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Regionalanästhesie 

Teilgebiete ("Regionen") des Körpers, z. B. ein Arm oder die Beine, werden betäubt, ohne dass ein schlafähnlicher Zustand wie bei der Vollnarkose notwendig ist. Gleichwohl sind die betäubten Regionen komplett schmerzfrei. Falls erwünscht, kann zu jedem Zeitpunkt zusätzlich ein schlafähnlicher Zustand herbeigeführt werden, aus dem Sie jederzeit erweckt werden können. Alternativ oder begleitend können sie auch Musik über Kopfhörer hören. Dafür steht Ihnen ein recht großes Musik-Sortiment zur Verfügung. Natürlich können Sie auch ihre eigene Lieblings-CD oder ihren MP3-Player mitbringen!

Plexus- und periphere Nervenblockaden

Die sogenannte Armplexusanästhesie kommt in Frage, wenn Sie an Schulter, Arm oder Hand operiert werden. Operationen am Fuß können mit einem sog. Ischiadicus-Block alleine und - bis hoch zum Knie - in Kombination mit einem Femoralis-Block durchgeführt werden.  Ihr Anästhesist schaltet nur das  Schmerzempfinden in Ihrem Arm oder Ihrem Bein aus.

Das Nervengeflecht, das Arm bzw. Bein versorgt (Nervenplexus), wird ultraschall- oder elektrostimulationsgesteuert durch Verabreichung eines  Lokalanästhetikums betäubt. Sie bleiben bei Bewusstsein, verspüren aber im betäubten Gebiet keinen Schmerz. Das Lokalanästhetikum wirkt nach etwa 15 Minuten: Der betäubte Bereich erscheint Ihnen warm und ist für die Dauer der Operation gefühllos, der Arm oder das Bein lässt sich einige Stunden nicht oder nur eingeschränkt bewegen. Falls Sie sich durch die Geräuschkulisse im Operationssaal gestört fühlen und lieber schlafen möchten, ist dies mit einer zusätzlichen Sedierung möglich. Dafür kann Ihnen der Anästhesist zu jedem Zeitpunkt ein Schlafmittel über die Venenverweilkanüle verabreichen. Für länger dauernde Eingriffe bzw. eine anschließende Schmerzbehandlung wird an die entsprechenden Nerven ein dünner Schlauch (Katheter) fortlaufend schmerzlindernde Medikamente gegeben werden. Sollte die Wirkung der Plexusanästhesie nicht ausreichen, um schmerzfrei operieren zu können oder sollten andere Komplikationen auftreten, kann ein Übergang zur Allgemeinanästhesie erforderlich werden.

Risiken der Plexusanästhesie

Durch die schonende ultraschall- oder stimulationsgesteuerte Anlage der Plexusanästhesie sind bleibende Nervenschäden bis hin zu Lähmungen, als Folge von Blutergüssen oder Nervenverletzungen extrem selten. Ebenso wie bei der Allgemeinanästhesie sind schwere Zwischenfälle, z.B. Herz-, Kreislauf- bzw. Atemstillstand, extrem selten. Blutergüsse bilden sich in aller Regel von selbst zurück.

Spinalanästhesie

Die Spinalanästhesie ermöglicht schmerzfreie Eingriffe unterhalb des Brustkorbes. Bauch, Beckenbereich und Beine werden durch die Betäubung der vom Operationsgebiet zum Rückenmark führenden Nerven gefühllos. Dafür wird ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in den mit "Nervenflüssigkeit" (Liquor) gefüllten Raum im Bereich der Lendenwirbelsäule (Liquorraum) eingespritzt.

Die Spinalanästhesie wird im Sitzen oder in Seitenlage durchgeführt. Nach gründlicher Hautdesinfektion und steriler Abdeckung wird eine örtliche Betäubung durchgeführt; der Anästhesist führt eine sehr dünne Spezialkanüle in Ihren Rücken ein und zwar in einen Zwischenwirbelraum der unteren Lendenwirbelsäule – eine Direktpunktion des Rückenmarks ist hier ausgeschlossen. Hat er den Liquorraum erreicht, spritzt er eine geringe Menge Lokalanästhetikum ein. Sie verspüren ein Wärmegefühl in den Beinen und können diese schon bald nicht mehr oder nur noch eingeschränkt bewegen. Diese Wirkung hält ungefähr 3-4 Stunden an.

Risiken der Spinalanästhesie

Kopfschmerzen treten bei etwa 1-3% der Patienten auf. Sie können im schlimmsten Fall dazu führen, dass Sie mehrere Tage im Bett liegen bleiben müssen. Die Blasenentleerung ist während der Spinalanästhesie gestört; daher sollten Sie bis zur vollständigen Rückkehr der Blasenfunktion Ihren Getränkekonsum in Grenzen halten; evtl. kann das Einlegen eines Blasenkatheters notwendig werden. Schwere Zwischenfälle, z.B. Herz-, Kreislauf- bzw. Atemstillstand sind extrem selten.

Periduralanästhesie

Die Periduralanästhesie als Katheterverfahren ermöglicht Schmerzfreiheit für viele Eingriffe an Oberkörper, Bauchdecke, Becken, Unterleib und Beinen auch über die Operation hinaus. Nach gründlicher Hautdesinfektion und steriler Abdeckung wird eine örtliche Betäubung durchgeführt. Anschließend wird der Raum vor der harten Rückenmarkshaut (Periduralraum) mit einer Kanüle aufgesucht. Über diese Kanüle wird dann einsehr dünner, flexibler Kunststoffschlauch (Periduralkatheter) eingeführt und die Kanüle wieder entfernt. Über den Periduralkatheter wird dann das Lokalanästhetikum gegeben. Das Betäubungsmittel wirkt nach etwa 15 Minuten: Der betäubte Bereich - zum Beispiel das Becken und die Beine – fühlen sich warm an und werden gefühllos. Je nach Art der Betäubung können Sie Ihre Beine danach möglicherweise mehrere Stunden nicht oder nur eingeschränkt bewegen. Für längerdauernde Eingriffe bzw. eine anschließende Schmerzbehandlung können mittels einer Schmerzmittelpumpe über den Periduralkatheter fortlaufend schmerzlindernde Medikamente gegeben werden; durch Wahl einer niedrigkonzentrierten Lösung des Lokalanästhetikums kann die Motorik (Bewegungsmöglichkeit) der Beine erhalten bleiben.
Für einige Operationen an Brustkorb- und Bauchorganen oder auch bei aufwändigen Hüfteingriffen ist u.U. die Kombination von Peridural- und Allgemeinanästhesie sinnvoll. Durch die Kombination einer Regional- mit einer Allgemeinanästhesie können die Medikamentendosen und damit auch die Nebenwirkungen der Medikamente reduziert werden.

Risiken der Periduralanästhesie

Eine vorübergehende Blasenentleerungsstörung kann das Einlegen eines Blasenkatheters notwendig machen. Kreislaufreaktionen wie Blutdruck- und Herzfrequenzabfall lassen sich meist sehr schnell beheben. Stärkere Kopfschmerzen können bei ca. 0,5% der Patienten auftreten. Sie können im schlimmsten Fall dazu führen, dass Sie mehrere Tage im Bett liegen müssen. Schwere Zwischenfälle, z.B. Herz-, Kreislauf- bzw. Atemstillstand oder bleibende Nervenschäden sind extrem selten.

Lokalanästhesie

Ein kleiner Bereich des Körpers - z.B. ein umschriebener Bereich am Unterarm - wird "lokal" empfindungslosgemacht. Örtliche Betäubungen werden meist nicht vom Anästhesisten sondern durch den Operateur durchgeführt. In Ausnahmefällen ist die Anwesenheit eines Narkosearztes erforderlich, um den Patienten zu überwachen und um bei Komplikationen sofort eingreifen zu können.