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Nieren 

Nierentumore:

Die Neuerkrankungsrate liegt bei den Nierentumoren in Deutschland bei 9 Fällen pro 100000 Einwohner, das entspricht 11000 Neuerkrankungen im Jahr. Männer sind 1,5 mal häufiger betroffen als Frauen. Das maximale Auftreten liegt bei Menschen um das 60 Lebensjahr. Ursachen für Nierentumore sind das Rauchen, Übergewicht und hormonelle Faktoren. Weiterhin chronische Niereninsuffizienz und genetische Faktoren, das heißt Vererbung.

Symptome von Nierentumoren sind Blut im Urin, später ein tastbarer Tumor in der Flanke oder Schmerzen in der Flanke und Beschwerden durch Tochtergeschwülste. Heutzutage werden Nierentumoren meist als Zufallsbefund bei Ultraschalluntersuchungen oder in der Computertomographie entdeckt. Durch die weite Verbreitung des Ultraschalls hat sich eine Verschiebung des Zeitpunktes der Entdeckung der Tumoren zu den früheren Stadien hin ergeben. Somit können heute mehr Patienten durch eine Operation geheilt werden da die Tumoren häufiger noch auf die Niere begrenzt sind.

Früher wurden alle Nierentumoren durch eine Schnittoperation an der Flanke entfernt, heute können wir in Nagold einen Grossteil der Tumoren durch Schlüssellochchirurgie (siehe auch laparoskopische Operationen) behandeln. Dies wird ausführlich mit dem Patienten am Tag vor der Operation anhand der vorliegenden Befunde besprochen und entschieden.

Der stationäre Aufenthalt ist bei offener Operation um 10 Tage, bei laparoskopischer Operation 5-7 Tage je nach Heilungsverlauf.

Sollten Tochtergeschwülste (Metastasen) vorliegen so kann dennoch eine operative Entfernung den Niere sinnvoll sein. Zur weiteren Behandlung gibt es in bundesweit noch keine etablierte Chemotherapie. Unsrerseits besteht daher ein enger Kontakt mit dem interdisziplinären Tumorzentrum der Universität Tübingen (www.itz-tuebingen.de), wo über die beste Vorgehensweise, unter anderem das Einbringen von Patienten in klinische Studien, entschieden wird.

Fehlbildungen an der Niere und Harnleiter:

Es gibt von Geburt an bestehende Engstellen am Harnleiter die im Erwachsenenalter Beschwerden durch einen Urinrückstau in die Niere machen können (Harnleiterabgangsenge).
Sollte die Nierenfunktion gut sein und die Beschwerden eine Operation notwendig machen, so wird dies in unserer Abteilung durch eine laparoskopische Operation durchgeführt. Die Vorgehensweise wird ausführlich mit den Patienten anhand der vorliegenden Befunde und Röntgenbilder besprochen, ggf. müssen zuvor noch weitere Untersuchungen erfolgen. Der stationäre Aufenthalt dauert hierbei um 6 Tage.

Nierenzysten:

Von Geburt an bestehende oder erworbene Zysten an der Niere können in seltenen Fällen durch ihre Größe Schmerzen in der Flanke verursachen oder zu Verdrängungen des Nierenbeckens führen und dadurch die Niere schädigen. Eine Entartung der Zysten ist selten und kann meist durch vorherigen Ultraschall oder Computertomographie ausgeschlossen werden.
Diese Zysten werden an unserer Abteilung durch laparoskopische Operationen entfernt. Hierfür ist ein stationärer Aufenthalt von 4-5 Tagen notwendig. 

Nieren- und Harnleitersteine:

Steinerkrankungen sind in Deutschland eine Volkskrankheit. 5% der westeuropäischen Bevölkerung sind Steinträger, d.h. 500 pro 100000 Einwohner. Das Verhältnis Männer/Frauen beträgt 4:1, der Häufigkeitsgipfel liegt um das 35 Lebensjahr. Wenn einmal ein Nierenstein vorlag dann ist das Risiko erneut einen Stein zu bekommen 50%.
Die Symptome sind meist kolikartige Schmerzen in der Flanke, blutiger Urin oder immer wiederkehrende Harnwegsinfektionen.

An unserer Abteilung werden alle aktuellen Möglichkeiten der Steintherapie durchgeführt. Welche für den individuellen Patienten die erfolgversprechendste ist wird in Zusammenarbeit mit den einweisenden Urologen und dem Patienten ausführlich besprochen.

  • Konservative Therapie: ein Grossteil der Harnleitersteine sind spontan abgangsfähig. Durch entsprechende Infusions- und Schmerztherapie sowie körperliche Bewegung kann das abgehen der Steine auf natürlichem Wege beschleunigt und gefördert werden. Je nach ihrer Zusammensetzung lassen sich bestimmte Steinarten auch medikamentös auflösen, die Patienten erhalten hierzu genaue Anleitungen zur Dosierung der Medikamente sowie weitere Informationen zur Lebensführung und Ernährung.
  • ESWL = Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (berührungsfreie Steinzertrümmerung durch Stosswellen von außen):

In einer leichten Narkose wird die ESWL in unserer Abteilung alle 14 Tage mit einer mobilen Maschine neuester Bauart durchgeführt. Die Behandlung dauert im allgemeinen 20 Minuten, die Patienten werden Freitags ambulant Untersucht und aufgeklärt und kommen dann am Montag nüchtern zur Behandlung. Die Entlassung erfolgt dann im Normalfall am Mittwoch. Bei kleineren Steinen ist eine Behandlung ausreichend und die zertrümmerten Reste gehen dann auf normalem Weg ab, bei größeren Steinen kann eine Wiederholungsbehandlung notwendig werden. 

  • PCN = perkutane Nephrolithotripsie ( Zertrümmerung von Nierensteinen durch einen kleinen Schnitt an der Flanke):

Bei größeren Steinen die eine Mehrfachbehandlung durch ESWL notwendig machen würden kann durch vorschieben eines Instrumentes in Narkose über einen kleinen Flankenschnitt ein Stein komplett unter Sicht zertrümmert und entfernt werden. Hier ist ein stationärer Aufenthalt von 5 Tagen nötig.     

  • TUUL = transurethrale Ureterolithotripsie (Zertrümmern von Harnleitersteinen durch Spiegelung von Harnblase und Harnleiter):

Bei Harnleitersteinen, die festsitzen und den Urinabfluß aus der Niere in die Blase behindern, können diese in Narkose durch Harnleiterspiegelung unter Sicht mit dem Laser zertrümmert und entfernt werden. Der stationäre Aufenthalt dauert im allgemeinen 4 Tage bei sehr guter Steinfreiheitsrate.

  • Sehr große Nierensteine und Nierenbeckenausgusssteine werden heute noch in sehr seltenen Fällen durch eine offene Operation von der Flanke aus entfernt. Der stationäre Aufenthalt dauert bei komplikationslosem Verlauf um 10 Tage.