Kliniken und Einrichtungen im Klinikverbund Südwest:

Suchen im Verbund

Inhalte durchsuchen
Hier können Sie den kompletten Inhalt der Webseite durchsuchen.
Personensuche
Sie suchen eine Person im Klinikverbund?
Durchsuchen Sie unsere gesamte Adressliste.
Med. Wegweiser
Geben Sie Ihren Behandlungswunsch ein und finden Sie die richtigen Ansprechpartner im Klinikverbund.
Sie sind hier:  /  Klinikum Sindelfingen-Böblingen  /  Medizin  /  Klinik für Unfallchirurgie  
Schrift: Schrift vergrößern Schrift verkleinern

Kreuzbandverletzung 

Die Zahl der Kniebandverletzungen hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Gründe für diese Entwicklung sind zum einen die zunehmende Zahl der Sporttreibenden, der Trend zu Modesportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko, zum anderen auch das mangelnde Training der Bewegungbsabläufe und das unzureichende Beachten von Vorsichtsmaßnahmen.

Die Kreuzbandverletzung (isoliert, oder mit Beteiligung von Seitenbändern, Menisken und Gelenkknorpel) hat eine enorme Bedeutung im Rahmen der unfallchirurgischen Behandlung. Im Jahr werden ca. 80.000 - 100.000 Kreuzbandoperationen durchgeführt.

Wie kommt es zur Schädigung der Kreuzbänder:
80 % der Kreuzbandverletzungen entstehen bei Verdrehtraumen im Kniegelenk, z.B. bei fest fixiertem Unterschenkel/Fuß mit gleichzeitiger Aussendrehung der Körper/Oberschenkels. Da die Gewalteinwirkung meist plötzlich eintritt, kann die Muskulatur des Ober-/Unterschenkels, welche einen hohen Anteil an der dynamischen Kniegelenkstabilisierung hat, keinen ausreichenden Schutz leisten.

Wie verlaufen die Kreuzbänder im Kniegelenk

Das vordere Kreuzband hat eine Länge von ca. 2,5 - 3 cm und eine altersabhängige Reißfestigkeit. Es verhindert eine Verschiebung des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel nach vorne. Dies ist besonders wichtig beim Bergabgehen oder Treppenherabsteigen. Es ist 10-mal häufiger verletzt als das hintere Kreuzband.
Das hintere Kreuzband ist wesentlich breiter und kräftiger als das vordere Kreuzband und verläuft kreuzend gegenläufig.

Symptome von Knieverletzungen:

  • Kniegelenkserguß, Knieschwellung
  • Gangunsicherheit (Giving way) Schmerzhafte Bewegungseinschränkung
  • Kniegelenksblockade

Diagnostik der Kniebandverletzung:

Es erfolgt eine sorgfältige Untersuchung des verletzten Kniegelenkes im Vergleich mit der gesunden Seite. Zu dieser Untersuchung gehört die Abtastung des Gelenks (Gelenkerguß?, Schmerzpunkte), sowie spezielle Tests zur Überprüfung der Bandstabilität, sowohl der Seiten als auch der Kreuzbänder, als auch Tests zum Nachweis von Meniskusverletzun-gen. Neben dieser klinischen Untersuchung wird das Kniegelenk geröngt, um knöcherne Begleitverletzungen oder schon vorbestehende Gelenkveränderungen nachzuweisen oder auszuschließen. Bei unklaren Befunden kann eine Kernspintomographie des Kniegelenkes notwendig werden.

Notfall- und Erstversorgung:

  • Schonung
  • Hochlagerung
  • Eisbehandlung, ggf. Ruhigstellung des Beines mit einer Schiene

Indikation zur definitiven Therapie:

Nicht operativ -

  • Patienten mit minimal instabilen Kniegelenken, die keinen Hochleistungssport betreiben
  • Ältere Patienten mit geringen Sportambitionen
  • Patienten mit Arthrose des Kniegelenks

Operativ -

  • Komplexe Kniebandverletzungen mit erheblicher Instabilität
  • Kniebandverletzung mit begleitender Meniskusverletzung
  • Instabilitätsgefühl im Kniegelenk beim Sport oder täglichen Leben

Operative Behandlung:

Als bestes Verfahren der operativen Behandlung des Kreuzbandrisses hat sich die Kreuzbandersatzplastik erwiesen. Hierbei wird das zerrissene Kreuzband nicht genäht, es wird entfernt und durch körpereigenes Sehnengewebe ersetzt.
Bei uns wird das geschädigte Kreuzband durch einen Anteil der Kniescheibensehne ersetzt, die unter arthroskopischer Kontrolle ins Kniegelenk eingebracht und befestigt wird.

Demonstration einer Kniearthroskopie beim Tag der offenen Tür im Oktober 2010

Operationsablauf:

Jede Kreuzbandersatzoperation beginnt mit einer arthroskopischen Untersuchung des Kniegelenkes. Eventuell vorhandene Meniskus oder Knorpelschäden lassen sich damit feststellen und ggf. behandeln. Anschließend erfolgt ein Längsschnitt über der Kniescheibensehne. Ein ca. 9 mm breiter Sehnenstreifen mit anhängenden Knochenblöckchen wird entnommen. Nach arthroskopischer Entfernung der zerrissenen Kreuzbandes werden Löcher mit dem entsprechendem Durchmesser für das Transplantat in den Schienbeinkopf und den Oberschenkel Knochen gebohrt und das Transplantat unter arthroskopischer Kontrolle eingebracht und mit Schrauben im Knochen befestigt.
Nach Einlagen von Wunddrainagen, Wundverschluß , Verbandanlage und Anlage einer Beinschiene ist die Operation beendet. Es folgt eine intensive krankengymnastische Nachbehandlung zur raschen Wiederherstellung der Beweglichkeit des Kniegelenkes und zum Aufbau der Beinmuskulatur. Hierzu ist Geduld, Ausdauer und Wille des Patienten notwendig, um ein gutes Behandlungsergebnis zu erreichen.