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Aus dem Kreisklinikum Calw-Nagold 

13.12.2017

Beste Genesung zu Hause

Beteiligte ziehen positive Bilanz nach einem Jahr Patientenbegleitprojekt an den Kliniken Nagold

Ein Krankenhausaufenthalt ist immer ein schwieriges, einschneidendes Ereignis. Und mit stetig steigender Lebenserwartung haben ältere Menschen einen immer komplexeren Versorgungsbedarf, was gerade auch die Zeit nach einer stationären Behandlung in der Klinik betrifft. Zusätzlich zum bestehenden Versorgungsnetz, wie Pflegedienste oder Nachbarschaftshilfe, gibt es daher seit rund einem Jahr an den Kliniken Nagold ein ehrenamtliches Patientenbegleitprojekt, das Menschen den Weg zurück in die Selbständigkeit ebnen soll: 'Beste Genesung zu Hause', sozusagen eine Brücke von der Klinik in die eigenen vier Wände. Und die Bilanz der ersten zwölf Monate liest sich gut. 20 Begleitungen fanden bislang statt, jeweils verbunden mit viel Lob, Dank und Anerkennung seitens der Patienten für die ehrenamtlichen Patientenbegleiter. Ob sie dafür sorgten, dass am Entlasstag die Wohnung beheizt und der Kühlschrank gefüllt war, oder dass die nötigen Medikamente im Haus waren, dass die Patienten zu Nachsorgeterminen begleitet wurden oder der Koffer für die sich anschließende Reha gepackt wurde, die Liste der kleinen Hilfen im Alltag ist lang.

"Unser Projekt 'Beste Genesung zu Hause' versteht sich als Ergänzung zum bestehenden Versorgungsnetz in Nagold: als trägerunabhängiges, neutrales Zeitgeschenk und nicht als Dienstleistung", erläutert Dr. Dieter Möhle, Mitglied im Nagolder Stadtseniorenrat und als Mitinitiator eine der treibenden Kräfte in der Realisierung. „Für medizinische und pflegerische Belange sowie die Haushaltsführung gibt es ambulante Dienste, doch ist es für Rekonvaleszenten oft ebenso wichtig, ein offenes Ohr zu finden für ihre Sorgen, Ängste, Hoffnungen und Pläne. Vor allem bei alleinstehenden älteren Menschen kann es für die Genesung wichtig sein, anfangs jemanden an der Seite zu haben, der nach ihnen schaut, ihnen Gesellschaft leistet und dabei hilft, zu ihrer alten Selbstständigkeit zurückzufinden.“ Mittlerweile sind 15 Ehrenamtliche im Gemeinschaftsprojekt des Stadtseniorenrates Nagold, der Kliniken Nagold, der Stadt Nagold und des Kreises Calw aktiv und die meisten Regionen rund um Nagold damit gut abgedeckt. „Lediglich im Bereich Haiterbach sind wir noch nicht wirklich gut aufgestellt, aber grundsätzlich suchen wir natürlich noch generell nach weiteren Unterstützern im südlichen Landkreis, um das Projekt im zweiten Jahre weiter wachsen zu lassen“, so Möhle, der für 2018 monatlich rund drei bis vier Begleitungen anstrebt.

Durch die veränderten familiären und sozialen Strukturen erfüllt das System Familie nicht mehr generell die Funktion als emotionale Stütze und Hilfs- und Versorgungsmodell im Rahmen einer früher selbstverständlichen Generationensolidarität. „Ohne soziales Netzwerk haben daher immer mehr Menschen große Schwierigkeiten, sich selbstständig zu Hause zu versorgen – vor allem dann, wenn nach einem Klinikaufenthalt keine Pflegebedürftigkeit vorliegt und eine kassenfinanzierte, ambulante Versorgung zu Hause deshalb nicht angezeigt ist“, weiß auch Nicole Kleist zu berichten. Als erfahrene Case Managerin an den Kliniken Nagold koordiniert sie das Entlassmanagement vor Ort und kann so die Begleiteinsätze je nach Bedarf steuern und ihren Patienten zusätzlich zu den nachwievor bestehenden, professionellen Hilfs- und Nachbetreuungsangeboten eine weitere helfende Hand bis in die eigenen vier Wände reichen.  „Theoretisch hätten wir monatlich rund 15 potentielle Patienten, die Unterstützung oder manchmal auch nur ein offenes Ohr für aufmunternde Gespräche bräuchten – aber nicht jedem fällt es leicht, die angebotene Hilfe auch wirklich anzunehmen.“ Unwissenheit, Stolz oder einfach nicht zur Last fallen wollen sind nur einige der Gründe, warum ältere Menschen die ehrenamtliche Unterstützung oftmals noch ablehnen. Um das Eis zu brechen und Ängste abzubauen, findet ein erstes Gespräch zum Kennenlernen des potentiellen Begleiters deshalb bereits in der Klinik statt. Dabei wird auf Wunsch auch gleich der erste Besuchstermin vereinbart. „Die Chemie muss stimmen, das ist uns sehr wichtig. Und es ist alles freiwillig. Wenn jemand nach reiflicher Überlegung und den Rücksprachen keine Unterstützung wünscht, weil er vielleicht auch noch einen Nachbarn gefunden hat, der einspringt, ist das auch mehr als legitim“, betont Kleist. Wie lang die Begleitung dauert und wie häufig die ehrenamtlichen Mitarbeiter kommen, richtet sich letztendlich nach dem individuellen Bedarf. Ziel im Jahr zwei nach Gründung ist es jetzt, das Angebot noch breiter publik zu machen. „Diejenigen, die den Service bislang genutzt haben, berichten durchweg von positiven Erfahrungen“, erzählt Möhle und möchte Menschen die Scheu nehmen, das Angebot zu akzeptieren. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Patienten davon profitieren, wenn sie sich darauf einlassen. Unsere Ehrenamtlichen sind sehr engagiert und begleiten Sie gerne zurück von der Klinik in die Selbstständigkeit – bei Bedarf sogar auch jetzt über die anstehenden Weihnachtstage.“

„Beste Genesung zu Hause“ ist ein Projekt des Stadtseniorenrats Nagold, der Kliniken Nagold, der Stadt Nagold und des Kreises Calw für alleinstehende Menschen aus Nagold und Umgebung, die sich im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt jemanden an ihrer Seite wünschen, der sich während ihrer weiteren Gesundung um sie kümmert. Das Angebot ist kostenfrei, auf bis zu vier Wochen begrenzt und deckt neben erster praktischer Hilfe in Alltagsdingen auch den psychosozialen Bereich ab. Ist mehr Unterstützung erforderlich oder sind pflegerische Leistungen notwendig, sind selbstverständlich professionelle Pflegedienste gefragt. Das Projekt wird finanziert aus Spenden, vom Kreis Calw, der Stadt Nagold und aus Mitteln der sozialen und privaten Pflegeversicherung nach § 45d SGB XI. Ehrenamtliche Patientenbegleiter erhalten jeweils vorab mittels Schulung das nötige Rüstzeug und Hintergrundwissen für ihre Aufgabe. Regelmäßige Fortbildungen, bei Bedarf Supervisionen, sowie Hospitation in der Klinik und Rücksprachen in der Projektgemeinschaft geben zudem Sicherheit und Rückhalt. Fahrtkosten können die Patientenbegleiter für ihre Einsätze ersetzt bekommen.

Kontakt bei Interesse:
Dr. Dieter Möhle
Stadtseniorenrat Nagold
bestegenesung-nagold@gmx.de

Spendenkonto:
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN DE88 6665 0085 0004 3042 50

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