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Kinderurologie 

Bei Kindern über 2 Jahre wird in unserer Anästhesieabteilung eine Narkose gemacht. Deshalb werden typische urologische Fehlbildungen erst ab diesem Alter operiert. Hierzu gehört der

Hodenhochstand = Kryptorchismus:

Bei 3-6% der Jungen ist der Hoden bei der Geburt nicht bis in den Hodensack gewandert. Schuld daran sind verkürzte Muskelfasern, die den Hoden im Leistenkanal halten. Durch die Überwärmung kommt es zur Unfruchtbarkeit. Auch die Krebsgefahr solcher Hoden ist deutlich erhöht.

Bis zum 10. Lebensmonat sollte mit einer Hormonbehandlung begonnen werden um den Hoden zum weiteren absinken zu stimulieren. Bis zum zweiten Lebensjahr muss der Hoden im Hodensack sein. War die medikamentöse Hormonbehandlung ohne Erfolg werden bei einer Operation alle verkürzten Muskelfasern des Samenstranges durchtrennt um genügend Länge zur Verlagerung des Hodens in den Hodensack zu erreichen. Die Blutgefäße und der Samenleiter werden dabei exakt geschont.

Vorhautenge (=Phimose):

Bei Geburt ist bei 4% der Jungen die Vorhaut zurückstreifbar. Nach 6 Monaten bei 20%, mit 3 Jahre bei 90%. Mit 17 Jahre können 1% der Männer die Vorhaut nicht zurückstreifen.

Dadurch treten häufig Infektionen, Beschwerden beim Wasser lassen, Schwellungen und Rötungen der Vorhaut auf. Peniskarzinome sind bei Juden und Moslems nahezu unbekannt, weil im frühen Kindesalter eine Beschneidung der Vorhaut erfolgt.

Um die Vorhaut zu weiten kann mit einer Kortisonsalbe zweimal pro Tag für 4 Wochen behandelt werden. In 10-30% tritt die Enge allerdings wieder auf. Die häufigste und weltweit am meisten durchgeführte Methode ist die Beschneidung der Vorhaut = Circumcision. Hierbei wird die überschüssige Vorhaut (vor allem das innere Blatt) komplett entfernt. Anschließend liegt die Eichel frei.

Harnröhrenfehlbildungen = Hypospadien:

werden so korrigiert, dass die Harnröhre an der Spitze des Penis endet. Hierfür gibt es verschieden Techniken, welche individuell besprochen werden müssen.

Vesikoureterorenaler Reflux:

Bei der Abklärung von fieberhaften kindlichen Harnwegsinfekten findet man in 30% eine Fehlmündung des Harnleiters in die Blase. Dadurch kann Urin von der Blase in die Niere gespült werden (= Reflux), was zu solchen fieberhaften Infekten führt. Viele Fälle kann man durch Medikamente (Antibiotika zur Nacht) solange behandeln, bis es durch das Größenwachstum des Kindes zu einem natürlichen Ventilmechanismus in der Blasenwand kommt. Wächst sich diese Fehlmündung nicht aus, oder kommt es trotz Medikamente zu erneuten Infektionen muss der Harnleiter so in die Blasen neu eingepflanzt werden, dass der natürliche Ventilmechanismus nachgebildet wird. Die Infektionen hören dann auf.