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13.08.2018

Neues Magenkrebszentrum: Fokus auf den Bauchraum

Darmkrebszentrum, Pankreaskarzinomzentrum, nun auch Magenkrebszentrum: Das Klinikum Sindelfingen-Böblingen treibt seine Spezialisierung auf die Krebsarten im Bauchraum konsequent voran.

Für den Patienten ist das eine gute Nachricht.

An den Kliniken Böblingen gibt es ein neues, zertifiziertes Magenkrebszentrum. Damit erhält das viszeralonkologische Zentrum des Klinikums, das sich um bösartige Tumoren im Bauchraum kümmert, bereits die dritte Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft. Schon 2008 war das Darmkrebszentrum, 2015 das Bauchspeicheldrüsenkrebszentrum zertifiziert worden. „Die Zertifizierung bedeutet erst einmal, dass Magenkrebsoperationen mit einer gewissen Häufigkeit gemacht werden“, erklärt Chefarzt Prof. Dr. Stefan Benz. „Es gibt eine klare, bestimmte Routine. Wir als Klinik stellen sicher, dass es einen strukturierten Prozess gibt – und zwar entlang der gesamten Kette aus Diagnose, Vorbehandlung, Operation und Nachsorge.“

Für den Patienten hat das zwei ganz wesentliche Vorteile. Erstens sind die Abläufe reibungsloser als in Kliniken, die kein solches Zentrum betreiben. Sobald ein Patient kommt, wird er relativ zügig nach einem klar festgelegten Verfahren von verschiedenen Experten untersucht. Die Ergebnisse werden ebenso rasch ausgetauscht und fächerübergreifend besprochen. „Bei uns wird die Diagnose für den Patienten nicht zum wochenlangen Dauerlauf zwischen Ultraschall und Facharzt“, sagt Benz. „Wir haben einen klaren Fahrplan für die Untersuchungen, die Tumorkonferenz, das Patientengespräch und die Behandlung.“

Zweitens: Der Patient profitiert von durchaus höheren Heilungschancen. „Früher konnten wir das nicht eindeutig sagen“, erläutert Stefan Benz. Doch Untersuchungen belegen nun rund zehn Prozent bessere Fünfjahres-Überlebensraten für Patienten, die sich in zertifizierten Zentren behandeln lassen. Die Zahlen des viszeralonkologischen Zentrums am Klinikum Sindelfingen-Böblingen unterstreichen dies: „Erfreulicherweise hatten wir im vergangenen Jahr bei unseren insgesamt 21 Magenkrebs-Fällen und 35 Bauchspeicheldrüsen-Fällen keinen einzigen Todesfall“, sagt Benz. „Das liegt deutlich unter der Erwartungswahrscheinlichkeit.“ Auch deswegen belegt das Böblinger Darmkrebszentrum einen bundesweiten Spitzenplatz.

Zahlen sind überhaupt ein wichtiger Baustein für die Zertifizierung, bürgen sie doch für die Qualität der Arbeit der Ärzte. Zuallererst benötigt man eine Mindestanzahl von Fällen pro Jahr. Aber auch die Anzahl der erneuten Operationen oder die Überlebensrate der Patienten zählen in die Zertifizierung hinein. „Wir müssen harte Qualitätsmerkmale erfüllen, sonst werden wir nicht zertifiziert“, sagt Benz. „Uns wird dafür regelmäßig und sehr gründlich auf den Zahn gefühlt.“ Denn die Ergebnisse der Behandlungen überprüft nicht nur das Klinikum – sie werden jährlich extern von Auditoren der Deutschen Krebsgesellschaft ausführlich ausgewertet.

Über die Jahre hat das Team von Stefan Benz ein viszeralonkologisches Zentrum aufgebaut, in dem die unterschiedlichen Disziplinen rund um Tumoren im Bauchraum Hand in Hand und eng zusammenarbeiten. Die zertifizierten Zentren für Magen, Pankreas und Darm bilden dabei einzelne Bausteine des Zentrums. „Und das sind keine isolierten Bausteine, sondern eingespielte, verlässliche und vertraglich vereinbarte Netzwerke, die nach klaren Regeln der Deutschen Krebsgesellschaft arbeiten“, erklärt Benz. Ein Regelwerk, aus dem man nicht ausbrechen kann, und durch das jeder Fachbereich weiß, was von ihm erwartet wird.

Die Zertifizierung als Magenkrebs-Zentrum – erst seit kurzem überhaupt möglich – seitens der Deutschen Krebsgesellschaft folgt dabei einem Muster. Und für die Kliniken Böblingen ist sie ein weiterer wichtiger Baustein in der Spezialisierung auf Tumor-Erkrankungen des Bauchraums. Chefarzt Stefan Benz schätzt, dass sich die Behandlung von Tumor-Erkrankungen in Zukunft in Zentren sammeln werden: „Es wird nicht mehr überall alles operiert. Das ergibt keinen Sinn – weder für den Patienten noch für die behandelnden Ärzte.“ Deswegen könne man bereits heute die Positionierung der Kliniken erkennen, auch in Böblingen: „Im Prinzip sind die Tumorerkrankungen im Bauchraum schon heute einer unserer wichtigsten Schwerpunkte. Da wollen wir uns weiter engagieren.“