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Medizinische Kompetenzzentren



Information zur Medizinkonzeption 

Unterzeichnung Architektenvertrag

Im Beisein von Landrat Helmut Riegger, Oberbürgermeister Jürgen Großmann, Geschäftsführer Martin Loydl sowie der geschäftsführenden Krankenhausdirektorin Alexandra Freimuth und dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Hubert Mörk wurde am Montag der Architektenvertrag für die anstehenden, umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen der Kliniken Nagold offiziell unterzeichnet.

Seit 2012 hatte sich der Calwer Kreistag in enger Abstimmung mit dem Klinikverbund Südwest intensiv mit der Zukunftssicherung seiner beiden Kliniken in Calw und Nagold befasst. Im vergangenen Jahr hatte er schließlich der Medizinkonzeption 2020 zugestimmt, die einen Neubau eines Krankenhauses in Calw sowie den Umbau und die Sanierung des bestehenden Krankenhauses in Nagold vorsieht. Des Weiteren entstand im Rahmen der Ausarbeitung der Medizinkonzeption 2020 die Idee, einen Gesundheitscampus rund um den Neubau der Calwer Klinik auf dem Stammheimer Feld III zu etablieren. Die Medizinkonzeption 2020 sieht für die Sanierung der Kliniken Nagold Investitionen in Höhe von 38,4 Millionen Euro vor. Darin sind u. a. auch die Kosten für die Erreichung einer durchgängigen Zweibettzimmerstruktur enthalten. Der Neubau des Krankenhauses in Calw ist mit 36 Millionen Euro kalkuliert. Beim Neubau wird mit einer Förderquote von ca. 45 Prozent, bei den Sanierungsmaßnahmen mit einer Förderquote von mindestens 15 Prozent seitens des Landes gerechnet. Für die Umsetzung der Medizinkonzeption 2020 wurden seither die vier Teilprojekte „Umbau Krankenhaus Nagold“, „Neubau Krankenhaus Calw“, „Gesundheitscampus Calw“ und „Zukunft Altimmobilie Krankenhaus Calw“ gebildet.

Zwischenzeitlich konnte jetzt – drei Monate früher als ursprünglich geplant – das vergaberechtliche Verfahren für die Beauftragung der Architekten und der technischen Fachplaner für die Umbaumaßnahmen am Standort Nagold abgeschlossen werden. Den Planerzuschlag für die technischen Ingenieursleistungen erhielt die Schnepf Planungsgruppe Energietechnik GmbH & Co. KG aus Nagold. Der Zuschlag für die architektonische Ausgestaltung ging an die Architektengemeinschaft Dorner & Partner aus Altensteig sowie  Heuser & Partner aus Nagold. „Die offizielle Unterzeichnung der Architektenverträge bildet somit den Startschuss für die herausfordernde Aufgabe, die Kliniken Nagold in den kommenden Jahren im laufenden Betrieb ohne Leistungseinschränkungen zu sanieren und somit zukunftsfähig zu machen“, so Landrat Riegger auf der begleitenden Pressekonferenz. Besonders erfreut zeigten sich alle Beteiligten über die Tatsache, dass sich gleich drei regional ansässige, renommierte Firmen in der europaweiten Ausschreibung für die Neustrukturierung der Kliniken Nagold durchsetzen konnten. Bis zum Frühjahr 2017 gilt es jetzt, Zielplanungskonzepte zu sichten und u. a. mittels Hausbegehungen und intensiven Nutzergesprächen Entwürfe für einzelnen Stationen und Funktionsbereiche zu erarbeiten, die sich dann zu einem Gesamtbild fügen.
 


Medizinkonzept Szenario 3plus bestätigt und fortgeschrieben

Die bisherigen Planungen zur Umsetzung des Medizinkonzepts Szenario 3plus basieren auf den Leistungs- und Finanzdaten der Jahre 2011/2012. „Das damalige Gutachten war unsere Grundlage dafür, zu sichten, wo wir denn überhaupt ansetzen müssen und können, um die Kreiskliniken Calw zukunftsfähig aufzustellen“, so Elke Frank, Geschäftsführerin des Klinikverbunds Südwest. Seither haben sich die Leistungszahlen in einzelnen Fachabteilungen positiv entwickelt. Außerdem ist der Feststellungsbescheid des Landes Baden-Württemberg eingetroffen, auf dessen Grundlage die Planung der medizinischen Leistungen an den beiden Standorten Calw und Nagold vorgenommen werden kann. „Diese Entwicklungen haben es erfordert, dass die dem Medizinkonzept Szenario 3plus zu Grunde liegenden Daten und Kalkulationen aktualisiert werden“, erläuterte Landrat Helmut Riegger.

Mit seinem Beschluss vom 23. März diesen Jahres hatte sich schließlich der Kreistag für die Fortschreibung des GÖK-Gutachtens zum Szenario 3plus auf Basis der Leistungs- und Ergebniszahlen 2014 und der Plausibilisierung durch den derzeitigen Wirtschaftsprüfer der Kreiskliniken Calw gGmbH ausgesprochen. Zudem war an die Verantwortlichen die Bitte herangetragen worden, die Auswirkungen der Umsetzung einer Zweibettzimmerstruktur für den Standort Nagold sowie den Effekt des Angebotsausbaus an Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) auf die stationäre Versorgung im Kreis Calw zu überprüfen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Klinikverbund Südwest hat das Gutachterbüro GÖK in den vergangenen Wochen eine Aktualisierung der Datengrundlage vorgenommen, deren Ergebnis im Rahmen der Medizinkonzeption 2020 – also der Fortschreibung des Medizinkonzepts Szenario 3plus –  bereits auf große Zustimmung im Aufsichtsrat der Kreiskliniken Calw gGmbH gestoßen ist.
Am Montag wird die Konzeption den Mitgliedern des Kreistags vorgestellt. Mit der Beschlussfassung durch den Kreistag würde die Umsetzung und Realisierung der Medizinkonzeption auf die Kreiskliniken Calw gGmbH übergehen.

Wie Landrat Riegger und Geschäftsführerin Frank mitteilten, sieht die Medizinkonzeption 2020 folgende wesentliche Punkte vor:

  • Schlaganfallversorgung und somit neurologischer Schwerpunkt in Calw
  • Herzinfarktversorgung in Calw und Nagold
  • Ausbau der allgemeinchirurgischen Leistungen in Calw
  • Ausbau der ambulanten Struktur (Gründung von MVZ); Es sind konkrete Auswirkungen   auf die stationäre Versorgung aus dem Erwerb von Kassenarztsitzen für die Chirurgische Klinik in Calw und die Klinik für Innere Medizin (Gastroenterologie) in Nagold in die Kalkulation eingeflossen
  • Ausschöpfung zusätzlicher Potentiale, die sich durch die Erweiterung der Gefäßmedizin in Nagold ergeben
  • Erbringung hochbewerteter Leistungen durch die Neubesetzung der Allgemeinchirurgie in Nagold
  • Zweibettzimmerstruktur auch in Nagold
  • Standortübergreifende Ausgestaltung der Orthopädie (geplante Eingriffe in Nagold; Notfallversorgung in Calw)
  • Erhöhung der Anzahl aufstellbarer Betten von 127 auf 135 in Calw und von 254 auf 256 in Nagold


Die Medizinkonzeption 2020 sieht für die Sanierung der Kliniken Nagold Investitionen in Höhe von 38,4 Millionen Euro vor. Darin sind die Kosten für die Aufstockung zur Erreichung einer durchgängigen Zweibettzimmerstruktur bereits enthalten. Der Neubau des Krankenhauses in Calw ist mit 36 Millionen Euro kalkuliert. In beiden Summen seien Riegger zufolge bereits Steigerungs- und Inflationsraten berücksichtigt. Beim Neubau wird mit einer Förderquote von 45 Prozent, bei den Sanierungsmaßnahmen mit einer Förderquote von 15 Prozent gerechnet. Für 2020 wird für beide Kliniken ein positives Ergebnis ohne Investitionstätigkeit und ab 2022 ein positives Ergebnis mit Investitionstätigkeit erwartet.

Da sich laut Frank durch die Veränderungen im Konzept auch Veränderungen der Fallzahlen und letztlich der Wirtschaftlichkeit ergeben haben, wurde das Wirtschaftsprüferbüro PricewaterhouseCoopers mit der Plausibilisierung der aktualisierten Kalkulationen beauftragt. Das Ergebnis wird ebenfalls am Montag in der Sitzung des Kreistags vorgestellt.

„Auf dieser Grundlage können wir die weiteren Planungen zur Realisierung der Medizinkonzeption 2020 und damit zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen und wohnortnahen stationären medizinischen Versorgung im Landkreis vorantreiben.“, so Landrat Riegger.
Auch die Chefin des Klinikverbunds Südwest zeigte sich zuversichtlich: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Dabei betonte sie, dass die Medizinkonzeption 2020 der Kreiskliniken Calw einen ganz wesentlichen Bestandteil des verbundweiten Medizinkonzepts darstelle.


Medizinkonzept des Klinikverbundes Südwest

Die Gesellschafter und die Geschäftsführung des Klinikverbundes Südwest begrüßen die Entscheidung des Landeskrankenhausausschusses zur Medizinkonzeption des Verbundes vom Donnerstag (20. November). Dieser hatte das Medizinkonzept und die damit verbundene betrieblich-bauliche Entwicklung im Verbund für die Umsetzung empfohlen. Die beiden Landräte Roland Bernhard aus Böblingen und Helmut Riegger aus Calw bezeichneten die Entscheidung als Meilenstein in der Weiterentwicklung des gemeinsamen Verbundes. Zusammen mit der Geschäftsführung des Klinikverbundes wollen sie nun die Umsetzung der im Medizinkonzept beschlossenen Maßnahmen angehen. Mit der Zustimmung des Landeskrankenhausausschusses zur verbundweiten Medizinkonzeption sind die Voraussetzungen zur Einstellung der Planungskostenraten in die Landeshaushaltsplanung für die Neubauprojekte der Landkreise Böblingen und Calw gegeben. Über deren Höhe wird das Kabinett voraussichtlich im Frühjahr 2015 entscheiden.

„Der Beschluss ist die erste Frucht der harten Arbeit der vergangenen Monate“, so Bernhard, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Klinik-Holding ist, und Riegger übereinstimmend. „Der schwierigste Teil des Weges liegt allerdings noch vor uns: Wir werden nun zügig in die Detail-Planungen nicht nur für die geplanten Neubauten in Böblingen und Calw einsteigen, sondern auch die Sanierungsmaßnahmen in Leonberg, Herrenberg und Nagold angehen.“ Die Unterstützung für die verbundweite Medizinkonzeption durch den Landeskrankenhausauschuss und das Sozialministerium ist ein großer Erfolg. Damit gibt es für alle Krankenhäuser im Klinikverbund eine langfristige Zukunftsperspektive.

„Für den Landkreis Böblingen bedeutet der Beschluss eben nicht nur, dass wir uns auf den Weg in Richtung Neubau begeben können, sondern auch dass wir dies mit den Standorten Herrenberg und Leonberg in einer Gesamtkonzeption tun können“, so Landrat Bernhard. Damit seien alle Kritiker widerlegt, die daran gezweifelt hatten. Für den geplanten Neubau auf dem Flugfeld wird in den kommenden Wochen über eine Projektstruktur entschieden. Für die Standorte Herrenberg und Leonberg berät der Aufsichtsrat in seiner kommenden Sitzung über die Beauftragung einer betrieblich-baulichen Zielplanung, wie im Mai vom Kreistag Böblingen beschlossen.

„Die Entscheidung des Landeskrankenhausausschusses bestätigt die Ergebnisse der Bürgerforen im Kreis Calw. Der geplante Neubau in Calw und die umfangreichen Sanierungen des Nagolder Standorts sind zukunftsweisend und fügen sich gut in die Gesamtkonzeption des Verbundes ein“, so Landrat Riegger. Für den Neubau in Calw gelte es nun den Standort festzulegen und am Nagolder Krankenhaus die Sanierung des Gebäudes zu konkretisieren. Die Planungen hierzu sollen in Kürze im Aufsichtsrat und in einer Kreistagssitzung besprochen sowie in Bürgerinfoveranstaltungen vorgestellt werden, kündigt der Calwer Landrat an.

Auch die Geschäftsführerin des Klinikverbundes Südwest, Dr. Elke Frank zeigt sich über die Bestätigung des Landeskrankenhausausschusses erfreut: „Die Zustimmung des Sozialministeriums für unsere Medizinkonzeption sowie die damit in Aussicht gestellte finanzielle Unterstützung ist ein großer Erfolg für alle Beteiligten, vor allen Dingen, wenn man die derzeitigen Umstände und aktuellen Rahmenbedingungen im Krankenhauswesen in Baden-Württemberg und bundesweit kennt und mit berücksichtigt“, so Dr. Elke Frank. „Damit haben wir für alle unsere Standorte eine langfristige Zukunftsperspektive, die inhaltlich nicht nur vom Land, sondern auch von den Landesverbänden der Krankenkassen, mitgetragen wird.“


Böblinger Kreistag beschließt verbundweites Medizinkonzept für den Klinikverbund Südwest

Man ist damit einen wichtigen Schritt weiter in dem Bemühen, alle Krankenhäuser im Klinikverbund fit für die Zukunft zu machen. Vorausgegangen ist dem Beschluss eine lange und intensive Diskussion mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Bürgerinnen und Bürgern und vielen politisch Verantwortlichen. Wesentliche Elemente aus der Diskussion sind in den Beschluss eingeflossen und werden in der Umsetzung des Medizinkonzeptes berücksichtigt werden. Gemeinsam mit dem Klinikverbund Südwest hat der Kreistag des Landkreises Böblingen das Ziel, alle Krankenhaus-standorte im Klinikverbund mit einer hochqualitativen Gesundheitsversorgung zu erhalten – und zwar in kommunaler Trägerschaft. Dabei steht das Wohl der Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt. Das ist auch der Wunsch einer breiten Mehrheit in der Bevölkerung. Die nun vom Kreistag beschlossenen Eckpunkte (die Beschlussvorlage finden Sie in angehängter PDF-Datei) sollen dieses Ziel nachhaltig sicherstellen.

Der Beschluss des Kreistages legt die strategischen und politischen Leitplanken für die weitere Entwicklung unserer Krankenhäuser fest. Die Hauptansätze für eine neue Medizinkonzeption sind dabei:

Wohnortnahe Basis- und Notfallversorgung im gesamten Verbundgebiet
Durch die bestehenden Standorte wird für die Bevölkerung in den Landkreisen Böblingen und Calw flächendeckend eine wohnortnahe Notfall- und Basisversorgung durch ein entsprechendes ambulantes und stationäres Leistungsangebot dauerhaft sichergestellt. Das ist bei den derzeitigen finanziellen Belastungen nicht selbstverständlich und wird den Landkreis Böblingen trotz aller Sparbemühungen weiterhin Millionenbeträge kosten. Alle Standorte bleiben erhalten und es wird auch an allen Standorten Chefärzte geben. Die bereits an den Standorten eingerichteten Notfallambulanzen, die durch niedergelassene Ärzte besetzt werden, werden aktiv in die Versorgungsstruktur mit eingebunden. Das medizinische Leistungsangebot soll darüber hinaus - sofern sinnvoll - durch weitere Kooperationen, insbesondere mit niedergelassen Ärzten, erweitert werden. Damit soll den sich abzeichnenden Problemen bei der Fortführung von Arztpraxen Rechnung getragen werden.

Stärkung der Zusammenarbeit im Verbund
Mit dem gefassten Beschluss geht man bewusst weg vom Konkurrenzdenken der Häuser untereinander und zu einer verbundweit abgestimmten und arbeitsteiligen Versorgungsstruktur für die Landkreise Böblingen und Calw. Es werden Schwerpunkte und standortübergreifende Fachzentren gebildet . Das stärkt die Qualität der medizinischen Versorgung für die Patienten und eröffnet Mitarbeitern Möglichkeiten sich fachlich weiterzubilden. Dazu gehört es, die beiden getrennten Betriebsstätten Sindelfingen und Böblingen in einem neuen Klinikum auf dem Flugfeld zusammenzuführen. Dafür wird beim Sozialministerium ein Förderantrag gestellt, um 2015 eine Planungsrate zu erhalten.

Aber auch an den beiden anderen Standorten im Landkreis Böblingen wird weiter investiert. In Leonberg werden 38,2 und in Herrenberg 24,2 Mio. Euro für eine Modernisierung ausgegeben. Dies geschieht im Gleichklang mit dem Neubauprojekt – alle Standorte im Verbund sollen mit der Entwicklung schritthalten. Das gilt auch für Calw und Nagold, wo der Kreistag bereits entsprechende Beschlüsse gefasst hat. Der nun erfolgte Beschluss ist ein wichtiger Meilenstein, er steht aber erst am Anfang eines langen Weges, den der Landkreis Böblingen und der Landkreis Calw gemeinsam gehen wollen.


Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage

Der Landkreis Böblingen hat im März eine repräsentative Telefonumfrage zum Schwerpunktthema „Krankenhäuser im Landkreis Böblingen“ durchgeführt. Die Forschungsgruppe Wahlen hat 1.055 Menschen ab 18 Jahren rund zwanzig Fragen gestellt. Die Auswahl der Befragten erfolgte per Zufallsprinzip.

Landrat Roland Bernhard zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Die Auswertung ermöglicht uns einen Einblick in das Stimmungsbild der Menschen im Landkreis.“ Das Thema Krankenhäuser interessiert die Menschen stark. 60 Prozent hatten dies für sich so beantwortet. Betrachtet man das Lebensalter wiegt das Interesse bei ab 70-Jährigen mit 78 Prozent besonders hoch. Im Vergleich dazu ist das Thema bei den 18 bis 29-Jährigen mit 28 Prozent weniger präsent. „Junge vitale Menschen haben das Thema Krankheit weniger fest im Blick wie Menschen mit zunehmendem Alter. Das ist nachvollziehbar. Die Zahlen zeigen uns, dass es goldrichtig ist verschiedene Möglichkeiten anzubieten um mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Dialog zu treten“.

Bei einer schwierigeren Operation oder Behandlung würden 93 Prozent der Befragten ein Krankenhaus in Anspruch nehmen, das weiter entfernt ist. 42 Prozent erachten mehr als 50 Kilometern zum nächsten Krankenhaus für eine einfache Behandlung als zumutbar. „Das bestätigt den Grundgedanken des Medizinkonzeptes eine ausgewählte Spezialversorgung in einem gemeinsamen, zentralen Haus vorzuhalten. Davon unberührt bleibt eine wohnortnahe Grund- und Regelversorgung in den Häusern Herrenberg und Leonberg“, betont der Landrat. Je älter die Menschen werden, umso näher wünschen sie sich ihr Krankenhaus. „Eine optimale Verkehrsanbindung ist ein wichtiger Faktor bei der Standortwahl für einen Neubau. Das Gelände auf dem Flugfeld Böblingen/Sindelfingen ist mit dem Auto über die A81 oder die B464 schnell zu erreichen, ohne mühsam den Weg durch die Stadt zu fahren.  Dazu ist es direkt an die S-Bahn und Zuglinie angebunden“. 47 Prozent der Befragten halten ein gemeinsames Krankenhaus für Böblingen und Sindelfingen auf dem Flugfeld für richtig, 36 Prozent sind dagegen.

Bei der Entscheidung für ein Krankenhauses messen 97 Prozent der Menschen dem Pflegepersonal einen sehr hohen Stellenwert bei. Dicht gefolgt vom medizinischen Ruf und einer angenehmen Unterbringung mit je über 90 Prozent der Stimmen. „In den Punkten überraschen die Ergebnisse nicht“, erklärt Dr. Elke Frank, Geschäftsführerin des Klinikverbundes Südwest. „Gerade die Ansprüche der Patienten an Unterbringung und Komfort sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dem versuchen wir durch zahlreiche Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen Rechnung zu tragen, aufgrund der baulichen Gegebenheiten stoßen wir hier aber oftmals an Grenzen. Umso erfreulicher ist daher, dass gemäß Umfrage derzeit 83 Prozent mit dem eigenen Krankenhausaufenthalt oder dem Aufenthalt des engen Angehörigen sehr gute bis gute Erfahrungen gemacht haben. Dabei liegen unsere Häuser im Landkreis Böblingen mit einer minimalen Abweichung von drei Prozent alle fast gleich auf. Hier gebührt vor allem unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Anerkennung für die hohe Akzeptanz und Zufriedenheit bei unseren Patienten. Wir konkurrieren in den kommenden Jahren aber mit unseren Häusern die über 40, 50 Jahre alt sind mit attraktiven Neubauten in den umliegenden Landkreisen. Ein Wettbewerb, den wir auf Dauer ohne einen Neubau in Sindelfingen-Böblingen und zusätzliche Sanierungsmaßnahmen in Herrenberg und Leonberg weder bei den Patienten noch bei den Fachkräften, die sich jetzt schon ihren Arbeitgeber aussuchen können, gewinnen können.“

74 Prozent sind sich zudem einig, dass die Krankenhäuser auch in Zukunft weiter vom Landkreis getragen werden sollen. Lediglich 5 Prozent sprechen sich für einen privaten Träger aus und 21 Prozent haben keine abschließende Meinung. Der Landrat leitet davon einen deutlichen Handlungsauftrag ab, sich weiterhin für eine optimale Gesundheitsversorgung einzusetzen und die beste Lösung für die Menschen im Landkreis Böblingen auszuloten.


Calwer Kreistag stellt Weichen für Zukunft der Krankenhäuser

Der Kreistag des Landkreises Calw hat in seiner Sitzung am Montag, 16. Dezember, die Weichen für die Zukunft der beiden kreiseigenen Krankenhäuser in Calw und Nagold gestellt. Die Verwaltung wurde beauftragt, Untersuchungs- und Planungsaufträge zu vergeben, um die Umsetzung des Szenarios 3 plus vorzubereiten. Dieses wurde auf Basis einer Untersuchung des Gutachterbüros GÖK von den Teilnehmern des zweiten Bürgerforums im Ok-tober entwickelt. Es sieht einen Neubau in Calw mit 120 Betten vor, der ne-ben einer umfassenden Grund- und Regelversorgung mit der Neurologie auch einen medizinischen Schwerpunkt erhalten soll. In Nagold ist geplant, das bestehende Haus zu sanieren und zu einem Schwerpunktklinikum mit 254 Betten weiterzuentwickeln. Dazu soll die Orthopädie von Calw nach Nagold verlagert werden.

Landrat Helmut Riegger machte zu Beginn der Diskussion nochmal auf den großen Handlungsdruck aufmerksam, der angesichts der hohen finanziellen Defizite auf dem Kreis lastet. „Welches stationäre Versorgungsangebot braucht der Landkreis Calw künftig und welches können wir uns in Zukunft überhaupt leisten?“ brachte er es auf den Punkt.

Wolfgang Kömpf, einer der beiden Sprecher des Bürgerforums, stellte zu-nächst die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung dar. Eine deutliche Mehrzahl der Teilnehmer habe sich für das Szenario 3 plus ausgesprochen. Dennoch hät-ten einige Bürger Sorgen, dass der Calwer Standort langfristig keine Perspek-tive hat. Dieser Befürchtung entgegnete Riegger: „Eine bessere Garantie für den Erhalt des Calwer Krankenhausstandortes als einen Neubau kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.“

In ihren Statements machten die fünf Fraktionsvorsitzenden des Kreistages deutlich, dass auch sie sich der Notwendigkeit von Veränderungen bewusst sind. Auch wenn nicht alle Mitglieder des Kreistags restlos überzeugt waren, ob die Prognose der Gutachter für das Jahr 2020 exakt so eintreffen wird, zeigte sich in der Diskussion doch schnell eine große Mehrheit für das vom Bürgerforum empfohlene Szenario 3 plus. Unter den bekannten Rahmenbedingungen sei diese Variante die beste Lösung zur Sicherung einer wohnort-nahen medizinischen Versorgung, war aus allen Fraktionen zu hören.
So stimmten am Ende 44 der 49 anwesenden Kreisräte für eine Weiterverfol-gung des Szenarios 3 plus. Dazu beauftragten sie die Verwaltung, ein Stand-ortgutachten sowie ein Raum- und Funktionsprogramm für den geplanten Neubau in Calw zu vergeben. Für den Nagolder Standort soll eine Umbau- und Sanierungsplanung erstellt werden. Außerdem soll die Verwaltung die Verhandlungen mit dem Sozialministerium über die Förderung der geplanten Investitionen fortsetzen und das Vorhaben in die Medizinkonzeption des Kli-nikverbundes Südwest integrieren, zu welchem die beiden Krankenhäuser gehören.

Wichtig war dem Kreistag, über die dann folgenden Schritte selbst bestimmen zu können. So beschloss das Gremium, dass vor einer Schließung oder Ver-lagerung von Abteilungen der Krankenhäuser jeweils eigene Beratungen und Beschlüsse des Kreistages erfolgen müssen.
Der Entscheidung des Kreistages vorausgegangen war eine einjährige öffent-liche Diskussion um die Zukunft der beiden Kliniken und ein mehrmonatiger Bürgerbeteiligungsprozess, der nicht nur vom Sozialministerium des Landes als vorbildlich und beispielhaft gelobt wurde. Zentrale Elemente der Bürgerbeteiligung waren zwei Bürgerforen, eines im April zur Vorbereitung des Gut-achtens zur künftigen Ausrichtung der Krankenhäuser und eines im Oktober zur Diskussion und Bewertung des Gutachtens. Drei Zukunftsszenarien hatten die Gutachter entworfen. Das Szenario 3 wurde von der Mehrzahl der Teilnehmer des Bürgerforums favorisiert und zur Variante 3 plus weiterentwickelt.


Vorstellung medizinische Gesamtkonzeption des Klinikverbundes Südwest

Der Klinikverbund Südwest hat heute erstmals das von den Gesellschaftern des Klinikverbundes Südwest beauftragte Gutachten über eine zukünftige medizinische Konzeption für den gesamten Klinikverbund mit seinen Krankenhäusern in Sindelfingen, Böblingen, Calw, Nagold, Herrenberg und Leonberg vorgestellt. Es zeigt strategische Möglichkeiten zur medizinischen Weiterentwicklung und zur finanziellen Sanierung der Krankenhäuser des Verbundes auf. Das Gutachten der Beratungsfirma Teamplan wurde in Abstimmung mit dem vom Kreistag Calw beauftragten und bereits präsentierten Gutachten der Beratungsfirma GÖK Consulting erstellt. Beide Gutachten wurden nun zu einer Gesamtkonzeption für den Klinikverbund zusammengeführt.

Das aus der 2006 erfolgten Zusammenführung der Krankenhäuser im Klinikverbund Südwest resultierende Leistungsangebot bildet für die Gutachter die wesentliche Basis. Aufgrund zahlreicher struktureller und medizinischer Mehrfachvorhaltungen an den sechs Standorten sehen die Gutachter dringenden Handlungsbedarf. Zusammen mit dem hohen Sanierungsbedarf in den Häusern und unter den schwierigen Bedingungen der Krankenhausfinanzierung sprechen sie gar von existenzgefährdenden Nachteilen der bestehenden Strukturen. „Die Gutachter, sowohl GÖK als auch Teamplan, bestätigen damit eindeutig den Handlungsdruck, der derzeit auf den Trägern, sprich den Landkreisen Calw und Böblingen sowie der Stadt Sindelfingen lastet“, verdeutlichte der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikverbundes Südwest, Landrat Helmut Riegger auf der Pressekonferenz. „Die Hochrechnungen auf Basis der heutigen Struktur und Leistungsentwicklung zeigen allein für den Landkreis Calw mit den Klinikstandorten Calw und Nagold für 2020 ein Defizit von 10 Millionen Euro auf.  Nur durch Sanierungsmaßnahmen wird das Defizitproblem im Rahmen der momentan bestehenden Strukturen somit nicht gelöst werden.“

Für den Landkreis Calw favorisierte GÖK in der Gutachtenvorstellung Mitte Oktober bereits die Beibehaltung der Grund- und Regelversorgung an beiden Standorten, wobei Nagold zum Schwerpunktkrankenhaus mit 269 Betten und ausgesuchten Spezialisierungen ausgebaut werden soll und in Calw ein Klinikneubau mit rund 100 Betten entstehen könnte. Beide Krankenhäuser bekämen zudem ein angegliedertes Facharztzentrum. Als Ergebnis des einjährigen Bürgerbeteiligungsprozesses, der im Rahmen des Gesundheitsdialoges Baden-Württemberg als Pilotprojekt durchgeführt wurde, stand am Ende das konsensfähige, sogenannte Szenario 3 plus, bei dem die Neurologie als Spezialgebiet in Calw verbleiben solle. Eine Grundsatzentscheidung zur zukünftigen Ausrichtung ist durch den Beschluss des Calwer Kreistages am 16. Dezember diesen Jahres vorgesehen.

Für den Landkreis Böblingen sehen die Gutachter von Teamplan ebenfalls ein abgestimmtes Versorgungsmodell vor. Ziel war es, ein Szenario zu entwickeln, das die wohnortnahe medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung, ergänzt um eine ausgewählte Schwerpunktversorgung insbesondere bei Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten, sichert und mit dem in der Mittel- bis Langfristperspektive – das Gutachten betrachtet den Zeitpunkt 2020 - ein ausgeglichenes Jahresergebnis realisiert werden kann. Zentraler Bestandteil ist dabei aus Sicht der Gutachter der Neubau eines Klinikums auf dem Flugfeld mit rund 800 Betten, welches die bisherigen Häuser in Böblingen und Sindelfingen vereint und Hochleistungsmedizin mit einem breitem Spezialisierungsspektrum anbieten soll. Bei einer vorgeschlagenen Reduzierung der Betten in Herrenberg und in Leonberg kann an beiden Standorten im Norden und Süden des Landkreises Böblingen parallel ein medizinisches Angebot von allgemein- und unfallchirurgischen, kardiologischen, gastroenterologischen und gynäkologischen Leistungen sowie die Geburtshilfe erhalten werden. Das Krankenhaus Leonberg würde laut Gutachtervorschlag perspektivisch das Spezialgebiet der Gefäßchirurgie nicht mehr als eigenständigen Fachbereich vorhalten. An jedem Standort wäre somit eine wohnortnahe Basis- und Notfallversorgung gewährleistet. Denkbar sind laut Gutachter zudem einzelne Fachabteilungen, die standortübergreifend von einem Chefarzt geleitet werden.  „Angesichts der Defizite unserer Häuser müssen wir die Kliniklandschaft im Kreis Böblingen neu ordnen. Dabei muss es uns gelingen, den Spagat zwischen Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit zu schaffen. Wir brauchen die Bereitschaft aller Beteiligten diese Veränderungen mitzutragen, um unsere Kliniken zu erhalten“, so der Landrat Roland Bernhard. „Umso erfreulicher, dass uns das Sozialministerium auf diesem Weg unterstützt und mit uns gemeinsam an Konzeptionen arbeitet, aus denen die Standorte Leonberg und Herrenberg gestärkt hervorgehen würden.“

Die strukturellen Veränderungen, die aus wirtschaftlichen Gründen von den Gutachtern empfohlen werden, sollen im Landkreis Böblingen in den kommenden Monaten in den Gremien, mit den Klinikmitarbeitern und mit den Bürgern erörtert werden. Dies soll auch in enger Abstimmung mit dem Sozialministerium erfolgen, um parallel die Planungen für den Klinik-Neubau auf dem Flugfeld voranzubringen. „Ich freue mich sehr, dass es jetzt gelungen ist, ein verbundweites Medizinkonzept aufzustellen. Uns war es schon immer wichtig, die medizinischen Strukturen im Gesamtverbund abzustimmen. Nur so hat der Klinikverbund Südwest auch in Zukunft eine Chance, im medizinischen und wirtschaftlichen Wettbewerb zu bestehen. Die aufgezeigten Verbundpotenziale durch ein abgestimmtes Medizinkonzept und durch die nichtmedizinischen Infrastrukturbereiche des Klinikverbundes leisten einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Gesundung der Kliniken.  Das Gutachten bestätigt unsere Linie und macht nochmals deutlich, dass ein Klinikneubau Sindelfingen-Böblingen auf dem Flugfeld als Flaggschiff den Klinikverbund Südwest stärken wird. Mit dem Erhalt und der Stärkung der Häuser in Herrenberg, Leonberg, Calw und Nagold vervollständigen wir das Verbundangebot, sichern die bestmögliche medizinische Versorgung der Bevölkerung vor Ort und sind somit für die Zukunft bestens gerüstet“, betonte Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.

Zur Vorstellung des Konzeptes  sind bereits zwei Bürgerinformationsveranstaltungen geplant im Rahmen derer die Gutachter ihre Ergebnisse detailliert erläutern werden. Anschließend treten u. a. Landrat Roland Bernhard sowie die Geschäftsführerin des Klinikverbundes Südwest, Dr. Elke Frank, in den Dialog mit den Bürgern und stehen für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Der erste Informationsabend findet am Dienstag, den 19. November ab 19 Uhr in der Turnhalle des Berufsschulzentrums in Leonberg statt. Am Montag, den 25. November folgt selbiger dann um 19 Uhr in der Herrenberger Kreissporthalle im Schul- und Sportzentrum Längenholz. Die entsprechenden Veranstaltungen für Böblingen/Sindelfingen sollen dann Anfang 2014 folgen. Bereits am Montag, den 18. November, haben interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die Präsentation des Gutachtens im Böblinger Kreistag zu verfolgen. Ab 16.30 Uhr stellen die Gutachter im großen Sitzungssaal des Landratsamtes in Böblingen das verbundweite Konzept vor. Über den Blog des Landratsamtes Böblingen unter blog.lrabb.de können interessierte Bürgerinnen und Bürger im Nachgang zu den Veranstaltungen Meinungen und Fragen zum Medizinkonzept anbringen. Außerdem plant der Landkreis Böblingen im kommenden Jahr einen Beteiligungsprozess, bei dem sich Bürger aktiv einbringen können. Unter www.klinikverbund-suedwest.de (s. Link unten), www.landkreis-boeblingen.de bzw. www.kreis-calw.de sind die Gutachterergebnisse im Internet zudem ab sofort öffentlich abrufbar.