

Zur Attraktivität einer Region gehört nicht zuletzt durch den demographischen Wandel in zunehmendem Maße die flächendeckende medizinische Versorgung. So stellt sich der Klinikverbund Südwest mit dem Bekenntnis zur Ausbildung junger Ärzte ganz bewusst gegen den wachsenden Medizinermangel. Die Kliniken Nagold sind beispielsweise seit März 2011 offiziell akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen. Nagold ist damit nach Sindelfingen und Böblingen der dritte Standort im Klinikverbund Südwest, der den Status eines solchen akademischen Lehrkrankenhauses erhielt. Seither können – zusätzlich zum umfangreichen Ausbildungsangebot am Klinikum Sindelfingen-Böblingen – zunächst bis zu sechs Studierende der Medizinischen Fakultät Tübingen ihr Praktisches Jahr auch in Nagold absolvieren.
Der Mangel an qualifizierten Medizinern gilt aber sowohl für den klinischen, wie für den niedergelassenen Bereich. Der Landesverband des Hausärzteverbandes rechnet damit, dass bis zum Jahr 2012 zwischen 20 und 30 Prozent der niedergelassenen Ärzte Baden-Württembergs altersbedingt ihre Praxis aufgeben werden. Vor allem in ländlichen Gebieten wie dem Schwarzwald, zunehmend aber auch in städtischen Ballungszentren wie der Region Sindelfingen/Böblingen bzw. dem ganzen Landkreis Böblingen werden Nachwuchsmediziner dringend gesucht.
Die Kreisärzteschaften wie auch der Klinikverbund Südwest sind intensiv um eine kontinuierlich gute und zeitgemäße Versorgung der ihnen anvertrauten Patienten bemüht. Um dem drohenden Mangel an Allgemeinmedizinern entgegen zu wirken, unterzeichnete der Verbund daher mit einzelnen Kreisärzteschaften und der Landesärztekammer Kooperationsverträge zur Verbundweiterbildung „Allgemeinmedizin“. Ziel ist die curriculare Strukturierung einer Weiterbildung von Assistenzärzten zum Facharzt für Allgemeinmedizin.
„Bereits heute ist absehbar, dass die Praxisnachfolge zunehmend zum Problem wird, wenn nicht Maßnahmen dagegen durch politische Weichenstellungen und vor allem auch durch Aktivitäten zwischen den Ausbildern untereinander angekurbelt werden. Daher sehen wir uns hier auch in der Pflicht“, unterstreicht Dr. Elke Frank, Geschäftsführerin des Klinikverbundes Südwest die Bedeutung der Kooperation. „Neue Ausbildungsmodelle und -konzepte können hier wirksam gegensteuern.“
Jedes Curriculum orientiert sich an den Vorgaben der geltenden Weiterbildungsverordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg für den Facharzt für Allgemeinmedizin, welche eine 60-monatige Ausbildung vorsehen. Auf Basis der Kooperationsvereinbarung zwischen Krankenhaus und Praxis wird angehenden Allgemeinmedizinern ein koordiniertes Gesamtpaket angeboten. 36 Monate der Ausbildung können so am Klinikum und 24 Monate in den kooperierenden Praxen der Weiterbildungsverbünde absolviert werden. Der klinische Teil wird größtenteils in den Fachbereichen Innere Medizin (Kardiologie, Gastroenterologie, Onkologie, Nephrologie), Allgemeine Chirurgie und Unfallchirurgie abgeleistet. Zudem werden je nach Klinik Wahlfächer wie Neurologie, Orthopädie, Urologie, Anästhesie, Radiologie und Geriatrie angeboten.
Die stationäre Ausbildung an einem Haus sowie die garantierte anschließende ambulante Weiterbildung innerhalb der Region geben Bewerbern maximale Planungssicherheit auch im Hinblick auf die privaten Begleitumstände wie z. B. die Familienplanung. Der Vorteil für Klinik und Praxen liegt ebenfalls auf der Hand: Während die niedergelassenen Hausärzte die gesuchten Praxis-Nachfolger selbst ausbilden, entstehen für das Krankenhaus potentielle Einweiser, die mit der Gesundheitslandschaft in ihrer Ausbildungsregion bestens vertraut sind. Finanziell gefördert wird das Ausbildungsmodell in der stationären Weiterbildungsphase von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, in der ambulanten Weiterbildungsphase von der Kassenärztlichen Vereinigung.
Weiterbildungsverbünde gibt es in folgenden Regionen/Kliniken:
Sindelfingen / Böblingen | (Curriculum als PDF-Download)
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Calw / Nagold | (Curriculum als PDF-Download)
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Herrenberg | (Curriculum als PDF-Download)
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Leonberg | (Curriculum als PDF-Download)
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