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16.08.2018

Ein Therapiestuhl für die Onkologie

Mit einer Spende, die künftigen Patienten zugutekommen wird, kehrt Hannelore Heim aus Weil im Schönbuch an den Ort zurück, an dem sie in den vergangenen beiden Jahren viel Zeit verbracht hat.

Über einen Zeitraum von 14 Monaten hat sie ihren Mann Wilfried hierher ins Klinikum Böblingen zu Chemotherapie-Behandlungen begleitet. Vor knapp einem Jahr erlag er seinem Krebsleiden. Seinem Wunsch, der Onkologie einen bequemen Therapiestuhl zu spenden, ist die Witwe nun nachgekommen: Brandneu, leuchtend blau und sehr bequem aussehend steht er am Fenster des kleinen Zimmers im dritten Stock, das drei weitere Chemotherapieplätze beherbergt. „Für die Chemo ist es sehr wichtig, einen bequemen Platz  zu haben. Manche Patienten sitzen hier den ganzen Tag“, erzählt Sandy Vollheim, die sich als Leiterin der Tagespflege um die Patienten und Angehörigen kümmert, die zur Chemotherapie hierherkommen. Das Wiedersehen der Witwe mit ihr und Dr. Axel Ohmenhäuser, der Wilfried Heims behandelnder Arzt war, ist herzlich, man hat einiges zusammen durchlebt.

Einer der Stühle im Therapieraum ist schon ein älteres Modell, dessen Lehne sich nicht elektrisch verstellen lässt. „In dem saß Herr Heim immer und hat darüber gewitzelt, aber er wollte keinen anderen Stuhl“, erinnert sich Sandy Vollheim. Sie weiß, dass viele Patienten es bevorzugen, bei der Behandlung immer denselben Platz zu haben. Auch Wilfried Heim nahm für ein wenig Vertrautheit lieber etwas weniger Komfort in Kauf. 30 Mal war er hier zur Chemo, immer auf demselben Stuhl und stets in Begleitung seiner Frau. Vieles mag ihm dabei durch den Kopf gegangen sein – Hoffnung auf Heilung, Sorge um die Familie, die er zurücklässt. Er blieb positiv, aktiv und optimistisch bis zuletzt. „Mein Mann hat hier immer ein bisschen Stimmung reingebracht, er hatte Hoffnung, hat die Chemo auch gut vertragen“, erinnert sich Hannelore Heim ein wenig wehmütig. Während der Behandlung reifte ein Wunsch in ihm: Statt Blumen und Kränzen sollte an seiner Beerdigung lieber eine Spende für die Onkologie gesammelt und damit ein schöner Therapiestuhl angeschafft werden.

Das ist nun geschehen. Joachim Seidel, der Vorsitzende des Fördervereins Klinikum Sindelfingen-Böblingen, bedankte sich herzlich bei Hannelore Heim. „Der Förderverein kann sich für solch eine Spende gar nicht genug bedanken, denn sie verbessert die Situation für nachkommende Patienten und ist damit eine sehr schöne Hinterlassenschaft“, betonte er. „Das ist eine sehr sinnvolle Spende, die auch ein Zeichen dafür ist, dass Herr Heim sich hier gut aufgehoben fühlte“, ergänzte Dr. Ohmenhäuser. Eine Aussage, die Hannelore Heim nur bestätigen kann. Die Stimmung, erklärt sie, sei immer gut gewesen, es herrschte stets eine angenehme, freundliche Atmosphäre. „Wir sind ein lustiger Verein, bei uns wird viel gelacht“, bestätigt Sandy Vollheim und Dr. Ohmenhäuser ergänzt: „Humor ist in dieser Situation nicht verboten. Im Gegenteil, Lachen ist sogar sehr förderlich und hilfreich.“ Am 30. August letzten Jahres ist Wilfried Heim im Krankenhaus verstorben, seine Frau konnte bis zuletzt bei ihm sein.