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Thema MRSA 

Multi Resistente Staphylococcus Aureus, kurz MRSA genannt, sind Bakterien, die Abwehr-mechanismen gegen viele Antibiotika entwickelt haben. Die Ursache dafür liegt unter anderem im sorglosen Umgang mit Antibiotika; sie werden zu schnell verschrieben und darüber hinaus auch falsch dosiert eingenommen. Je mehr die Bakterien jedoch mit Antibiotika konfrontiert wurden, umso schneller lernten sie, sich anzupassen. So entstanden MRSA –  Bakterien, denen ganz viele Antibiotika nichts mehr anhaben können.

Wer MRSA hat, muss sich nicht unbedingt krank fühlen. Im Prinzip kann jeder Überträger sein. Und da sie sehr langlebig sind – sie überleben bis zu 40 Tage auf trockenen Oberflächen -  kann man ihnen nur mit sorgfältiger Hygiene beikommen. In Krankenhäusern ist dies besonders wichtig, aus diesem Grund sind die Vorgehensweisen in den Kliniken klar geregelt.

Grundsätzlich wird in einer Klinik zwischen den mitgebrachten und den im Krankenhaus erworbenen MRSA-Fällen unterschieden. Mitgebrachte MRSA-Fälle sind diejenigen, welche bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme bekannt oder in den ersten 48 Stunden des Klinikaufenthaltes diagnostiziert werden. In der Klinik erworbene MRSA-Fälle werden als nosokomiale Fälle bezeichnet; sie sind erst nach 48 Stunden des Klinikaufenthaltes entdeckt worden. Bei diesen nosokomialen Fällen muss man davon ausgehen, dass sich der Patient im Krankenhaus angesteckt haben könnte.

Bei der Aufnahme eines Patienten fragt das Pflegepersonal anhand einer Checkliste wichtige Punkte ab, anhand derer die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Patient MRSA-Überträger ist, ermittelt werden kann. Beispielsweise wird gefragt, ob der Patient in den letzten 12 Monaten einen Krankenhausaufenthalt hatte, ob er aus einem Pflegeheim kommt, oder ob er aus einer Region mit hoher MRSA-Krankheitshäufigkeit wie Spanien oder Portugal kam, wo Antibiotika frei verkäuflich sind. Oder hat er beruflich direkten Kontakt zu Tieren? Das Ergebnis entscheidet dann, ob der Patient auf MRSA getestet, also gescreent, wird. Den Test bezeichnet man als "MRSA-Aufnahmescreening".

Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS)

In dem Bemühen, MRSA erfolgreich zu bekämpfen, wurde vom Nationalen Referenzzentrum (NRZ) am Institut für Hygiene und Umweltmedizin in Berlin das Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System für MRSA, kurz MRSA-KISS, entwickelt. Krankenhäuser können an diesem System teilnehmen, wenn sie bestimmte Voraussetzungen (Link zu Dokument „KISS“)  erfüllen. Ziel ist, einen Standard zu definieren und zu sichern, der die einzelnen Krankenhäuser miteinander vergleichbar macht, so dass Patienten nachvollziehen können, wie erfolgreich das Krankenhaus ihrer Wahl im Kampf gegen MRSA ist.

An MRSA-KISS teilnehmende Krankenhäuser in 2009 199
Anzahl der betroffenen Patienten 3.397.200
Anzahl der Patiententagen 24.818.028
Anzahl stationärer MRSA-Patiententage 427.378
MRSA-Fälle insgesamt 28.195
Mitgebrachte Fälle 22.422
Nosokomiale Fälle 5.773

Wie den Zahlen zu entnehmen ist, werden die meisten MRSA-Fälle mitgebracht. Nur ca. 20 % wurden erst nach 48 Stunden im Krankenhaus entdeckt, könnten also erst im Krankenhaus erworben sein.
In der folgenden Tabelle sind die erreichten Werte der einzelnen Krankenhäuser des Klinikverbundes Südwest aufgeführt.

Als Vergleich dienen die Referenzwerte des NRZ, die sich auf alle 199 teilnehmenden Krankenhäuser beziehen. Krankenhäuser, die Werte innerhalb der 25 Prozent-Grenze für die nosokomiale Infektionsrate haben, stellen das beste Viertel der befragten Häuser dar. Folglich gehört man bei Werten oberhalb der 75 Prozent-Grenze zum schlechten Viertel der befragten Häuser.

* Gesamtinzidenzdichte bezeichnet die Anzahl der MRSA-Fälle pro 1.000 Patiententage. Sie dient als Kennzahl für die  Menge der MRSA-Patienten im jeweiligen Einzugsgebiet des Krankenhauses. Sie ist aber auch abhängig vom jeweiligen Patientenklientel. Zum Beispiel findet man typischerweise bei Patienten, die immer wieder offene Wunden haben, viel häufiger eine MRSA-Kolonisation, als beispielsweise bei Schwangeren, die nur zur Entbindung ins Krankenhaus kommen.

** mit Inzidenzdichte der nosokomialen MRSA-Fälle ist die Anzahl der nosokomialen, d. h. im Kranklenhaus erworbenen MRSA-Fälle in Bezug auf 1.000 Patiententage gemeint. Kleinere Zahlen sind bessere Zahlen.

*** MRSA-Tage assoziierte nosokomiale MRSA-Rate bezeichnet die Anzahl der nosokomialen MRSA-Fälle pro 1.000 MRSA-Tage. Damit wird ausgedrückt, wie groß das Risiko für Patienten ist, aufgrund der Anzahl von MRSA-Patienten sich zu infizieren. Kleinere Zahlen sind bessere Zahlen.

Anhand der Tabelle lässt sich ersehen, wie gut die Häuser des Klinikverbundes Südwest abschneiden: sie weisen deutlich weniger nosokomiale Fälle auf als die anderen Teilnehmer von MRSA-KISS. Auch ist das Risiko einer Infektion für Patienten im Klinikverbund Südwest deutlich geringer als in vergleichbaren anderen Häusern.

Die Zahl der Inzidenzdichte zeigt, wie viele MRSA-Fälle in einem Krankenhaus zu verzeichnen sind, ungeachtet der Frage, ob dies mitgebrachte oder erst im Krankenhaus entstandene Fälle sind.
Wenn ein MRSA-Fall festgestellt wird, sind strenge Maßnahmen nötig. Dazu zählen beispielsweise strikte Quarantäne. Manche Patienten fühlen sich von der Strenge, mit der die Maßnahmen durchgeführt werden, verunsichert oder sie halten sie für übertrieben. Jedoch ist diese Konsequenz nötig, um bereits sehr geschwächte Patienten vor MRSA zu schützen. Wir bitten um Ihr Verständnis. Jeder kann jedoch etwas dazu beitragen, das Risiko einer MRSA-Übertragung zu mindern, in dem er, unabhängig ob er Besucher oder Patient ist, darauf achtet, seine Hände regelmäßig zu desinfizieren.

Weitere detaillierte Informationen entnehmen Sie bitte den folgenden Dokumenten des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance von nosokomialen Infektionen: