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Behandlungsspektrum 

Die zertifizierte Frauenklinik Böblingen mit dem ebenfalls zertifizierten interdisziplinären Brustzentrum Böblingen iBB und dem gynäkologischen Krebszentrum (Transitzentrum) verfügt über 97 Betten.

Nachdem bereits unter den Vorgängern (1967-1989 Dr. A. Epple; 1989-1993 Prof. Dr. A. Wolf) des jetzigen Chefarztes (seit 1993 Priv. Doz. Dr. E. Weiss) die Behandlung des Mammakarzinoms inklusive der adjuvanten Chemotherapie in erheblichem Umfang durchgeführt wurde, ist die Diagnostik und Therapie der Erkrankungen der weiblichen Brust seit 1993 zu einem besonderen Schwerpunkt der Frauenklinik ausgebaut worden.

Insbesondere die Einbindung von plastischen Operationsmethoden der Mamma in onkologische Behandlungskonzepte im Sinne einer onkoplastischen Mammachirurgie hat hierzu wesentlich beigetragen.

2008 wurde die onkologische Tagesklinik eröffnet, welche unter der Leitung von Fachärzten mit der Zusatzausbildung in medikamentöser Tumortherapie und gynäkologischer Onkologie steht. Die meisten Chemotherapien können heutzutage ambulant durchgeführt werden, was sich auf das Befinden der Patientinnen sehr positiv auswirkt. Die Betreuung durch speziell geschulte Pflegekräfte, eine onkologische Fachschwester und eine study-nurse bieten ein sehr hohes Maß an Sicherheit und eine Behandlung nach neuesten Erkenntnissen. Wir achten auf eine ungezwungene Atmosphäre, in der auch Angehörige zur Unterstützung der Patientin willkommen sind. Eine Spielecke macht die Anwesenheit von Kindern, die in diesen Stunden nicht anderweitig betreut werden können, ebenfalls möglich.Mehrere Male organisierten wir in den letzten Jahren einen Familientag, um allen Beteiligten, Patientinnen wie MitarbeiterInnen und deren Familien, zu ermöglichen, die Räumlichkeiten einmal komplett anders zu erleben. Tatkräftig unterstützt wird dieser Tag u.a. durch die Klinikclowns.

Kernstück und wöchentlicher Fixpunkt der interdisziplinären Zusammenarbeit stellt die fest terminierte interdisziplinäre Tumorkonferenz dar. Hier werden präoperative Therapiestrategien und postoperative Behandlungsvorschläge interdisziplinär diskutiert und abgestimmt. Die Patientin kann auf Wunsch - auch mit Angehörigen - an diesen Konferenzen teilnehmen. Die Protokollführung wird unter der Leitung des internistischen Onkologen durchgeführt.

Die Leitung der Tumorkonferenz wird im Kollegialsystem durch die Chefärzte der Gynäkologie und Internistischen Onkologie vorgenommen. Zusätzlich treffen sich einmal pro Woche die Brustoperateure, Radiologen und ein Pathologe in der  präoperativen sanologischen Konferenz um Zeitverluste in der Therapieplanung auszuschließen und das Ergebnis der Stanzbiopsien zu diskutieren.

Die Anzahl der operierten Patientinnen mit einem Mammakarzinom wurde von 1993 mit 86 Fällen bis 2016 mit 259 Fällen gesteigert. In den meisten Fällen konnte dabei mit einer relativ einfachen intramammären glandulären Verschiebetechnik ein gutes kosmetisches Resultat bei gleichzeitig onkologisch sicherer Entfernung des Primärtumors erreicht werden.

Mehr als 90% der Patientinnen mit einem so genannten T1 Tumor (<2cm) konnte die Brust primär erhalten werden (Anforderung der Deutschen Gesellschaft für Senologie und der Deutschen Krebsgesellschaft: >70%). Durch den routinemäßigen Einsatz der Latissimus dorsi Verschiebelappentechnik (Nutzung eines Rückenmuskels) und von Brustimplantaten, konnte insgesamt bei mehr als 80% unserer Patientinnen unabhängig vom Tumorstadium eine brusterhaltende OP durchgeführt werden. Die gleichen Operationen werden genutzt, um bei Verlust der ganzen Brust den Wiederaufbau während der OP oder nach abgeschlossener Therapie sekundär zu ermöglichen.

Eine weitere moderne OP-Methode, die im Brustzentrum zur Routine gehört, ist die Entfernung des Wächterlymphknotens in der Achsel, welche schonin 1200 Fällen zum Einsatz kam. Im Jahr 2016 konnte die Methode insgesamt bei den meisten Fällen angewendet werden. In 152 Fällen war dieser Lymphknoten nicht befallen, so dass auf die Entfernung der anderen Achsellymphknoten, bei gleicher OP-Sicherheit, verzichtet  werden konnte. Somit wurde für diese Patientinnen die Gefahr eines chronischen Arm-Lymphödems auf annähernd 0% gesenkt.  Sollte bei befallenen Lymphknoten eine Entfernung von mehreren Lymphknoten notwendig sein, erhalten wir die umgebenden Strukturen weitgehend, so dass auch bei ausgedehntem Vorgehen in der Achselhöhle ein Armschwellung weitgehend vermieden wird.

Mehrere Jahre gehörten Modernisierungs- und Umbauarbeiten in der Frauenklinik im ambulanten, wie im stationären Sektor zum Alltag.

Im Herbst 2009 war es dann geschafft, und nach der Ambulanz, dem Kreißsaal, der onkologischen Tagesklinik, einer operativen und der ebenfalls großzügig bemessenen Wochenstation, erstrahlte dann auch die letzte operative Station in neuem Glanz. So konnte u.a. der Hauptwunsch unserer Patientinnen nach neuen sanitären Anlagen und Duschen direkt im Zimmer entsprochen werden. Das neue Mobiliar und die neuen Fenster lassen die Zimmer heller und freundlicher erscheinen.

2016 wurden 301 Patientinnen mit der Erstdiagnose Brustkrebs im interdisziplinären BrustzentrumBöblingen iBB behandelt.