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Bauchspeicheldrüsenoperation 

Wann wird die Operation empfohlen?
Alle Tumoren in der Bauchspeicheldrüse, die nicht mit Sicherheit gutartig sind, müssen entsprechend der Leitlinien operiert werden.
Auch wenn es zu einer Gelbsucht ohne erkennbare Ursache gekommen ist, wird eine Operation dringend empfohlen, da sich dahinter meist ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse verbirgt.
Bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung muss in Anhängigkeit der Schmerzen und dem Ausmaß der Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse entscheiden werden, ob ein Operation sinnvoll ist.
Grundsätzlich wird die Entscheidung zu einer Operation bei jedem individuellen Patienten in einer Konferenz mehrerer Spezialisten diskutiert und danach ausführlich mit Ihnen besprochen.   
 
Wie bekomme ich einen Vorstellungstermin?
Einfach anrufen, faxen oder mailen.
Tel.: 07031 668-22402
Fax: 07031 668-22408
Mail: allgemeinchirurgie.sibb@klinikverbund-suedwest.de

Was muss ich zur Vorstellung mitbringen?
Einweisungsschein und Überweisungsschein vom Hausarzt
Patienten mit Privatversicherung benötigen keinen Schein.
Wichtig für die Besprechung sind die Befunde von Voruntersuchungen, besonders die CT-Bilder (auf CD).  

Welche Vorbereitung für die Operation ist notwendig?
Für die Operation ist es wichtig, dass Sie so kräftig wie möglich sind. Dazu empfehlen wir ein vorsichtiges Trainingsprogramm, beispielsweise mit Spaziergängen. In manchen Fällen kann eine spezielle Ernährung (Immunonutrition), in den Tagen vor der Operation, sinnvoll sein.
Falls bei der Operation die Milz mit entfernt wird, sollte vor der Operation ein Impfung u.a. gegen Lungenentzündungsbakterien erfolgen.

Wie lange dauert die Operation?
Ca. 2 - 5 Stunden

Wie wird die Operation durchgeführt?
Eine Bauchspeicheldrüsenoperation ist eine große Operation. Meist wird der Kopfteil der Bauchspeicheldrüse zusammen mit dem Zwölffingerdarm, der Gallenblase und dem Gallengang entfernt. Eine zusätzliche Teilentfernung des Magens wird heute nur noch selten durchgeführt (Magenerhaltende bzw. pyloruserhaltende Operation).

Die Entfernung des Schwanzteils der Bauchspeicheldrüse ist weniger kompliziert und kann in bestimmten Fällen auch minimal-invasiv (ohne großen Bauchschnitt) erfolgen.

Welche relevanten Komplikationsmöglichkeiten bestehen?
Undichtigkeit der Nahtverbindung an der Bauchspeicheldrüse
Undichtigkeit der Nahtverbindung am Gallengang
Blutungen
Magenentleerungsstörung
Wundheilungsstörung

Werden Bluttransfusionen benötigt?
In der Regel nein. Dies ist nur zu erwarten, wenn  die Blutwerte bereits vor der Operation durch die Erkrankung stark abgefallen sind.

Muss ich nach der Operation auf die Intensivstation?
Ein Aufenthalt von 1-2 Tagen zur Überwachung auf der Intensivstation ist die Regel.

Welche Narkoseart wird angewandt?
Vollnarkose. Zusätzlich empfehlen wir einen Schmerzkatheter (Periduralkatheter).
 
Wann kann ich wieder nach Hause?
Bei normalen Verlauf nach 2 Wochen

Wie lange bin ich krankgeschrieben (Tätigkeit mit körperlicher Arbeit)?
Nach der Operation schließt sich normalerweise eine dreiwöchige Reha-Behandlung an.
Falls eine Chemotherapie notwendig ist, wird diese in den ersten sechs Wochen nach OP begonnen und über ein halbes Jahr (ambulant) fortgeführt.   
Die Arbeitsfähigkeit kann ca. 2-3 Monate nach der Operation wieder erreicht werden.
Eine Vollbelastung ist möglich, wenn Schmerzfreiheit besteht.  Langfristige bestehen keine Einschränkungen.

Kann ich nach der Operation normal Essen?
In der Anfangsphase nach der Operation ist die Magenentleerung verzögert, sodass die Nahrungsaufnahme mit kleinen, häufigeren Mahlzeitenbegonnen wird.  Die Menge wird dann schrittweise gesteigert. Ziel ist es, normal zu essen zu können. Häufig reicht  Bauchspeicheldrüsenfunktion nach der Operation für eine normale Verdauung nicht mehr aus. Die Folgen sind Durchfälle, Blähungen und Gewichtsabnahme. Daher verordnen wir zu dem Mahlzeiten Kapseln mit Bauchspeicheldrüsenenzymen. Dies ist auch ein wichtiges Thema der Ernährungsberatung, die Sie nach der Operation erhalten. Gelegentlich kommt es zur Unverträglichkeit bestimmter Speisen nach der Operation. Dies ist aber individuell sehr unterschiedlich. Langfristig ist keine spezielle Diät erforderlich.

Werde ich nach der Operation zuckerkrank?
Da ein Teil der Bauchspeicheldrüse entfernt wird, besteht ein Risiko für eine Zuckerkrankheit nach der Operation. Das Risiko hängt dabei vom Alter und sehr stark von der Vorerkrankung der Bauchspeicheldrüse ab. Nach der Operation werden die Blutzuckerwerte ständig gemessen und wenn nötig eine Insulintherapie eingeleitet. Sollte diese dauerhaft notwendig sein, führen wir während der Ihres Aufenthaltes eine entsprechende Schulung durch.  

Wann kann ich wieder Sport treiben?
Leichtes Gehtraining kann und soll nach wenigen Tagen aufgenommen werden. Nordic Walking o.Ä. ist die beste Maßnahme, um eine rasche Erholung von der Operation zu erreichen.

Welche Nachkontrollen sind erforderlich?
Wir empfehlen Kontrollen der Blutwerte (Tumormarker CA 19-9) in dreimonatigen Abständen.
Auch der Blutzucker und der Langzeitzuckerwert (HBA1C) sollte regelmäßig kontrolliert werden.

Welche Medikamente muss ich nach der Operation einnehmen?
Patienten bei denen eine magenerhaltende Entfernung des Bauchspeicheldrüsenkopfes durchgeführt wurde, sollten langfristig Säureblocker zum Magenschutz einnehmen, da es sonst leicht zu Blutungen aus dem Dünndarm kommen kann. Außerdem führen diese Medikamente zu einer besseren Regeneration der Bauchspeicheldrüsenfunktion.
Wie oben beschrieben werden Enzympräparate zur Verbesserung der Verdauung empfohlen.
Die Schmerzmedikamente sollten solange genommen werden, bis eine normale Aktivität ohne unangenehme Schmerzen möglich ist.
Bei Diabetesentwicklung Insulin. Tabletten gegen Zuckerkrankheit  sind bei dieser Form des Diabetes (Typ IIIc) nicht wirksam.

Ist nach der Operation eine Chemotherapie erforderlich?
Für eine Art von bösartigen Bauchspeicheldrüsentumoren (duktales Adenokarzinom) ist es erwiesen, dass durch eine vorsorgliche Chemotherapie die Heilungschancen verbessert werden. Diese sollte innerhalb von sechs Wochen nach der Operation begonnen werden und dauert ein halbes Jahr. Die Therapie wird ambulant durchgeführt.

An wen kann ich mich für weitere Informationen wenden?
Die Selbsthilfegruppe TEB e.V. (Link auf http://www.teb-selbsthilfe.de) bietet exzellente und sehr detaillierte Informationsangebote sowie Kontakt zu anderen betroffenen Pateinten. Auch Ansprechpartner für Zweitmeinungen werden durch TEB vermittelt.

Weitere Informationen finden sie zusammengefasst in den Patientenleitlinien:
http://www.bauchspeicheldruese-pankreas-selbsthilfe.de/download/pdf/s3-patientenratgeber-zur-s3-leitlinie-exokrines-pankreaskarzinom.pdf

Die Originalleitlinien finden Sie hier: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-010OLl_S3_Exokrines_Pankreaskarzinom_21112013.pdf

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