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Aus dem Klinikum Sindelfingen-Böblingen 

21.11.2017

Gemeinsam gegen Delir und Angstzustände

Rotarier spenden 2.600 Euro für ehrenamtliches Kooperationsprojekt des Kreisseniorenrates und des ZAT zur Patientenbegleitung

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung stellt die steigende Anzahl von immer älteren Patienten die Krankenhäuser zunehmend vor große Herausforderungen. Gerade diese Patientengruppe hat oftmals Probleme, sich in der für sie gänzlich fremden Klinikumgebung von heute auf morgen zurechtzufinden. Häufig kommt es dann zu Angstzuständen oder Depressionen, sowie akuten Verwirrtheitszuständen und Wahrnehmungsstörungen, medizinisch Delir genannt. Diesen postoperativen Begleiterscheinungen haben der Kreisseniorenrat (KSR) Böblingen in enger Zusammenarbeit mit dem zertifizierten Zentrum für Alterstraumatologie (ZAT) an den Kliniken Sindelfingen jetzt im Rahmen eines Pilotprojektes den Kampf angesagt: Mit zunächst sieben ehrenamtlichen Patientenbegleitern wurde im Juli diesen Jahres ein regelmäßiger Besuchsdienst für ältere, delir-gefährdete Patienten während des Krankenhausaufenthaltes eingerichtet. „Die Patientenbegleiter, die über die Nachbarschaftshilfe FISH Leonberg e.V. angestellt und somit sozialversichert sind, betreuen und beschäftigen täglich zwei Patienten jeweils circa eine Stunde“, erläutert Manfred Koebler, Vorsitzender des KSR. „Sie begleiten Patienten in der Klinik, bei der Mobilisation, erklären, lesen vor, unterhalten sich oder hören einfach nur zu und vermitteln somit Ruhe und geben Rückhalt und Zuspruch.“ Medizinische oder pflegerische Leistungen werden nicht durchgeführt, zudem werden alle Patienten und vor allem deren  Angehörige von diesen Besuchen vorher mit einem Begleitschreiben informiert.

Das Projekt ist in seiner Art einzigartig in Baden Württemberg, dementsprechend fehlt es vor allen Dingen noch an einer dauerhaft gesicherten Finanzierung aus staatlichen Fördertöpfen. Während die Anschubfinanzierung für die ersten vier Monate mit 1.500  Euro noch vom Kreisseniorenrat getragen wurde, sprang jetzt der Rotary Club Böblingen-Schönbuch in die Bresche. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, ein derart wichtiges und vielversprechendes Projekt mit zu unterstützen und in einer so frühen Phase helfen zu können, es aktiv und nachhaltig mit aufs Gleis zu bringen“, unterstrich Präsident Bernhard Fischer die Beweggründe seiner Rotarier bei der Spendenübergabe an den Kreisseniorenrat. Bis Mai nächsten Jahres sei das Projekt mit den 2.600 Euro der Rotary-Club-Mitglieder damit zunächst gesichert, freute sich Manfred Koebler über die großzügige Spende und ließ durchblicken, dass alle Fraktionen im Kreistag bereits signalisiert hätten, im Frühjahr weitere, öffentliche Gelder zur Verfügung stellen zu wollen. Bis dahin ist der KSR vor allem aber auch auf der Suche nach weiteren Patientenbegleitern, die das Projekt ehrenamtlich unterstützen wollen.

Wie wertvoll das Projekt für die Patienten, aber auch die Klinik ist, verdeutlichte am Rande der Spendenübergabe Prof. Dr. Axel Prokop. „Inzwischen sind circa 1.000 von den 2.400 stationär jährlich behandelten Patienten in unserer Klinik über 70 Jahre alt, erheblich vorerkrankt und gefährdet, wenn sie mit Knochenbrüchen in die Klinik eingewiesen werden. Das Delir kommt in der Unfallchirurgie bei 15-30 Prozent dieser Patienten vor und birgt für bis zu einem Fünftel der über 70-jährigen die Gefahr, an dessen Folgen zu versterben. Gerade die persönliche Ansprache, Zuwendung und Beschäftigung verringern hoch signifikant dieses Risiko“, so der Chefarzt der Sindelfinger Unfallchirurgie und Leiter des zertifizierten Zentrums für Alterstraumatologie am Klinikum Sindelfingen-Böblingen. Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Karl-Michael Reinauer, Chefarzt der Medizinische Klinik VI für Altersmedizin, ist er federführend für die medizinische Begleitung und Koordination des Projektes. „Die ersten Ergebnisse sprechen eine deutliche und erfreuliche Sprache: 160 Patienten wurden bislang im Projektverlauf seit Mitte des Jahres begleitet, kein einziger erlitt ein Delir!“ Eine bessere Visitenkarte für künftige Unterstützer und Geldgeber hätten die beiden Mediziner und der KSR für das Pilotprojekt kaum abgeben können.

Hintergrund:
Der Kreisseniorenrat Böblingen sucht für das Projekt weitere Patientenbegleiter. Diese arbeiten ehrenamtlich, erhalten eine Aufwandsentschädigung sowie eine fundierte Fortbildung und sind eingebunden in ein professionelles Team mit Pflegekräften und Ärzten. Am 16. Januar 2018 findet um 15 Uhr im Landratsamt in Böblingen hierzu eine Info-Veranstaltung statt. Interessierte werden gebeten, sich unter Tel. 07152/30799-11 zu melden.

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