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Aus dem Klinikverbund Südwest 

29.08.2017

Ausgezeichnet

Böblinger Chirurg Prof. Benz von der Europäischen Gesellschaft für Endoskopische Chirurgie für die Verbesserung der OP-Methodik bei spezieller Form des Dickdarmkrebs geehrt.

Mehr als 75.000 Menschen werden jedes Jahr in Deutschland mit der Diagnose Dickdarmkrebs konfrontiert. Oftmals ist es eine tödliche Erkrankung, an der letztlich ca. 40 Prozent der Betroffenen versterben. Im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen ermöglicht die Vorsorge bzw. die Früherkennung aber die Tumorentstehung meist gänzlich zu verhindern oder den Krebs mit guten Heilungsaussichten in einem frühen Stadium zu erkennen. Gerade Dickdarmkrebs wächst langsam, meist aus gutartigen Vorstufen, den Polypen, die in ihrer Häufigkeit ab dem 50. Lebensjahr deutlich zunehmen. Mit der Dickdarmspiegelung (Koloskopie) steht heutzutage eine hoch effektive, zuverlässige und einfache Methode zur Verfügung, den Darm zu untersuchen und gegebenenfalls bereits entstandene Polypen mit einfachen Mitteln abzutragen. Da jedoch bisher nur etwa jeder vierte Bundesbürger die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommene Vorsorgekoloskopie in Anspruch nimmt, ist oftmals im fortgeschrittenen Tumorstadium das Können des Chirurgen aufs Äußerste gefordert.

Am Klinikum Sindelfingen-Böblingen sind dann Prof. Dr. Stefan Rolf Benz und sein Team gefragt. Der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie und gleichzeitig Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Darmkrebszentren (addz) gilt schon seit Jahren bundesweit als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Kolonchirurgie (Dickdarmoperationen). Im Rahmen des Internationalen Kongresses der Europäischen Gesellschaft für Endoskopische Chirurgie (EAES) in Frankfurt wurde der 53-jährige jetzt vor wenigen Wochen in Anerkennung seiner Forschungs- und Studienergebnisse zur Verbesserung der minimal-invasiven Operation bei bösartigen Dickdarmtumoren mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Seine Arbeitsgruppe "Laparoskopische CME" bestehend aus 13 Chirurgen und einem Anatomen hatte für die herausfordernde Operation speziell des rechtsseitigen Dickdarmanteils einen neuen Standard entwickelt. „Kolonkarzinome (Darmkrebs) auf der rechten Körperseite galten lange Zeit als zu schwierig für die Schlüssellochtechnik“, erläuterte Prof. Benz am Rande des Symposiums das Vorgehen. „Die komplexe Anatomie dieser Körperregion beinhaltet leider ein vielschichtiges Komplikationsspektrum, wie beispielsweise die Gefahr von starken Blutungen während der OP oder auch möglichen Verletzungen der Bauspeicheldrüse.“ Um das Risiko im Rahmen einer minimalinvasiven Operation zu umgehen, griffen Chirurgen daher jahrelang auch auf den großen Bauchschnitt zurück. Mittlerweile ist allerdings wissenschaftlich belegt, dass Darmkrebsoperationen in schonender Schlüssellochtechnik bessere Heilungschancen und somit eine geringere Patientensterblichkeit bieten – immer vorausgesetzt, der Chirurg versteht sein Handwerk bzw. der Tumor ist auch tatsächlich minimalinvasiv operabel.
Die Expertengruppe um Prof. Benz hat die OP für die neue Standardisierung in acht essenzielle Teilschritte unterteilt, die jeweilige anatomische Struktur zusätzlich mit Unterstützung eines Grafikers visualisiert und zudem verpflichtende Sicherheitskontrollen am Ende eines jeden OP-Schrittes eingeführt. Das neue Vorgehen wird derzeit in einer breit angelegten klinischen Studie an dreizehn zertifizierten Darmkrebszentren im gesamten Bundesgebiet evaluiert, darunter auch Böblingen. Ziel ist, dass der neue, standardisierte Ablauf flächendeckend und zeitnah Eingang in die chirurgische Routineversorgung von Darmkrebspatienten hält. Mittlerweile erhält die Böblinger Viszeralchirurgie hierzu zahlreiche Hospitationsanfragen von renommierten Chirurgen aus ganz Europa, die das neu strukturierte Vorgehen vor Ort quasi aus erster Hand vermittelt bekommen wollen. „Grob ein Drittel aller Dickdarmkarzinome fallen in diese rechtsseitige Kategorie“, weiß Prof. Benz in dem Zusammenhang zu berichten, dessen Klinik mit 150 bis 160 Primärfällen, sprich neu vorstelligen Patienten mit Darmkrebs, Jahr für Jahr unter den Top Ten aller Darmkrebszentren bundesweit steht. Allein in der Region wären das statistisch gesehen somit über 50 Darmkrebspatienten, die zukünftig nach neuen, standardisierten Leitlinienvorgaben operiert werden würden und deren Überlebensrate sich somit deutlich erhöhen könnte.


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