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26.02.2015

Spende für die Kinderanästhesie

Der Förderverein für das Klinikum Sindelfingen-Böblingen e.V. spendet Tablet-PC für die Kinderanästhesie an den Kliniken Böblingen.

Die Vertreter des Fördervereins für das Klinikum Sindelfingen-Böblingen e.V., die Vorsitzende Gisela Rockenfeller-Ziehmann und ihr Vorgänger Prof. Dr. Dr. Peter Lutz, übergaben der Klinik für Anästhesie und Intensivmedin 500 Euro als zweckgebundene Spende für die Kinderanästhesie. Chefarzt Dr. Andreas Ostermeier (MHBA) und sein Leitender Oberarzt Dr. Holger Lünig schafften von der Summe ein Tablet-PC an, mit dessen Hilfe Kinder vor der Narkosevorbereitung wie auch nach der Operation ablenkt werden sollen. Letzte Woche nun konnte sich Prof. Lutz mit eigenen Augen von der Wirksamkeit des elektronischen Hilfsmittels überzeugen.

Die Atmosphäre im Vorraum eines Operationssaales ist nicht dazu angetan, Kinder und ihre Eltern zu beruhigen. Ein wenig steril wirkt der Raum, obwohl am Fenster lustige Sticker kleben. Die bemerkt der fünfjährige Kaan aber gar nicht, er schaut von einem Erwachsenen zum anderen. Bei ihm steht der Routine-Eingriff unmittelbar bevor. Beide Eltern sind da und dürfen ihrem Sohn bis zur Einschleusung in den Operationssaal zur Seite stehen. Das beruhigt den kleinen Patienten etwas, reicht jedoch nicht, wenn nun gleich der venösen Zugangs für die Narkose gelegt werden muss, was aufgrund der geringen Größe der kindlichen Gefäße schwierig sein könnte ist. Kaan sollte ganz ruhig daliegen – eine Herausforderung. Geraten Kinder jedoch unter zu großen präoperativen Stress, können Schlafstörungen, Albträume oder eine posttraumatische Belastungsstörung die Folge sein. Um kleine Patienten zu beruhigen, wurde deshalb bisher ein Beruhigungssaft verabreicht. „Der war aber manchmal schwierig zu dosieren“ erklärt Chefarzt Dr. Ostermeier. „Wir kamen bald darauf, dass hübsche Apps auf unseren Handys ein viel besseres Ablenkungsmanöver darstellen.“ Nun konnte dank der Spende des Fördervereins ein Tablet mit Programmen wie Shawn, das Schaf, Lauras Stern, oder Piggeldy und Frederick angeschafft werden. „Das funktioniert wunderbar, wir haben viel ruhigere Kinder, weshalb wir sehr dankbar über die Spende des Fördervereins sind“, freut sich Dr. Ostermeier. Außerdem erspart die tablet-basierte Ablenkung den Kindern in vielen Fällen die Einnahme des beruhigenden Medikaments. Dr. Lünig ergänzt: „Selbst nach der Operation ist die Ablenkung mit dem häufig Tablet sinnvoll und die Zeit im Aufwachraum ruhiger.

Die Anschaffung des Tablet war eine kleine Herausforderung. „Man denkt, man zieht los und kauft eines“, lächelt Dr. Ostermeier. „Aber das gilt nicht für ein Krankenhaus. Da müssen Hygienestandards berücksichtigt und Bedienungssicherheit gewährleistet werden. Deshalb beispielsweise ist das Tablet auf einem Ständer mit Rollen angebracht, wir können es bequem hin- und her schieben. Es kann weder herunterfallen noch gestohlen werden.“ Prof. Lutz freut sich über den gelungenen Verwendungszweck: „ Wir wollen Geld für Dinge spenden, die zwischen dem, was medizinisch notwendig ist und dem was die Krankenhaussituation angenehmer macht, liegen. Für das Notwendige sorgt das Krankenhaus schon selbst, aber wir wollen auch nicht Geld für Dinge spenden, die genau genommen überflüssig sind. Dieses Tablet ist eine gute Sache: aus medizinischer Sicht ist der Einsatz dieses Flachcomputers sinnvoller als eine pharmakologische Prämedikation. Dennoch würde die Krankenkasse die Kosten hierfür nicht übernehmen“, sagt der ehemalige Böblinger Chefarzt, was auch der Grund sein dürfte, weshalb bisher kaum eine Klinik Kindern die Vorbereitung auf die Operation auf diese Weise erleichtert. „Also springt der Förderverein ein!“

In den Kliniken Böblingen ist man spezialisiert auf die Bedürfnisse von Kindern, nicht zuletzt durch die Nähe zur Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit Perinatalzentrum des Level I. Dr. Ostermeier, sein leitender Kinderanästhesist Dr. Lünig und zwei weitere Oberärzte haben sich bei der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin durch eine umfangreiche Zusatzausbildung speziell für die Kinderanästhesie qualifiziert, und mit Oberarzt Dr. Michael Buntrock steht ein ausgewiesener Kinderchirurg zur Verfügung. Kinder als Patienten haben signifikant andere Bedürfnisse als Erwachsene, beispielsweise kühlen sie viel schneller aus und benötigen während der Operation ein anderes Wärmemanagement als Erwachsene. Auch die Operationen selbst unterscheiden sich von Eingriffen bei Erwachsenen, das betrifft Leistenbrüche beispielsweise, Erkrankungen der Gallenblase, Hauttumoren, Hodenhochstand und anderes mehr. Auch die Menge an Narkosemitteln muss anders berechnet werden als bei Erwachsenen.

Nahezu 1.000 Narkosen bei Kindern führen Dr. Ostermeier und sein Team im Jahr durch. Das betrifft die Altersgruppe der Frühgeborenen bis zum Jugendalter. Der kleine Kaan jedenfalls hat seine Operation gut überstanden und im Aufwachraum standen schon seine Eltern bereit! Das Tablet bekam er zur Belohnung auch noch einmal in die Hand.