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Ausführliche Informationen 

Die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin arbeitet für die anderen Abteilungen des Krankenhauses und steht seit 1995 unter der Leitung von Chefarzt Dr. Winfried Schürmann.

Hauptaufgabe der Anästhesieabteilung ist die Durchführung von Narkosen und örtlichen Betäubungsverfahren.

Dabei sorgt der Anästhesist für Schmerzfreiheit und/oder Schlaf und überwacht die wichtigsten Körperfunktionen.

Typischerweise findet am Vortag vor der Operation ein Aufklärungsgespräch statt. Der Anästhesist erhebt eine Anamnese, führt eine körperliche Untersuchung durch und wertet Laborbefunde, EKG und ggf. alte Krankenberichte aus. Das geeignete Narkoseverfahren wird ausführlich besprochen. Der Patient kann alles erfragen, was ihn im Hinblick auf das Anästhesieverfahren und die postoperative Schmerztherapie interessiert.

Obwohl sie eng zusammen arbeiten, sind die fachlichen Verantwortungen von Operateur und Anästhesist verschieden. Dies äußert sich auch darin, dass der Patient für die Operation und die Anästhesie jeweils getrennte Gespräche führt und für beides einwilligen muss.

Am Operationstag wird die Narkose meistens unter ruhigen Bedingungen in einem Nebenraum des Operations-Saals begonnen. Der Patient wird von der Narkoseschwester/dem Narkosepfleger an der Schleuse begrüßt, auf dem Operations-Tisch gelagert und mit gewärmten Molton-Tüchern zugedeckt. Er wird er in den Narkosevorbereitungsraum neben dem Operationssaal gefahren, an die Überwachungsgeräte EKG, Blutdruckmessung und Pulsoximetrie angeschlossen und erhält eine Infusion. Das Legen der Infusionskanüle ist mit einem kleinen Schmerz verbunden. Der Anästhesist stößt jetzt dazu, begrüßt den Patienten und macht einen kurzen Check. Dann beginnt er, den Patienten über eine (bei uns meistens gelbe) Maske Sauerstoff atmen zu lassen, während die Narkoseschwester nach und nach das Narkosemedikament nach seiner Anweisung intravenös injiziert. Das Einschlafen bei der Narkose ähnelt dem natürlichen Einschlafen: Erst wenn man aufwacht, merkt man, dass man geschlafen hat. Wenn der Patient ein tiefes Schlafstadium erreicht hat, wird zur Sicherung des Atemweges ein Beatmungsschlauch (Tubus) eingeführt, - der wird aber vor dem Aufwachen bereits wieder entfernt. Der schlafende Patient wird auf dem Operations-Tisch in den Operations-Saal gefahren und wieder an die dortigen Überwachungsgeräte und an das Narkosegerät angeschlossen. Diese Apparate unterstützen den Anästhesisten bei seiner Aufgabe, während des operativen Eingriffs für Schmerzfreiheit und Schlaf zu sorgen und die Vitalfunktionen des Patienten zu sichern. Mitunter müssen vor oder während der Operation noch zusätzliche Schläuche gelegt werden: Venenkatheter, eine arterielle Kanüle, eine Magensonde, ein Dauerkatheter in der Harnröhre usw. Bei Eingriffen mit stärkeren Blutverlusten können gegebenenfalls eine präoperative Eigenblutspende oder die Rückgewinnung von Eigenblut dazu beitragen, die Gabe von Fremdblut zu vermeiden.

In aller Regel darf der Patient am Ende der Operation aufwachen. Nur bei sehr großen Eingriffen oder stark eingeschränkten Körperfunktionen muß der Patient auf der Intensivstation maschinell beatmet und dazu in künstlichem Schlaf gehalten werden.

Obwohl die meisten Patienten schon beim Zurückschleusen ins Bett Aufforderungen befolgen und beim Umlagern mithelfen können, setzt die Erinnerung doch in den meisten Fällen erst wieder im Aufwachraum ein.

Im Gegensatz zu den Narkosen erlebt man bei Regionalanästhesien das Geschehen im Operations-Saal im Wachzustand. Für manche Patienten ist es in dieser Situation angenehm, sich während der Operation mit Musik über Kopfhörer zu zerstreuen. Bringen Sie ihre Lieblings-CD mit! Einen CD-Player und auch verschiedene CDs halten wir bereit.

Die erste Zeit nach der Operation verbringen die Patienten im Aufwachraum unter der Aufsicht von anästhesiologischem Fachpersonal. Sie sind weiterhin an Überwachungsgeräte angeschlossen. Erst wenn eine Beeinträchtigung von Atmung, Kreislauf und Bewusstsein nicht mehr zu befürchten ist und auch keine Komplikationen im Operationsgebiet wie (Blutungen, ein drückender Verband...) aufgetreten sind, werden die Patienten auf ihre Station zurück verlegt. Wenn kleine Kinder aufwachen, kann ein Elternteil anwesend sein; sonst aber sind Angehörigenbesuche im Aufwachraum nicht möglich.

Nach dem Eingriff ist der Anästhesist dafür zuständig, dass Sie eine gute Schmerztherapie bekommen.

In unserem Krankenhaus wird viel Wert auf eine gute postoperative Schmerzbehandlung gelegt. In der Regel verwenden wir dazu sogenannte peripher wirkende Analgetika und starke Schmerzmittel vom Opiat-Typ in Kombination.

Manche Patienten versuchen, Schmerzen lange zu ertragen und erst wenn es gar nicht anders geht ein Schmerzmittel zu akzeptieren. Doch bedenken Sie: Der Schmerz kann zu einer Belastung werden, der nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Heilung beeinträchtigt. Wir empfehlen, ein Schmerzmittel bereits dann einzunehmen, wenn der Schmerz zu einem Streßfaktor wird; zum Beispiel, wenn die Gedanken sich auf den Schmerz konzentrieren müssen, oder wenn der Schmerz Sie vom Lesen oder von einem Gespräch ablenkt.

In welchem Maße die Patienten mit unserer Betreuung während und nach der Narkose zufrieden waren, haben wir 2001 in einer Patientenbefragung von 500 konsekutiven Patienten ermittelt. Die positiven Ergebnisse betrachten wir als Bestätigung und Ansporn.

Bei Geburten kann die Anästhesieabteilung den Geburtsverlauf durch eine Periduralanästhesie unterstützen.

Die Periduralanästhesie ermöglicht es, den Geburtsschmerz in variablem, individuell angepaßtem Ausmaß zu beeinflussen und leistet dadurch einen Beitrag zu einer sicheren und möglichst angenehmen Geburt. Wir empfehlen es werdenden Mütter (und Vätern) sehr, sich bereits in einem frühen Stadium der Schwangerschaft über die Periduralanästhesie zu informieren, damit sie eine Vorstellung von diesem Anästhesieverfahren bekommen und ihre eigene Einstellung dazu - gegebenenfalls auch im Gespräch mit einem Anästhesisten – klären können. Die Krankenhäuser im Landkreis Böblingen haben gemeinsam eine Informationsbroschüre herausgegeben. Im Rahmen der Seminarreihe „Storchennest“ der Frauenklinik hält Dr. Schürmann regelmäßig Vorträge zu diesem Thema.

Eine weitere Aufgabe der Anästhesieabteilung ist die operative Intensivmedizin.

Darunter versteht man die spezielle Behandlung von Patienten nach großen Operationen, von Frischoperierten mit komplizierten Begleiterkrankungen sowie von schwer verunfallten Patienten. Auf der interdisziplinären Intensivstation stehen rund um die Uhr ein Anästhesist, ein Internist sowie mehrere besonders ausgebildete und qualifizierte Fachschwestern und Fachkrankenpfleger für die Versorgung der Patienten zur Verfügung. Intensive Pflege und der Einsatz von Apparaten und hochwirksamen Medikamenten sollen den schwerkranken Patienten die Genesung ermöglichen.

Typisch für die Intensivmedizin ist das Denken in Organfunktionen. Alle gefährdeten oder beeinträchtigten Organfunktionen sollen durch eine differenzierte Behandlung in angemessenem Ausmaß gesichert und entlastet werden. Häufig ist es zum Beispiel nötig, dass ein Patient dazu in künstlichem Koma gehalten und maschinell über einen Tubus beatmet wird. Auch müssen über verschiedene Schläuche mit speziellen Pumpen Medikamente zugeführt oder über Drainagesysteme Sekrete abgeleitet werden.

Nicht nur für den Patienten selbst, oft mehr noch für die Angehörigen stellt die Intensivtherapie eine Phase großer Belastung dar: vor allem, wenn die Heilung zögernd verläuft oder es zu Rückschlägen kommt. Das Ziel ist es, die kritische Krankheitsphase zu überwinden und dem Patienten ein möglichst normales Leben nach der Intensivstation zu ermöglichen.

Sollte aber Heilung nicht mehr möglich sein und sich die apparative Medizin auf der Intensivstation als sinnlos erweisen, müssen die eingreifenden Maßnahmen zurückgenommen werden. Dies umzusetzen bedeutet für alle Beteiligten, - Schwestern, Pfleger, Angehörige, Ärzte, - schwere und belastende Entscheidungen, die wir im größtmöglichen Konsens treffen. Richtschnur für ethische Entscheidungen ist der Patientenwille, oder, wenn der Patient sich nicht äußern kann, der mutmaßliche Patientenwille. Den zu ermitteln unternehmen wir große Anstrengungen. Oft sind über Tage hinweg viele ernste Gespräche nötig, bis der Weg erkennbar wird. Auch das Sterben zu begleiten ist eine Aufgabe der Intensivstation.

Besuche auf der Intensivstation

Die Besuchszeiten richten sich nach der Schwere des Falles und der Situation des Kranken. Bitte kommen Sie nach Möglichkeit nur zu den allgemeinen Besuchszeiten, weil auch die notwendigen Behandlungs- und Pflegemaßnahmen die Zeit und Konzentration des Pflegepersonals beanspruchen.

Sprechen Sie sich bitte untereinander ab, so dass nicht mehr als zwei Besucher gleichzeitig bei ihrem Angehörigen im Zimmer sind.

Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen die Intensivstation besuchen. Sie sollten Ihr Kind auf die außergewöhnliche Situation vorbereiten. Kinder unter sechs Jahren sollten nur ihre Eltern besuchen.

Bitte hinterlassen Sie uns Ihre Telefonnummer, unter der wir Sie bei Bedarf erreichen können. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie bei größeren Verwandtschaften eine Person bzw. ein Ehepaar als unsere Ansprechpartner bestimmen könnten.

Schließlich: Die Anästhesieabteilung organisiert und gewährleistet den Notarztdienst im Oberen Gäu.

Vom Rettungsstandort Herrenberg aus versorgt der Notarztwagen das südliche Kreisgebiet. Krankenhausärzte und externe Kollegen halten zusammen mit dem Rettungsassistenten vom DRK Böblingen die Einsatzbereitschaft 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr aufrecht und fahren täglich im Durchschnitt annähernd 5 Notarzteinsätze.

Zusammenfassend läßt sich sagen: Die weitgestreuten Aufgaben der Anästhesieabteilung haben alle das Ziel, die Vitalfunktionen zu sichern und den Schmerz zu bekämpfen.

In einer krisenhaften Situation, in der die Vitalfunktionen Atmung, Kreislauf und Bewußtsein eines Patienten beeinträchtigt oder gefährdet sind, muß der Anästhesist für Entlastung, Sicherheit und Schmerzfreiheit sorgen, damit die eigenen Heilungskräfte wieder die Oberhand gewinnen können.

Für weitere Auskünfte können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.