Kliniken und Einrichtungen im Klinikverbund Südwest:

Suchen im Verbund

Inhalte durchsuchen
Hier können Sie den kompletten Inhalt der Webseite durchsuchen.
Personensuche
Sie suchen eine Person im Klinikverbund?
Durchsuchen Sie unsere gesamte Adressliste.
Med. Wegweiser
Geben Sie Ihren Behandlungswunsch ein und finden Sie die richtigen Ansprechpartner im Klinikverbund.
Sie sind hier:  /  Klinikum Sindelfingen-Böblingen  
Schrift: Schrift vergrößern Schrift verkleinern

Aus dem Klinikum Sindelfingen-Böblingen 

17.09.2015

Ein starkes Netzwerk gegen Prostatakrebs

Feierliche Zertifikatsübergabe für das zertifizierte Prostatakarzinomzentrum am Klinikum Sindelfingen-Böblingen

Im Normalfall in etwa so groß wie eine Kastanie und anatomisch unterhalb der Blase angesiedelt fristet die Prostata ein eher tristes Schattendasein als männliches Organ und wird von seinem Besitzer oftmals sogar dann noch ignoriert, wenn sie Probleme macht. Mangelndes Wissen über Therapieoptionen, Angst vor drohender Inkontinenz und Impotenz, Schamgefühl und Sprachlosigkeit innerhalb der Partnerschaft führen dazu, dass die regelmäßigen Checks, die von den gesetzlichen Krankenkassen für männliche Versicherte über 45 Jahre angeboten werden und die beste Chance bieten, den Prostatakrebs im behandelbaren Stadium frühzeitig zu erkennen, oftmals nicht wahrgenommen werden.

Mit über 60.000 Neuerkrankungen jährlich ist Prostatakrebs aber der häufigste maligne, sprich bösartige, Tumor bei Männern, noch vor Lungen- und Darmkrebs. Bei rund 12.000 Betroffenen führte die Erkrankung im letzten Jahr zum Tod. Was die Krankheit so gefährlich und tückisch macht ist, dass es keine typischen Frühsymptome gibt und zu Beginn meist keinerlei Beschwerden auftreten. Anfangs ist der Tumor lokal auf die Prostata begrenzt und noch relativ harmlos. In diesem Frühstadium besteht noch eine ausgezeichnete Behandlungschance und die Lebenserwartung wird nicht zwingend beeinträchtigt. Mit fortschreitender Zeit und Tumorwachstum kann es aber zum Einwachsen in andere Organe kommen. Tumorzellen können sich außerdem über Lymph- und Blutgefäße im Körper ausbreiten und Tochtergeschwülste (Metastasen) beispielsweise in den Knochen bilden. In diesem Stadium treten häufig erstmals Beschwerden auf. Die Krankheit ist jetzt aber nur noch schwer heilbar und kann meist nur noch symptomatisch z. B. durch Hormonspritzen, die das Wachstum bremsen, kontrolliert werden. Zu spät erkannt und zu spät behandelt, kann der Prostatakrebs rasch zum Tod führen.

„Der vermeintliche Anschlag auf die Männlichkeit nagt am Selbstbewusstsein, am Selbstbildnis des unverwüstlichen Kriegers, welches leider viel zu oft zu lange aufrecht gehalten wird“, weiß Prof. Dr. Thomas Knoll, Chefarzt der Klinik für Urologie Sindelfingen (UKS) und Leiter des kürzlich zertifizierten Prostatakarzinomzentrums (PKZ), aus der Praxis zu berichten. „Wenn dann spät die Diagnose Prostatakrebs gestellt wird, reißt es den Betroffenen zunächst mal den Boden unter den Füssen weg. Nicht selten geht die Diagnose einher mit Gefühlen wie Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht oder ausgeliefert sein.“ Dann ist die Medizin in ihrer Gänze gefragt, so wie im interdisziplinären, sprich fachübergreifenden, Kompetenzzentrum der UKS. Alle Aspekte der Erkrankung, von der Aufklärung, Vorsorge, Früherkennung über Diagnostik, Therapie bis zur Nachsorge werden durch das Zentrum und dessen Partner abgedeckt. Dazu gehört eine für die Patienten sehr wichtige, enge Vernetzung zwischen der Versorgung in der Klinik und der ambulanten Behandlung durch die niedergelassenen Urologen. Wesentliche Säulen des PKZ ist die Abstimmung der Experten der Sindelfinger Urologie mit der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Klinikums Stuttgart sowie der Pathologie, Onkologie und Radiologie und die Erstellung individuell abgestimmter interdisziplinärer Behandlungspläne für alle Krankheitsstadien. Ein kontrolliertes Qualitätsmanagement und regelmäßige Fort- und Weiterbildungen für das gesamte Team sind selbstverständlich.

„Der Tradition unseres Hauses entsprechend legen wir zudem auf die besondere Zuwendung in der Pflege großen Wert“, unterstreicht Prof. Knoll. Dafür beschäftigt die Klinik speziell geschulte Pflegefachkräfte mit onkologischer Zusatzqualifikation sowie Schmerz- und Wundexperten. Darüber hinaus stehen seelsorgerische und psychoonkologische Gesprächsangebote zur Verfügung und ein sehr enger Draht zu den regionalen Selbsthilfegruppen. Neue OP-Verfahren minimieren mittlerweile mögliche Begleiterscheinungen wie Harninkontinenz und Potenzstörungen. Als besonders schonend gelten heute die minimalinvasiven Verfahren, zu denen unter anderem die computergestützte „Da Vinci-Chirurgie“ gehört, die in Sindelfingen bereits seit 2012 angeboten wird, u. a. bei radikalen Prostatektomien, also der Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs, bei Nierenoperationen und Inkontinenzoperationen. Die präzise Feinmechanik des computergestützten OP-Systems ermöglicht mit nur sehr kleinen Einschnitten auszukommen. Das Risiko von Komplikationen ist geringer, bei gleichzeitig verbessertem operativem Ergebnis.

Mindestens genauso wichtig für den Heilungserfolg wie die Operationsmethode ist aber die Erfahrung des Operateurs. Mit über 120 Prostata-OPs jedes Jahr zählt die UKS zu den großen Kliniken in Baden-Württemberg. Nicht zuletzt deshalb wurde ihr die Auszeichnung „Prostatakarzinomzentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft“ verliehen. Eine Auszeichnung, welche ausschließlich Zentren erhalten, die eine ganzheitliche Versorgung von Patienten durch ein Netzwerk von Spezialisten unterschiedlicher medizinischer und pflegerischer Fachrichtungen ermöglichen. Was für hohe, individuelle Behandlungsqualität und messbar höhere Heilungschancen steht.

Vor diesem Hintergrund zeigte sich auch David Assman, der geschäftsführende Krankenhausdirektor des Klinikums Sindelfingen-Böblingen, bei der Zertifikatsübergabe stolz: „Mit dem zertifizierten Prostatakarzinomzentrum zeigt das Team um Prof. Knoll einmal mehr, mit welchem Qualitätsanspruch und Professionalität hier gearbeitet wird. Gemeinsam mit dem zertifizierten Darmkrebszentrum, dem Pankreaskarzinomzentrum und dem Brustzentrum ist das Klinikum Sindelfingen-Böblingen im Kampf gegen Krebs hervorragend aufgestellt und bietet eine erstklassige Patientenbehandlung für die Region.“ Er dankte vor allem den Mitarbeitern und lobte deren Engagement: „Die aufwändige Zertifizierung wurde von allen Mitarbeitern parallel zur normalen Alltagsbelastung vorangetrieben, getragen und als Chance wahrgenommen, Arbeitsabläufe zu optimieren, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu verstärken und somit die Behandlungsqualität für die Patienten weiter zu steigern.“

Suche nach:
Datum von ..
bis ..