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Hoden 

Hodentumoren:

Die jährliche Neuerkrankungsrate in Deutschland beträgt bei den Hodentumoren ca. 4 von 100000 Männern. Es betrifft die Altersgruppe der 20-35 jährigen.
Risikofaktoren sind Hodentumore bei erstgradigen Verwandten (Vater, Bruder), Hodenhochstand im Kindsalter auch wenn dieser operativ behandelt wurde, weiterhin wenn bereits auf der Gegenseite einmal ein Hodentumor vorlag.

Das häufigste Erstsymptom ist eine schmerzlose Vergrößerung des Hodens oder eine tastbare Verhärtung.

Bei klinisch eindeutigem Verdacht auf einen Hodentumor erfolgt die Entfernung des Hodens über einen Schnitt in der Leiste, gegebenenfalls wird bei unklaren Befunden eine Freilegung des Hodens mit sofortiger Untersuchung von Tumorgewebe durch einen Pathologen durchgeführt und danach das weitere Vorgehen entschieden.

Zur weiteren Ausbreitungsdiagnostik sind Ultraschall, weiterhin die Computertomographie der Lunge (Thorax) und des Bauches (Abdomen) sowie Laboruntersuchungen des Blutes (Tumormarker) Standart.

Nach Erhalt der mikroskopischen Untersuchung (Histologie) und Vervollständigung der Ausbreitungsdiagnostik erfolgt die Festlegung des weiteren Vorgehens. Durch Bestrahlung, Chemotherapie und ggf. operative Entfernung von Tochtergeschwülsten sind Heilungsraten bis zu 98% möglich. Damit sind Hodentumoren die am besten behandelbare Krebserkrankung.
In unserer Abteilung führen wir sämtliche Therapien bis auf die Bestrahlung durch. Unser Vorgehen orientiert sich streng an den Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft sowie der Arbeitsgruppe Hodentumoren der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie.

Bei komplexen Fällen besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Tumorzentrum der Universitätsklinik Tübingen, ggf. werden Patienten auch in laufende klinische Studien zur Verbesserung der Therapieerfolge eingebracht.
Die Nachsorge erfolgt entweder beim einweisenden niedergelassenen Urologen oder in unserer Ambulanz.

Entzündungen von Hoden und Nebenhoden:

Nebenhodenentzündungen (Epididymitis) treten meist beim älteren Mann über 60 Jahre durch Prostatavergrößerung, Harnröhrenverengung, bei Dauerkatheterträgern oder nach instrumenteller Diagnostik (Blasenspiegelung, Katheterismus) auf. Bei jungen Männern können sie auch Folge einer sexuell übertragenen Infektion sein. Symptome sind meist Schmerzen und Schwellung sowie eine Rötung des Hodens. Dies ist auch häufig verbunden mit Schmerzen beim Wasserlassen durch eine begleitende Harnwegsinfektion. Die Behandlung erfolgt lokal entzündungshemmend sowie durch Antibiotikagabe. Bei Bildung eines Eiterherdes (Abszess) kann auch eine Operation notwendig werden.

Hodenverdrehung (Hodentorsion):

Eine Nebenhodenentzündung muss immer von einer Verdrehung des Hodens (Torsion) unterschieden werden, bei der eine Operation dringlich notwendig ist. Eine Hodentorsion kommt meist im Alter von 8-15 Jahren vor. Symptome sind rasch auftretende starke Schmerzen am Hoden ohne Verletzung oder weitere Begleiterscheinungen. Eine baldige Vorstellung innerhalb von 6 Stunden nach auftreten der Schmerzen in unserer Ambulanz oder beim diensthabenden Urologen ist notwendig.

Krampfader am Hoden (Varikozele):

Eine Krampfader am Hoden entsteht meist linksseitig aufgrund fehlender oder fehlerhaften Venenklappen mit dadurch folgendem Rückstau des Blutes. Dies macht meist nur wenig Beschwerden kann aber bei jungen Männern zur Einschränkung der Zeugungsfähigkeit führen. Wenn eine operative Therapie notwendig ist erfolgt dies bei uns durch einen kleinen Schnitt am Unterbauch und Durchtrennung der wegführenden Venen. Der stationäre Aufenthalt beträgt hierfür 3-4 Tage.

Hodenwasserbruch (Hydrocele):

Es kann meist im höheren Alter zu Wassereinlagerungen in den Hodenhüllen kommen. In Extremfällen können so bis doppeltfaustgroße Schwellungen entstehen. Die Ursachen hiefür sind unbekannt, es werden Lymphabflussstörungen vermutet. Soll eine operative Therapie erfolgen dann wird dies bei uns im Rahmen eines stationären Aufenthaltes von 5-6 Tagen durchgeführt.

Unerfüllter Kinderwunsch:

Die Ursachen beim Mann bei unerfülltem Kinderwunsch sind vielfältig und komplex. Die Abklärung erfolgt meist ambulant, hierfür können spezielle Termine außerhalb der normalen Sprechstunden vergeben werden. Es erfolgen körperliche Untersuchung sowie Ultraschall und Bestimmung der Samenqualität, weiterhin Laboruntersuchungen.