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Sonographie und Endosonographie 

Was bedeutet DEGUM–Zertifizierung?

Die Chefärztin der Gastroenterologie Frau Dr. med. Barbara John ist DEGUM Tutorin für Sonographie der Inneren Medizin und DEGUM Ausbilderin für Endosonographie.

Die DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Inneren Medizin) sichert einen besonders hohen Qualitätsstandard im Ultraschall, sodass in unserer gastroenterologischen Abteilung nach den Richtlinien der DEGUM geschallt wird.
Auf diese Weise wird ein besonders hoher Qualitätsstandard für eine qualifizierte Untersuchung erreicht.

Vorraussetzungen hierfür sind: Moderne Geräteausstattung mit High-End-Geräten, Erfahrung und ausreichende Untersuchungszeit. Die Ultraschall-Abteilung ist nach DEGUM zertifiziert. Desweiteren besteht eine interne Qualitätssicherung durch den permanenten Vergleich der Diagnosen mit radiologischen und histologischen Befunden.

Sonographie in der Gastroenterologie

Die Basis einer gastroentrologischen Abteilung ist auf schonende, elegante und kostengünstige Weise die Sonographie (Ultraschalluntersuchung), die einen der Schwerpunkte der Abteilung für Gastroenterologie/Onkologie und Palliativmedizin darstellt. Die Sonographie ist das häufigste benutzte bildgebende Verfahren, schmerzlos und ohne schädliche Strahlenbelastung oder anderweitige negative Folgen für den Patienten.

Bereits hiermit erfolgt eine Diagnosenlenkung in andere Fachabteilungen falls nötig bzw. mit entsprechend notwendiger weiteren Diagnostik und Therapie.
Es stehen hierfür modernste Hochleistungsgeräte mit allen Untersuchungsmöglichkeiten einschließlich der Doppler- und Farbdoppleruntersuchung, der Kontrastmittelsonographie, der Elastographie zur Messung der Lebersteifigkeit sowie der Endosonographie zur Verfügung.

Es erfolgen in der Gastroenterologie Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes, der Schilddrüse, des Thorax, der intraabominallen Gefäße und auch der Leistengefäße, der Weichteile etc.

Wir führen mittels der Sonographie ultraschallgezielte diagnostische und auch therapeutische Punktionen durch und können notwendige Gewebeproben entnehmen. Leberblindpunktionen und gezielte Leberpunktionen, wie z. B. Punktionen von Leberraumforderungen, sowie Abszessdrainagen, Zystenentleerungen und unter Umständen auch Verödungen bestimmter Tumore durchgeführt.

Es werden Radiofrequenz/ - oder Microwellenablationen einzelner Leberzellcarcinome oder einzelner Lebermetastasen unter sterilen Bedingungen durchgeführt.


Kontrastmittelsonographie

Es handelt es sich hierbei um winzigste Gas- oder Luftbläschen, die sich nach wenigen Minuten von selbst auflösen oder nach ca. 15 Minuten über die Lunge abgeatmet werden. Diese Bläschen dienen als Echosignalverstärker. Sie belasten weder Niere, noch Schilddrüse, aufgrund des unterschiedlichen Mechanismus  Im Vergleich zu den eher nebenwirkungsreicheren Röntgenkontrasmitteln und sie sind zudem noch jodfrei.

Hierbei sind sie gut verträglich, ohne Folgen für den Organismus und bis auf sehr seltene allergische Reaktionen frei von Nebenwirkungen.
Sie sind deshalb ohne Gefahr auch bei bekannten Jodallergien einsetzbar.
Es können bereits kleinste Leberraumforderungen, die im normalen Ultraschall nicht detektierbar sein können, abgegrenzt werden. Die Unterscheidung zwischen gut- und bösartig kann bereits mit hoher Treffsicherheit vorhergesagt werden. Raumforderungen können besser im entscheidenden Bereich der KM – Anreicherung punktiert werden, um für den Pathologen ein besonders aussagekräftiges Punktat zu gewinnen.

Auch kann das Kontrastmittel für die Bauchspeicheldrüse und die Nieren zur Tumordetektion eingesetzt werden.
Ebenfalls können damit Drainagen auf ihren korrekten Sitz überprüft werden, ohne besonderen Aufwand und ohne Schmerzen.

Besonderer Einsatz erfährt das Kontrastmittel in der Endosonographie der Bauchspeicheldrüse, um auch hier Tumore zu detektieren, bzw. gut von bösartigen Strukturen, auch in fraglich gutartigen Zysten der Bauchspeicheldrüse zu unterscheiden.


Endosonographie

Die Endosonographie des Gastrointestinaltraktes kann sowohl oral, also durch den Mund, ähnlich wie eine Magenspiegelung mit einem flexiblen Echoendoskop, als auch rektal, das heißt durch den Enddarm mittels einer starren Sonde, ca. 10 cm langen Sonde durchgeführt werden.

Der Patient ist hierbei sediert, schläft also tief durch entsprechende Medikamente, so dass er wie bei entsprechend anderen endoskopischen Untersuchungen nichts von dieser Untersuchung verspürt.
Es rerfolgt während der gesamten Untersuchung eine Überwachung des Herzkreislaufsystems mittels eines Monitors.

Der Arzt sieht bei dieser Untersuchung sowohl das endoskopische Bild, als auch das entsprechend zugehörige Ultraschallbild auf dem Monitor.
Je nachdem, um welche Fragestellung es sich handelt, muß man bei der oberen Endosonographie im Ösophagus, Magen oder Duodenum das entsprechend notwendige Ultraschallbild einstellen.

Hierbei überträgt die am Endoskop befindliche Ultraschallsonde (Radial- oder Sektorscanner der Endosonographie) das Bild auf den Monitor des Ultraschallgerätes.

Auf diese Weise kann ganz besonders hervorragend selbst nach Tumoren in der Bauchspeicheldrüse geschaut werden, die unter Umständen aufgrund ihrer kleinen Größe im CT oder MRT nicht detektiert werden können, was bei einer Größe von bereits 5 -8 mm der Fall ist bei sehr guter Auflösung des Ultraschallskopfes am Endoskop. Es können Bauchspeicheldrüsenzysten detektiert und besser eingeschätzt werden.

Es kann bereits eine Gefäßinfiltration eines Tumors dargestellt werden, die mit entscheidet, ob der Tumor noch operabel ist oder nicht. Es kann Kontrastmittel gegeben werden, mit welchem man bei der Endosonographie in der Bauchspeicheldrüse binnen weniger Minuten entscheiden kann, ob es sich um einen neuroendokrinen (also hormonproduzierenden Tumor), der sich dann stark und hypervaskulär (gefäßreich) mit Kontrastmittel anreichert, im Gegensatz zum Pankreascarcinom, welches sich nicht mit Kontrastmittel anreichert, unterschieden werden, ohne das es dem Patienten schadet, da es sich um das gleiche Kontrastmittel handelt wie bei der Sonographie und nichts mit den Röngtenkontrastmitteln zu tun hat.
 
Im Rahmen der Endosonographie, sowohl oral, als auch rektal ist dann eine Tumoreinordnung, z. B. im Sinne der Tiefenausdehnung bzw. der Tiefe des Wandschichtenbefalls in Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm oder Rektum möglich und damit die Entscheidung, ob ein Tumor oder Polyp endoskopisch oder operativ abgetragen werden kann. Es können entsprechende Lymphknoten um den Tumor herum sehr gut detektiert werden, die häufig mit der Eindringtiefe für das Stadium entscheidend sind und somit essentiell zur Therapieentscheidung eines kurativen oder palliativen Ansatzes einer Chemotherapie beitragen.

Rektal kann entschieden werden, ob der Sphinkterapparat mitbetroffen ist, wie es häufig bei einem unteren Rektumcarcinom der Fall sein kann, was wesentlich zur Therapie und des operativen Eingriffes mit und ohne neodajuvante Radiochemotherapie beiträgt.

Bei der rektalen Endosonographie wird eine starre Sonde max. 10 cm rektal eingeführt, ohne das dies Schmerzen verursacht. Dieser Eingriff kann problemlos in wachem Zustand und ohne Sedativa durchgeführt werden.
Ebenfalls lassen sich bei der rektalen Endosonographie Fistelverläufe, wie zum Beispiel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen darstellen.

Des weiteren wird die orale Endosonographie  sehr häufig genutzt, um winzigste Steine (Mikrolithen < 5 mm), im Gallengang, welche im normalen Ultraschall meist nicht eingesehen werden können, darzustellen.

Insofern ist hier die Endosonographie sehr richtunsgweisend für den Patienten, um zu entscheiden, ob der Patient dann zur Entfernung dieser Gallengangssteine eine ERCP (Gallengangs-, Bauchspeicheldrüsengangsspiegelung) benötigt oder nicht. Es erfolgt also somit über die Endosonographie hier eine sichere Diagnosestellung mit weitreichender Konsequenz, ob die ERCP notwendig ist oder nicht.
Ebenfalls werden nicht nur, wie bereits oben erwähnt, die Bauchspeicheldrüse und deren evtl. Tumoren hoch auflösend eingesehen, sondern es kann auch die Gradeinteilung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung dargestellt und deren Genese zum großen Teil geklärt werden.

Mögliche Pankreaspseudozysten oder einzelne Tumore können endosonographisch zum Zwecke der Diagnostik oder der Therapie transgastral oder transduodenal (also durch Magen – oder Duodenum punktiert werden).
Es werden bei uns auf diese Weise auch Abszesse punktiert und Drainagen von Innen in die symptomatische Zysten oder in Abszesse eingelegt. Desweiteren werden über größere Zugänge vom Magen ausgehend nekrotisierende und infizierte Pankreaspseudozysten in der Endoskopie ausgeräumt. Hierbei ist der Patient tief sediert unter Monitorüberwachung und spürt von dem Eingriff nichts. Er hat auf diese Weise mittels eines minimalinvasiven Eingriffs einen großen Profit.

Insgesamt handelt es sich bei der diagnostischen Endosonographie um eine sehr elegante und mit wenig Problemen behaftete Untersuchung, die den Patienten oft vor unnötig weiteren Eingriffen bewahrt.