Grafik: MRT

Röntgen, CT, MRT

Nuklearmedizin

Die Nuklearmedizin umfasst die Darstellung von Organen durch die Injektion radioaktiv markierter Substanzen.

In der nuklearmedizinischen Diagnostik werden den Patienten radioaktive Arzneimittel (sogenannte Radiopharmaka) verabreicht, die sich kurzfristig in Organen oder Geweben des Menschen anreichern. Sie sind auf Grund ihrer Radioaktivität mit geeigneten Messgeräten von außen in ihrer zeitlichen und räumlichen Verteilung im Körper nachweisbar und werden so sichtbar gemacht.

Die in der Nuklearmedizin eingesetzten diagnostischen Kamerasysteme zeichnen sich in der Regel durch eine sehr offene Bauart aus, so dass die Untersuchungen auch ohne „beklemmendes Gefühl“ gut toleriert werden. Je nach Organsystem werden gezielte Einzelaufnahmen, Ganzkörperaufnahmen, Schnittbildaufnahmen oder Serienaufnahmen zur Erfassung von Funktionsabläufen (beispielsweise der Nierenfunktion) angefertigt.

Beispiele für Untersuchungsmöglichkeiten

  • Knochenszintigrafie bei rheumatischen oder entzündlichen Knochenerkrankungen, nach orthopädischen Gelenkeingriffen oder auch bei Tumorerkrankungen
  • Schilddrüsendiagnostik
  • Nebenschilddrüsenuntersuchung
  • Nierenfunktionsuntersuchungen
  • Lungenszintigrafien bei Patienten, die kein Kontrastmittel für ein CT erhalten dürfen und bei denen der Verdacht auf eine Lungenembolie besteht

 Anders als bei anderen bildgebenden Verfahren stört Metall im Körper nicht. Dementsprechend dürfen sich auch Patienten mit Herzschrittmacher einer Szintigrafie unterziehen. Schwangere dürfen nur in Ausnahmefällen untersucht werden. Stillende dürfen sich einer Szintigrafie unterziehen, sollten allerdings anschließend das Stillen für 48 Stunden unterbrechen.

Nachdem das radioaktive Medikament gespritzt wurde, sind je nach zu untersuchendem Organ Wartezeiten zwischen wenigen Sekunden (Nieren) bis zu 3 Stunden (Knochen) einzuhalten. Die Aufnahmen erfolgen dann im Liegen, auch hier variiert die Aufnahmezeit je nach Untersuchung zwischen wenigen Minuten (Schilddrüse) bis zu einer Stunde (Nieren). Während der ganzen Untersuchungszeit besteht Sichtkontakt zwischen Patienten und Arzt.

Die radioaktive Substanz wird anschließend über die Nieren ausgeschieden. Zum anderen klingt die Radioaktivität selbst im Rahmen des Zerfalls ab – bei den von uns eingesetzten Mitteln halbiert sich die Strahlung alle sechs Stunden.

Patienten sollten im Anschluss viel trinken, um die Ausscheidung des Radionuklids zu beschleunigen. Insbesondere nach Untersuchung des Knochens sollte der enge Kontakt zu Schwangeren oder kleinen Kindern für 24 bis 48 Stunden vermieden werden.

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Dr. med. Jens Schneider (EBIR, MHBA)

Fachzentrum für Radiologie Leonberg-Böblingen

Böblingen

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Dr. med. Manfred Grünke

Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin

Nagold