olaf Weber und seinen Chefarztkollegen des Krankenhauses Leonberg erstellten Lehrplan für die 3-jährige Basisausbildung für Allgemeinmedizin bestätigt und anerkannt. Dieses Curriculum orientiert sich an den Vorgaben der geltenden Weiterbildungsverordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg für den Facharzt für Allgemeinmedizin, welche eine 60-monatige Ausbildung vorsehen. Auf Basis der Kooperationsvereinbarung zwischen Krankenhaus und Praxis wird angehenden Allgemeinmedizinern nun ein koordiniertes Gesamtpaket angeboten. 36 Monate der Ausbildung können so am Krankenhaus und 24 Monate in den kooperierenden Praxen des Weiterbildungsverbundes absolviert werden. Der klinische Teil wird größtenteils im Fachbereich Innere Medizin (Kardiologie, Gastroenterologie, Intensivmedizin) angeboten. „Die enge, geplante Verzahnung von Praxen und Kliniken in der Ausbildung junger Mediziner stellt neben den noch auf Bundesebene zu verbessernden politischen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise Studienplatzregelungen, einen ersten wichtigen Schritt dar, auch zukünftig eine flächendeckende Versorgung in ländlichen Gebieten, wie auch in Ballungszentren, aufrecht erhalten zu können“, zeigte sich Dr. Klaus Baier von dem Konzept überzeugt. Und auch Dr. Robert Heger ist zuversichtlich, durch die attraktive Ausbildung zum Allgemeinmediziner im Altkreis Leonberg Nachwuchs zu generieren: „Der Weiterbildungsverbund mit der stationären Ausbildung an einem Haus sowie die garantierte anschließende ambulante Weiterbildung in einer Praxis innerhalb der Region bauen Hemmschwellen ab und geben möglichen Bewerbern maximale Planungssicherheit auch im Hinblick auf die privaten Begleitumstände wie z. B. die Familienplanung. Zusammen mit der bereits bestens etablierten und seit Jahren sehr gut funktionierenden Notfallpraxis am Krankenhaus Leonberg ein absolutes Standortplus.“ Neben den positiven Aspekten für Nachwuchsmediziner liegt der Vorteil für Klinik und Praxen ebenfalls auf der Hand: Während die niedergelassenen Hausärzte die gesuchten Praxis-Nachfolger selbst ausbilden, entstehen für das Krankenhaus potentielle Einweiser, die mit der Gesundheitslandschaft in ihrer Ausbildungsregion bestens vertraut sind. Finanziell gefördert wird das Ausbildungsmodell in der stationären Weiterbildungsphase von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, in der ambulanten Weiterbildungsphase von der Kassenärztlichen Vereinigung. Mehr Infos zum Weiterbildungsverbund sowie das komplette Curriculum finden sie hier. |