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Harnblase 

Harnblasenkarzinom:

Mit ca. 12.000 Neuerkrankungen /Jahr in Deutschland ist das Harnblasenkarzinom für 3,5% aller Krebstodesfälle verantwortlich. Es ist der zweit häufigste Tumor des Urogenitalsystems. Männer sind vier mal häufiger betroffen als Frauen. Die Hälfte der betroffenen Patienten sind bei Diagnosestellung älter als 70 Jahre.

Auffällig wird das Harnblasenkarzinom in der Regel durch Blut im Urin, ohne dass dabei Schmerzen auftreten. Häufiger Harndrang gehört meistens auch dazu.
Tritt Blut im Urin auf, wird der Tumor durch eine Blasenspiegelung beim Urologen entdeckt. Der nächste Schritt ist dann eine histologische Sicherung durch eine Operation, bei der durch die Harnröhre hindurch das Gewächs abgetragen wird = TUR-Blase.

In Abhängigkeit von der Tiefe der Tumorinfiltration in die Schleimhaut der Harnblase sind gegebenenfalls weitere Schritte erforderlich. Oberflächliche Tumore können erneut auftreten und müssen durch eine drei monatliche Blasenspiegelung beim Urologen nachgesorgt werden. Beginnt der Tumor in oberflächliche Muskelschichten einzubrechen muss erneut gehobelt werden um sicher zu sein, dass er nicht in die Blasenwand einbricht. In bestimmten Fällen ist eine Chemo- oder Immuntherapie, die in die Blase instilliert wird hilfreich.

Bricht der Tumor in die tieferen Muskeln der Blasenwand ein besteht die Gefahr der Metastasierung. Häufig muss dann die gesamte Harnblase entfernt werden. Dabei werden dann auch die entsprechenden Lymphknoten der Harnblase entfernt.

Moderne Operationstechniken erlauben heute eine Harnableitung über eine neu aus Dünndarm geformte Ersatzblase (Neoblase). Diese Operationstechnik ist auch bei Frauen möglich.

Mit jeder Patientin und Patient wird ausführlich über die Möglichkeiten und Risiken gesprochen. Einfachere Harnableitungen werden durch die Anlage eines Ileum-Conduit (die Harnleiter werden in ein kurzes Stück Darm eingepflanzt, welches im rechten Unterbauch in die Haut eingenäht wird) umgesetzt. Der Urin läuft dann in einen Beutel ab, der über den künstlichen Urinausgang (Stoma, s.a. Stomapflege) geklebt wird.

Harninkontinenz

Harninkontinenz, d.h. das Unvermögen den Urin zurückzuhalten, ist ein volkswirtschaftlich bedeutendes Problem. Ca. 3,7 Mio. Menschen in Deutschland brauchen eine Behandlung od. Versorgung wegen Inkontinenz. Inkontinenz ist die häufigste Diagnose zur Aufnahme in ein Pflegeheim. 2 Mrd. Euro/Jahr geben Krankenversicherungen für die ambulante Behandlung und Versorgung von Inkontinenzpatienten aus. (In USA 16,4 Mrd. $) Die gleiche Summe wird in Pflegeheimen benötigt.

Inkontinenz ist behandelbar. Allerdings sprechen nur 30% der Betroffenen ihren Arzt darauf an.

Es gibt verschiedene Formen der Harninkontinenz, die jeweils unterschiedlich behandelt werden müssen. Meistens sind mehrere Untersuchungsschritte erforderlich, um die Inkontinenz richtig beurteilen zu können. Zur Behandlung stehen heute speziell auf die Harnblase einwirkende Medikamente zur Verfügung, die die Inkontinenz deutlich bessern, oder sogar ganz heilen können. Zum anderen gibt es minimal invasive Operationstechniken, mit denen eine Beckenbodenschwäche korrigiert werden kann.