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Schenkelhalsbrüche 

Schenkelhalsbrüche beim alten Menschen gehören zu den häufigsten Knochenbrüche überhaupt. Durch die demographische Entwicklung mit Zunahme gerade der älteren und ältesten Bevölkerungsgruppen ist eine weitere Zunahme dieser Brüche zu erwarten. Schon heute ist der Schenkelhalsbruch aufgrund seiner Häufigkeit zu einem operativen Schwerpunkt in unserer Abteilung geworden.

Warum kommt es beim alten Menschen so häufig zu einem Bruch des Schenkelhalses?
Steht normalerweise die Knochenstruktur im Gleichgewicht zwischen Abbau und Aufbau, hat sich das Gleichgewicht im Alter zugunsten des Abbaues verschoben. Wir bezeichnen diesen physiologischen Vorgang als Osteoporose. Der Schenkelhalsbereich ist ein Ort maximaler mechanischer Belastung und stellt insbesondere beim osteoporotisch veränderten Knochen des alten Menschen eine Sollbruchstelle dar. Die Blutversorgung des Hüftkopfes erfolgt über Blutgefäße vom Schenkelhals her. Verschobene Schenkelhalsbrüche gehen mit einer kompletten Zerreißung der den Hüftkopf versorgenden Blutgefäße einher, was meist ein Absterben des Hüftkopfes, eine sog. Hüftkopfnekrose, zur Folge hat. Unbehandelt führt die schmerzbedingte Ruhigstellung und Bettruhe des aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissenen alten Menschen nahezu zwangsläufig zur Dekompensation vorbestehender. Stoffwechselerkrankungen, zu Verwirrtheitszuständen, zu Thrombose und Embolie und zu Druckgeschwüren. Bei konservativer Behandlung vermögen sich die Mehrzahl der alten und hochbetagten Patienten nicht mehr zu erholen und bleiben auf Dauer ans Bett gefesselt. Schon früh haben Chirurgen deshalb versucht den Schenkelhalsbruch operativ anzugehen. Smith-Petersen war 1925 der erste, der den Schenkelhalsbruch mit einem Nagel versorgte. Eine Vielzahl von verschiedensten Operationsverfahren folgten, die sich aber allesamt auf Dauer nicht durchzusetzen vermochten, da sie die Grundforderung nicht erfüllen konnten: die sofortige Mobilisation des älteren Patienten durch eine belastungsstabile Osteosynthese. Ziel jeder operativen Behandlung von Schenkelhalsfrakturen beim alten Menschen muss es nämlich sein, den Knochenbruch so stabil zu versorgen, dass der alte Mensch bereits am ersten Tag nach der Operation sein Bett wieder verlassen und das verletzte Bein voll belasten kann. Nur dann lassen sich die folgenschweren Komplikationen einer langen Ruhigstellung und Bettruhe verhindern.

Die Knochenbruchbehandlung beim geriatrischen, oft multimorbiden Patienten muss eingebunden sein in eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Ziel das Operationsrisiko zu minimieren und den geriatrischen Menschen in sein soziales Umfeld baldmöglichst zu reintegrieren. Je nach Lokalisation und Beschaffenheit des Knochenbruches stehen uns heute drei Operationsverfahren zur Verfügung:

beim medialen, instabilen Schenkelhalsbruch das künstliche Hüftgelenk, das in Abhängigkeit vom biologischen Alter des Patienten und seinem Gesundheitszustand als Hemialloarthroplastik oder als Totalendoprothese implantiert werden kann und eine sofortige Belastung erlaubt (Abb.1).

Bei den weiter peripher lokalisierten stabilen Bruchformen verwenden wir die dynamische Hüftschraube, "DHS"( Abb.2).

Bei den instabilen Brucharten bevorzugen wir die intramedulläre Schienung mit dem Gammanagel (Abb.3).

Beide Osteosyntheseverfahren ermöglichen eine sofortige volle Belastung, da die Schraube durch geringes Herausgleiten dem Druck nachgegeben kann, ohne dass die Stabilität der Konstruktion darunter leidet. Nach der Akutversorgung werden die Patienten in enger Zusammenarbeit mit der Geriatrischen Rehabilitationsklinik Böblingen sehr früh zur Nachbehandlung dorthin verlegt.