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Darmoperation bei Enddarmkrebs 

Was ist ein zertifiziertes Darmkrebszentrum?
Darmkrebszentren sind Klinken, die eine Spezialisierung für die Darmkrebserkrankung haben und die Behandlung nach klaren wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen durchführen. Darmkrebszentren verfolgen einen integrativen Ansatz. Dies bedeutet, dass alle Aspekte der Person und gerade auch die psychosozialen in die Betreuung mit aufgenommen werden. Darmkrebszentren unterliegen zudem  einer strikten Qualitätskontrolle durch die Deutsche Krebsgesellschaft (link: www.krebsgesellschaft.de). Der Behandlungsplan jedes individuellen Patienten muss in einem Darmkrebszentrum von einer Konferenz verschiedener Spezialisten beraten werden. Unsere Klinik besitzt das Zertifikat seit 2008.

Wann wird die Operation empfohlen?
Fast alle bösartigen Tumoren im Enddarm müssen operiert werden.
Ausnahme sind kleine Tumoren mit geringer Aggressivität, die im Rahmen einer Darmspiegelung komplett abgetragen wurden.
Der Zeitpunkt der Operation ist aber sehr unterschiedlich, da häufig vor der Operation eine Bestrahlung ggf. in Kombination mit einer Chemotherapie empfohlen wird. Bevor diese Entscheidung getroffen wird, sind eine ganze Reihe von unterschiedlichen Untersuchungen notwendig, um das genaue Ausmaß der Erkrankung zu erfassen (MRT des Beckens, CT von Bauch und Lunge, Endosonographie des Enddarms, Ultraschall der Leber, starre Enddarmspiegelung)
Die Ergebnisse werden dann in der Tumorkonferenz diskutiert und ein Vorschlag erarbeitet. Dieser wird mit Ihnen dann ausführlich beraten.

Wie bekomme ich einen Vorstellungstermin?
Einfach anrufen, faxen oder mailen.
Tel: 07031 668-22402
Fax 07031 668-22408
Mail: allgemeinchirurgie.sibb@klinikverbund-suedwest.de

Was muss ich zur Vorstellung mitbringen?
Einweisungsschein und Überweisungsschein vom Hausarzt
Patienten mit Privatversicherung benötigen keinen Schein.
Wichtig für die Besprechung sind die Befunde von Voruntersuchungen, besonders der Darmspiegelung und ggf.  CT-Bilder (auf CD).  

Welche Vorbereitung für die Operation ist notwendig?
Am Abend vor der Operation muss, wie zu einer Darmspiegelung, abgeführt werden.
Bis einschließlich des Mittags vor der Operation sollten sie normal essen. Vorteilhaft in den Tagen vor der Operation ist reichlich Bewegung (z.B. Spaziergänge).
 
Wie lange dauert die Operation?
Ca. 3 -4 Stunden

Wie wird die Operation durchgeführt?
Die meisten Operationen am Enddarm können minimal-invasiv (ohne großen Bauchschnitt) durchgeführt werden.  Wichtig ist die schonende aber komplette Entfernung des Lymphabflussgebietes (sog. TME-Technik)
Zur Schonung der Nerven zu Blase und den Sexualorganen verwenden wir ein neues Gerät, mit dem die Funktion dieser Nerven während der Operation überprüft werden kann (Neuromonitoring).  

Welche relevanten Komplikationsmöglichkeiten bestehen?
Undichtigkeit der Nahtverbindung an der Darmverbindung (Falls bei Erst OP kein künstlicher Darmausgang angelegt: Notwendigkeit einer Nachoperation mit Anlage eines vorübergehenden künstlichen Darmausgangs)
Darmpassagestörung (meist vorübergehend)
Magenentleerungsstörung
Wundheilungsstörung
Blasenentleerungsstörung
Störungen der Sexualfunktion
Thrombose und Embolie

Werden Bluttransfusionen benötigt?
Nein. Dies ist nur zu erwarten, wenn  die Blutwerte bereits vor der Operation durch die Erkrankung stark abgefallen sind.

Muss ich nach der Operation auf die Intensivstation?
Eine Überwachung von 24 h auf der Intensivstation ist die Regel.

Welche Narkoseart wird angewandt?
Vollnarkose. Zusätzlich empfehlen wir zumindest bei offenen Operationen einen Schmerzkatheter (Periduralkatheter).

Ist ein künstlicher Darmausgang notwendig?
Auf Dauer kann für die meisten Patienten ein künstlicher Darmausgang vermieden werden.
Eine vorübergehende Anlage eines künstlichen Darmausgangs ist aber bei der Mehrzahl der Patienten sinnvoll, da hierdurch das Risiko für schwere Komplikationen deutlich vermindert werden kann.
Sollte die Anlage notwendig sein werden wir Sie durch speziell geschultes Personal in den Umgang mit dem Darmausgang einweisen und alle Vorkehrungen getroffen damit die Versorgung für Sie möglich ist.
Die Rückverlagerung des Darmausgangs ist ein relativ kleiner Eingriff und kann frühestens sechs Wochen nach der Erstoperation durchgeführt werden. Sollte bei Ihnen nach der Operation eine Chemotherapie notwendig sein, wird die Rückverlagerung im Anschluss an die Chemotherapie d.h. ca. 5-6 Monate nach der Erstoperation vorgenommen.

Wann kann ich wieder nach Hause?
Bei normalen Verlauf nach 7-14 Tage

Wie lange bin ich krankgeschrieben (Tätigkeit mit körperlicher Arbeit)?
Nach der Operation schließt sich normalerweise eine dreiwöchige Reha-Behandlung an.
Falls eine Chemotherapie notwendig ist, wird diese in den ersten sechs Wochen nach OP begonnen und über ein vier Monate (ambulant) fortgeführt. Bei vielen Patienten erfolgt dann die Rückverlagerung des künstlichen Darmausgangs Die Rehabehandlung kann dann im Anschluss erfolgen.  
Die Arbeitsfähigkeit kann (ohne Chemotherapie)  ca. 3-8 Wochen nach der Operation wieder erreicht werden.
Eine Vollbelastung ist möglich, wenn Schmerzfreiheit besteht.  Langfristig bestehen keine Einschränkungen.

Kann ich nach der Operation normal Essen?
Sie bekommen bereits am Tag nach der Operation ein leichtes Frühstück und Schonkost. Leichte Vollkost wird von den meisten Patienten nach 2 -3 Tagen vertragen.

Wann kann und soll ich wieder Sport treiben?
Am Abend der Operation werden Sie angehalten, das erste Mal aufzustehen. Am Tag nach der Operation sollten Sie bereits mehrere Stunden außerhalb des Betts verbringen und die ersten Runden über den Stationsflur gehen. Diese Gehtraining wir in den weiteren Tagen systematisch fortgesetzt. Am Ende des  stationären Aufenthalts erstellen wir für Sie einen individuellen Trainingsplan. Alle sportlichen Aktivitäten, die Sie zusätzlich machen sind sinnvoll und beschleunigen die Erholung.
Seit kurzen ist bekannt, dass die langfristigen Heilungschancen der Darmkrebserkrankung umso besser sind je Sport getrieben wird. Es werden daher ca. vier Stunden Nordic-Walking pro Woche o.Ä. empfohlen.

Welche Nachkontrollen sind erforderlich?
Bei der Entlassung bekommen Sie einen Nachsorgeplan ausgehändigt, auf dem aufgeführt ist, welche Untersuchungen wann empfohlen werden. Den ersten Termin vermitteln wir gerne bei dem Arzt Ihrer Wahl.

Welche Medikamente muss ich nach der Operation einnehmen?
In der Regel keine. Gelegentlich besteht eine Neigung zu Durchfällen. Dieser kann durch Medikamente entgegengewirkt werden die entweder die Darmaktivität vermindern  (Loperamid bzw Imodium) oder den Stuhl eindicken (z.B Apfelpektin).

Ist nach der Operation eine Chemotherapie erforderlich?
In der Regel schließt sich bei allen Patienten eine Chemotherapie über vier Monate an, bei denen bereits vor der Operation eine Vorbehandlung erfolgt ist.  

An wen kann ich mich für weitere Informationen wenden?
Weitere ausführliche Informationen finden Sie auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft deutscher Darmkrebszentren e.V.: www.ag-darmkrebszentren.de.

Leitlinien zur Darmkrebsbehandlung  
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021_007OLk__S3_KRK_14062013.pdf 

Selbsthilfegruppe ILCO
http://www.ilco.de/start/home.html

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