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Der Klinikverbund Südwest (KVSW) zählt zu den größten und leistungsfähigsten kommunalen Gesundheitseinrichtungen in Süddeutschland. Wie das gesamte deutsche Krankenhaussystem steht auch der KVSW vor großen Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel, Qualitätsvorgaben und Kostendruck. Im Zuge der laufenden Neuausrichtung spielt die Medizinkonzeption 2030 eine entscheidende Rolle.

Der Aufsichtsrat des Klinikverbunds Südwest (KVSW) hat sich daher im Rahmen einer Klausurtagung Anfang Juli 2023 darauf verständigt, die Medizinkonzeption 2030 wie in einem Fachgutachten der Beratungsfirma Lohfert & Lohfert Anfang Juli vorgeschlagen, weiter zu verfolgen. Die Kreistage der Trägerlandkreise Böblingen und Calw haben in ihren Sitzungen am 18. Dezember 2023 die Medizinkonzeption 2030 beschlossen. Zudem haben beide Kreistage den Beschluss gefasst, die Klinikgesellschaften beider Landkreise in einer gemeinsamen Gesellschaft zu fusionieren. Dies ist ein wegweisender Schritt in der laufenden Neuausrichtung des KVSW und schafft die Grundlage dafür, den Klinikverbund zukunftsfähig aufzustellen und langfristig in öffentlicher Trägerschaft zu erhalten.

Bis zum 30.09.2023 waren interne und externe Interessengruppen eingeladen, ihre Stellungnahmen und Anregungen zur Medizinkonzeption einzureichen. Die schriftlichen Stellungnahmen sowie zahlreiche Fragen und Ideen sind in im Rahmen des Dialog- und Einbindungsprozesses in die Gremienberatungen eingegangen. Parallel hat der Klinikverbund zahlreiche Gesprächstermine mit Interessenvertretern, Betroffenen und Kooperationspartnern geführt, um die Planungen der Medizinkonzeption 2030 zu erklären und Anregungen aufzunehmen. Häufige Fragen, die zum aktuellen Zeitpunkt bereits beantwortet werden können, werden auf dieser Seite veröffentlicht.

Kontakt:
medizinkonzeption@klinikverbund-suedwest.de

FAQ - Häufige Fragen

Die Rahmenbedingungen für Krankenhäuser gestalten sich seit Jahren immer schwieriger. Der Fachkräftemangel, die zunehmende bundespolitisch forcierte Ambulantisierung und die stetig steigenden Qualitäts- und Strukturvorgaben, aber auch das enorme finanzielle Defizit zwingen den Verbund zum Handeln. Wenn wir die Gesundheitsversorgung der Region langfristig in öffentlicher Trägerschaft sichern wollen, müssen wir jetzt handelnden Verbund transformieren und für alle Standorte eine Perspektive entwickeln.

Mit der vorliegenden Medizinkonzeption 2030 auf Basis der Erkenntnisse des Fachgutachtens von Lohfert & Lohfert wollen wir sicherstellen, der Bevölkerung auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige, hochmoderne Medizin und Notfallversorgung für unser gesamtes Einzugsgebiet bieten zu können.

Die Beratungsfirma Lohfert & Lohfert hat ein Fachgutachten vorgelegt, das im daran anschließenden Dialog- und Einbindungsprozess mit den Interessensgruppen und Entscheidungsgremien beraten, weiterentwickelt und ausgearbeitet wird.

  • Das Flugfeldklinikum soll mit der Ergänzung einer Neurochirurgie und Neuroradiologie für die interventionelle Schlaganfallversorgung zum Maximalversorger ausgebaut werden, stets eng verzahnt mit allen anderen Standorten im Verbund.
  • Der Standort Nagold wird zum umfassenden Schwerpunktversorger weiterentwickelt mit einer erweiterten Notfallversorgung und zusätzlichen gynäkologischen und geburtshilflichen Leistungen.
  • Der Standort Calw und der Standort Leonberg fungieren als verlässliche Grund- und Regelversorger mit einer Basisnotfallversorgung rund um die Uhr und ausgewählten Schwerpunktabteilungen. Beide Standorte sollen zusätzliche Schwerpunkte der Altersmedizin innerhalb eines verbundweiten Geriatriezentrums erhalten.
  • Der Standort Herrenberg wird zu einem modernen integrierten Gesundheitszentrum umgewandelt mit einer stationären Basisversorgung und einer Stärkung der ambulanten Bausteine sowie Ergänzungen in der Kurzzeit- und Übergangspflege sowie weiteren Schlüsselleistungen für den gesamten Verbund.

Schwerpunkte der Medizinkonzeption liegen vor allem auf der verbundweiten Betrachtung von drei Kernelementen:

  • Die Herzinfarktversorgung mit der interventionellen Kardiologie kann vor dem Hintergrund der strenger werdenden Strukturvorgaben an zwei Schwerpunkt-Standorten in Nagold und Böblingen gesichert werden.
  • Die Konzentration der Gynäkologie und Geburtshilfe an zwei Standorten in Böblingen und Nagold sichert die geburtshilfliche Versorgung langfristig für beide Landkreise und schafft optimale interdisziplinäre Verknüpfungen der Gynäkologie zu den Bereichen Urologie und Viszeralchirurgie.
  • Der Aufbau eines verbundweiten Geriatriezentrums unter chefärztlicher Leitung mit Schwerpunktbildung in Leonberg und Calw bildet einen wichtigen Baustein für die Versorgungsqualität an allen Standorten.

Angesichts steigender Anforderungen an Infrastruktur, Personalvorhaltungen und Qualität werden nicht mehr alle Leistungen an allen Klinikstandorten aufrechterhalten werden können. Der Konzentrationsprozess wird seit Jahren über bundes- und landespolitische Vorgaben forciert und macht vor den Häusern des Klinikverbundes Südwest nicht halt.

Um alle unsere Standorte als Anlaufstelle in der Patientenversorgung sichern zu können, hilft nur eine enge Vernetzung und Verzahnung unserer Häuser im gemeinsamen Verbund.

Das gestufte Versorgungsmodell der vorgeschlagenen Medizinkonzeption 2030 deckt alle Versorgungsstufen von der ambulanten Behandlung bis zur Maximalversorgung ab und schafft so für alle Standorte eine zukunftsfähige Perspektive. Ohne das Netzwerk des Verbundes wären speziell die kleineren Klinikstandorte akut existenzgefährdet.

Die Fachgutachter haben unterschiedliche Szenarien simuliert, die im Aufsichtsrat diskutiert wurden. Das Fachgutachten stellt aus Sicht der Gutachter unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen die bestmöglich aufeinander abgestimmte Versorgung für den gesamten Verbund dar. Ergänzungen und weitere Details, die das Konzept abrunden, wurden im Dialog- und Einbindungsprozess mit den verschiedenen Interessensvertretern, Experten und Kooperationspartnern erarbeitet und sind in die Weiterentwicklung eingeflossen. Der Aufsichtsrat des Klinikverbundes Südwest hat in seiner Sitzung vom 15. November 2023 den Beschluss zur Umsetzung der weiterentwickelten Medizinkonzeption gefasst.  Ende des Jahres soll der finale Beschluss in den beiden Kreistagen Böblingen und Calw erfolgen.

Die Medizinkonzeption sieht vor, die Fachabteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe aus Herrenberg und Calw zusammenzuführen und an den Standort Nagold zu verlagern. Dafür sprechen vor allem fachliche Gründe für die Versorgungsqualität:

Die Gynäkologie benötigt eine enge Anbindung an weitere Fachdisziplinen für die interdisziplinäre Versorgung, v.a. in der Notfallversorgung (z. B. Viszeralchirurgie, Urologie, Beckenboden- und Inkontinenzzentrum). Die in Nagold vorhandenen Fachgebiete (Urologie, Viszeralchiurgie etc.) ergänzen die Gynäkologie optimal und lassen so eine interdisziplinäre Verknüpfung auch höchstem medizinischen Niveau zu.

Für die Leistungen einer Geburtshilfe sind hohe gesetzliche Anforderungen an begleitende personelle Dienstlinien in Anästhesie, OP, Präsenzlabor etc., gestellt. Diese Anforderungen können am Standort Herrenberg  nicht langfristig aufrechterhalten werden. Zudem werden weitere chirurgische Disziplinen benötigt, um diese Dienstlinien vollständig auslasten zu können, die es aber künftig in Herrenberg nicht mehr in diesem Umfang geben wird.

Die Strukturanforderungen durch bundes- und landespolitische Vorgaben werden langfristig weiter erhöht. Im Sinne der Versorgungsqualität steht besonders in der Geburtshilfe die Konzentration auf spezialisierte Schwerpunktversorger im Mittelpunkt der bundespolitischen Bemühungen.

Aktuell stehen im KVSW insgesamt 160 Betten für die Gynäkologie und Geburtshilfe zur Verfügung. Aufgrund des Fachkräftemangels haben wir jedoch verbundweit schon heute die Problematik, dass nicht dauerhaft alle dieser Betten betrieben werden können.

Ziel des Konzentrationsprozesses in der Gynäkologie und Geburtshilfe ist, diesem Problem des Fachkräftemangels entgegenzuwirken, die Fachkräfte zusammenzuziehen und so zu stabilisieren.

Um in eine konkrete Ausarbeitung und auch eine detaillierte Bettenbedarfsanalyse für die zukünftige Versorgung einsteigen zu können, müssen zunächst die finalen Beschlüsse aus den Gremien vorliegen.

Angesichts des demografischen Wandels und der medizinischen Entwicklung erhält das Fachgebiet der Altersmedizin (Geriatrie) mit seinem ganzheitlichen Ansatz immer mehr Bedeutung.

Ziel ist es, ein standortübergreifendes Zentrum für Geriatrie unter chefärztlicher Leitung aufzubauen, mit zwei Schwerpunktkliniken in Leonberg und Calw, aber mit Verzahnung in alle Standorte des Verbundes, um diesen Schwerpunkt zukünftig zu stärken.

Die geänderten Rahmenbedingungen im Krankenhauswesen, wie Fachkräftemangel, Ambulantisierung, Qualitätsvorgaben und Mindestmengen, wie auch die unzureichende Finanzierung führen dazu, dass nicht mehr jedes Krankenhaus alle Leistungen anbieten kann. Im Sinne der Versorgungsqualität und -sicherheit, sind Konzentration und Spezialisierung medizinisch richtig und sinnvoll.

Mit der Medizinkonzeption 2030 gelingt es, allen Standorten im Verbund eine Perspektive aufzuzeigen. Andernfalls sind speziell die kleinen Standorte durch die verschärften Struktur- und Qualitätsvorgaben des Bundes und der Länder massiv existenzgefährdet und würden zu den Verlierern der Krankenhausreform zählen.

Die Stärkung des ambulanten Sektors durch die Bestrebungen und Vorgaben der Bundes- und Landespolitik zwingt auch den Klinikverbund Südwest dazu, sich neu aufzustellen und speziell ambulante bzw. sektorenübergreifende Leistungen in den Fokus zu stellen.

Wichtige Angebote, wie z. B. Kurzzeit- oder Übergangspflegeplätze, wie sie in der Medizinkonzeption angelegt sind, erhalten dadurch eine wichtige Schlüsselrolle.
Das Thema muss jedoch auch im Gesamtzusammenhang der Gesundheitsversorgung gesehen werden. Eine enge sektorenübergreifende Abstimmung z. B. mit den niedergelassenen Ärzten, Rehaeinrichtungen und Pflegeeinrichtungen, ist dabei besonders wichtig.

Die Medizinkonzeption wurde seit Veröffentlichung des dafür in Auftrag gegebenen Fachgutachtens im Juli in einem umfangreichen Dialog- und Einbindungsprozess weiterentwickelt und präzisiert. Unter anderem wurden über 50 Einzelgespräche mit Fachexperten, Organisationen, Verbänden und Interessensvertretern geführt, und über 600 Fragen sowie über 30 schriftliche Stellungnahmen geprüft, beantwortet und Ideen und Anregungen aufgenommen. Übergeordnetes Ziel dieses umfangreichen Einbindungsprozesses war es, konstruktive Anregungen und Beiträge zur Weiterentwicklung des Zielbildes aus dem Gutachten zu erhalten, um am Ende das bestmögliche Ergebnis für die Zukunft der klinischen Gesundheitsversorgung für die Region zu erreichen. Der Prozess hat bestätigt, dass die grundlegenden Eckpunkte der Medizinkonzeption 2030 richtig und zielführend sind, um den Klinikverbund Südwest zukunftsfähig aufzustellen und allen Standorten eine langfristige Zukunftsperspektive zu geben. Darüber hinaus konnten wertvolle Ergänzungen und Präzisierungen für die Konzeption erarbeitet werden.

In einer Sondersitzung am 15. November 2023 hat der Aufsichtsrat des Klinikverbundes Südwest den Beschluss zur Umsetzung der Medizinkonzeption 2030 gefasst. Dieser geht nun in die finale Beratung der beiden Kreistagsgremien ein, die voraussichtlich noch Ende dieses Jahres darüber entscheiden werden.

Vorbehaltlich dieser finalen Beschlussfassung, folgt parallel die weitere Detaillierung und konkrete Umsetzungsplanung für die Medizinkonzeption im KVSW. Dazu gehören sowohl die Überarbeitung der baulichen Zielplanungen für die einzelnen Kliniken, wie auch die betriebliche Umsetzungsplanung und personelle Detailkonzeption. Um die Planungen des Klinikverbundes in den Landeskrankenhausplan in Baden-Württemberg einzubringen, wird der Verbund die entsprechenden Gespräche und Verhandlungen mit dem Sozialministerium aufnehmen.

Für die Umsetzung der Beschlüsse gehen wir von einer Transformationsphase von bis zu 5 Jahren aus.

Unser Anspruch ist, allen Mitarbeitenden eine verlässliche Perspektive und Zukunft im KVSW zu bieten, vorzugsweise an ihrem aktuellen Standort, möglicherweise aber auch an anderen Standorten des Verbundes.

Der Leasingmarkt stellt uns generell im Gesundheitswesen vor Herausforderungen. Leasingunternehmen werben Fachkräfte mit überdurchschnittlichen Gehältern, die im Rahmen der Tarifverträge für interne Mitarbeitende nicht abdeckbar sind. Dies sorgt für Unmut bei bestehenden festangestellten Mitarbeitenden und befeuert eine Abwanderung. In Bezug auf die Entwicklungen des Leasingmarkts müssen auch politisch Weichen gestellt werden, um den Fachkräftemarkt zu stärken.
Gleichzeitig stehen wir vor dem Problem, dass wir kaum Bewerber für ausgeschriebene Stellen gewinnen können.

Um Fachkräfte binden und gewinnen zu können, benötigen wir so bald wie möglich Klarheit, wie sich der Verbund zukünftig aufstellen wird. Die finalen Beschlüsse der Kreistage zur zukünftigen Medizinkonzeption erwarten wir Ende des Jahres.

Mit dieser neuen Aufstellung basierend auf einem zukunftsfähigen Konzept werden wir auch die Arbeitsbedingungen verbessern und die Arbeitsbelastung für die Mitarbeitenden verringern können.

Zudem investieren die Landkreise insgesamt über eine Milliarde Euro in eine moderne Infrastruktur und ein modernes Arbeitsumfeld. Attraktive Arbeitsplätze werden gute Fachkräfte anziehen.

Die Fortschreibung der Medizinkonzeption ist dringend erforderlich, um die hochqualitative medizinische Versorgung in der Region langfristig zu sichern und gleichzeitig wirtschaftlich auf eine solide Basis zu stellen. Deshalb war ein aktuelles Strukturgutachten, das auch die laufenden Überlegungen zur Krankenhausreform einbezieht, dringend erforderlich. Die Vergabe des Strukturgutachtens für den KVSW erfolgte transparent und nachvollziehbar in einem europaweiten Ausschreibungsverfahren. Die Beauftragung erfolgte durch den Aufsichtsrat.

Lohfert & Lohfert ist eines der renommiertesten und erfahrensten Beratungsunternehmen für die Entwicklung von Medizinkonzepten, die die Patientenversorgung in den Mittelpunkt stellen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig sind. Hinzu kommt, dass Lohfert & Lohfert maßgeblich bei der Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen mitgewirkt hat, auf der jetzt auch die aktuellen Überlegungen zur bundesweiten Krankenhausreform basieren. Zielvorgabe war, ein zukunftsfähiges, verlässliches Konzept für die Leistungen im Verbund zu entwickeln und für alle Standorte eine klare Perspektive zu entwickeln.

Der Aufsichtsrat des KVSW hat die Geschäftsführung Anfang 2023 mit der Erstellung eines Gutachtens zur Weiterentwicklung des Verbunds auch vor dem Hintergrund der Krankenhausreform beauftragt. Die Wahl des Fachgutachters ist das Ergebnis eines offiziellen Ausschreibungs- und Vergabeprozesses, in dem sich die Lohfert & Lohfert AG durchgesetzt hat. Zielvorgabe war, ein zukunftsfähiges, verlässliches Konzept für die Leistungen im Verbund zu entwickeln und für alle Standorte eine klare Perspektive zu entwickeln.

Die Langfassung des Fachgutachtens, wie es Anfang Juli vorgestellt wurde, ergänzt um verständliche Informationsfolien ist auf dieser Informationsseite unter den Dokumenten eingestellt und kann eingesehen werden.

Die Eckpunkte der Krankenhausreform des Bundes wurden bereits in den Entwicklungen der Medizinkonzeption antizipiert und sind im vorgestellten Zielbild enthalten. Mit dem gestuften aufeinander abgestimmten Versorgungskonzept stellt sich der Verbund zukunftsfähig auf, um auch die neuen und erhöhten Anforderungen an Qualitäts- und Strukturvorgaben, die die Krankenhausreform mit sich bringen wird, zu erfüllen.

Die äußeren Rahmenbedingungen und Zwänge erhöhen unabhängig von der Krankenhausreform den Handlungsdruck auf die Träger und Kliniken.

Angesichts der großen Herausforderungen im Krankenhaussystem können wir es uns nicht leisten, auf die langwierigen politischen Prozesse zu warten. Viele Kliniken sind akut existenzgefährdet und werden in die Insolvenz gehen, bevor die Reform greifen wird, was von der Bundespolitik bewusst in Kauf genommen wird. Die Medizinkonzeption 2030 setzt genau an den gleichen Schwerpunkten an wie die Krankenhausreform. Die Annahmen und Entwicklungen aus den verschiedenen Bund-Länder-Runden wurden im Laufe der Gutachtenerstellung immer wieder einbezogen und geprüft. Die wichtigsten Eckpunkte Reform sind daher bereits antizipiert. Wenn wir jetzt konsequent entscheiden und handeln, stellen wir sicher, dass wir in der Gesamtheit des Verbundes auch bestehen bleiben, bis die Krankenhausreform des Bundes greift. Gleichzeitig achten wir darauf, dass wir keine Maßnahmen ergreifen, die den Bestrebungen der Krankenhausreform entgegenstehen.

Die Trägerlandkreise Böblingen und Calw investieren zusammen rund eine Milliarde Euro in die Modernisierung der Klinikstandorte. Diese Investitionen stehen nach wie vor zur Verfügung, müssen aber bedarfsorientiert und nachhaltig eingesetzt werden. Letztendlich muss die bauliche Struktur den Inhalten der künftigen Medizinkonzeption folgen.

Vor dem Hintergrund der Krankenhausreform wurden die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen für Leonberg und Herrenberg zunächst pausiert, um diese auf die anstehenden Entwicklungen abstimmen zu können. Die bereits getätigten Investitionen, wie die Modernisierung der Zentralen Notaufnahme in Leonberg oder die Baumaßnahmen des Parkhauses und der neuen DRK-Rettungswache in Herrenberg, sowie auch die Erneuerung der radiologischen Großgeräte, steht in keinem Widerspruch zum aktuellen Gutachten. Vielmehr sind alles wichtige Bausteine in der zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Standorte.

Wenn die Kreistagsgremien im Dezember den finalen Beschluss fassen, muss eine Überarbeitung der baulichen Zielplanungen folgen, um die Voraussetzungen für die Umsetzung der Medizinkonzeption in der Infrastruktur zu schaffen. Die dafür notwendigen Investitionen werden dann in den Kreistagen ebenfalls beraten und in die Haushaltsplanungen der Kreise eingebracht.

Ende des Jahres sollen die Gremien in die Beschlussfassung für die Medizinkonzeption 2030 gehen. Erst, wenn diese vorliegen, kann mit einer konkreten Umsetzungsplanung begonnen werden. Anschließend kann geprüft werden, ob mögliche Fördermittel für ggf. notwendige bauliche Veränderungen beantragt werden können.

Die Defizitentwicklung des Verbundes ist besorgniserregend. Für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2021 lag das Defizit konzernweit im Verbund bei rd. 32 Millionen Euro, für 2022 hat sich die finanzielle Situation weiter verschlechtert auf über 50 Millionen Euro Verlust. Die Prognosen für 2023 lägen ohne Gegenmaßnahmen noch höher. Die Jahresabschlüsse sind über das Portal des Bundesanzeigers einsehbar.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Die allgemeine Unterfinanzierung der Kliniken durch das bestehende DRG-System, Inflation, Preissteigerungen (Energie), ausbleibende Finanzhilfen, fehlender Ganzjahresausgleich etc. bringen die Kliniken in extreme Nöte. Doch auch Doppelvorhaltungen und nicht ausreichend verzahnte Leistungsangebote spielen eine Rolle.

Der Verbund hat aus diesen Gründen ein umfangreiches Transformationsprogramm gestartet, um den Klinikverbund langfristig als starken medizinischer Versorger und Arbeitgeber in öffentlicher Trägerschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln:

  • Dazu zählt erstens die am 15.11.2030 vom Aufsichtsrat beschlossene Medizinkonzeption 2030, mit der die Leistungen des Klinikverbunds an allen Standorten zukunftsfähig ausgerichtet und miteinander verzahnt werden
  • Zweitens werden im Rahmen des bereits laufenden Ergebnisverbesserungsprogramms die Strukturen, Prozesse und Ressourcen an die aktuellen und zukünftigen Bedarfe angepasst
  • Der dritte Baustein ist die geplante Fusion der beiden Klinikgesellschaften der Trägerlandkreise, um Entscheidungswege zu verkürzen und Bürokratie abzubauen.

Alle Bausteine sorgen in Kombination dafür, dass die medizinische Versorgung für die Menschen in der Region langfristig in hoher Qualität gesichert bleibt und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig wird.

Inhaltlich sind die Fusion der Gesellschaften und die Medizinkonzeption voneinander abzugrenzen.

Das Ziel der Fusion ist die Verschlankung der Entscheidungsgremien, bzw. der Prozesse und Sitzungsläufe. Dadurch wird eine schnellere einheitliche Meinungsbildung möglich und die Komplexität für Strukturänderungen und Abstimmungen wird reduziert, was den Verbund schneller handlungsfähig macht.

Ziel ist es, die Klinikverbund Südwest GmbH, die Kreiskliniken Böblingen gGmbH und die Kreiskliniken Calw gGmbH unter einem Dach zu vereinen.

Die Medizinkonzeption wurde seit Veröffentlichung des dafür in Auftrag gegebenen Fachgutachtens im Juli in einem umfangreichen Dialog- und Einbindungsprozess weiterentwickelt und präzisiert. Unter anderem wurden über 50 Einzelgespräche mit Fachexperten, Organisationen, Verbänden und Interessensvertretern geführt, und über 600 Fragen sowie über 30 schriftliche Stellungnahmen geprüft, beantwortet und Ideen und Anregungen aufgenommen. Übergeordnetes Ziel dieses umfangreichen Einbindungsprozesses war es, konstruktive Anregungen und Beiträge zur Weiterentwicklung des Zielbildes aus dem Gutachten zu erhalten, um am Ende das bestmögliche Ergebnis für die Zukunft der klinischen Gesundheitsversorgung für die Region zu erreichen. Der Prozess hat bestätigt, dass die grundlegenden Eckpunkte der Medizinkonzeption 2030 richtig und zielführend sind, um den Klinikverbund Südwest zukunftsfähig aufzustellen und allen Standorten eine langfristige Zukunftsperspektive zu geben. Darüber hinaus konnten wertvolle Ergänzungen und Präzisierungen für die Konzeption erarbeitet werden.

Der Aufsichtsrat des Klinikverbundes Südwest hat am 15. November 2023 den Beschluss zur Umsetzung der Medizinkonzeption 2030 gefasst. Dieser geht nun in die finale Beratung der beiden Kreistagsgremien ein, die voraussichtlich noch Ende dieses Jahres darüber entscheiden werden.

Das Fachgutachten wurde ab 6. Juli 2023 im Rahmen verschiedener Informations- und Dialogformate vorgestellt und erläutert.

Nach den beiden öffentlichen Informationsveranstaltungen am 17.07.2023 und 19.07.2023 in Herrenberg und Leonberg wurde diese zentrale Website beim Klinikverbund eingerichtet. Im Landkreis Calw wurden ebenfalls zwei Informationsveranstaltungen am 6.10.2023 in Calw und am 09.10.2023 in Nagold durchgeführt.

Über ein zentrales Postfach konnten Bürgerinnen und Bürger in der von Juli bis Ende September andauernden Anhörungsphase Stellungnahmen, Anregungen und Ideen zur Weiterentwicklung, Bedenken, Fragen und Kritik einreichen. Alle Einsendungen wurden systematisch gesammelt, soweit möglich beantwortet, geprüft und parallel in die Weiterentwicklung der Medizinkonzeption eingearbeitet. Binnen kurzer Zeit konnte so ein umfangreicher Fragen- und Antwortkatalog entstehen, der nach und nach für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Parallel hat der Klinikverbund insgesamt über 50 Gesprächstermine mit Interessenvertretern, Betroffenen und Kooperationspartnern geführt, um die Planungen der Medizinkonzeption 2030 zu erklären und Anregungen aufzunehmen. Unter anderem fanden Gespräche mit Hebammenvertreterinnen, Ärztevertretenden, Schwesternschaft, Seniorenräten, Rettungsdiensten, Fördervereinen, internen Fachzentren, externen Fachexperten sowie politischen Entscheidungsträgern statt. Auch die Bundestags- und Landtagsabgeordneten im Landkreis Böblingen waren im Rahmen eines Arbeitstreffens Anfang Oktober eingeladen und wurden über den aktuellen Sachstand informiert. Dabei wurde die aktuelle Situation im Klinikverbund – auch mit Blick auf die Krankenhausreform – ausführlich dargestellt.

Insgesamt wurden weit über 600 Fragen sowie über 30 schriftliche Stellungnahmen wurden geprüft und beantwortet, Ideen und Anregungen aufgenommen. An allen Standorten wurden überdies mehrfach Gesprächsrunden und Sprechstunden für Mitarbeitende angeboten.

In Herrenberg, wo die Veränderung am größten sein wird, fand zudem eine nicht-öffentliche Gesprächsrunde auf Einladung der dortigen Interessensvertreter Anfang Oktober statt, wo ein weiterentwickelter Erstaufschlag durch den Klinikverbund vorgestellt werden konnte. Grundlage hierfür waren Vorschläge aus dem laufenden Einbindungsprozess, die durch Klinikverbund sowie Gutachter parallel geprüft wurden. Hierzu wurden in Herrenberg auch in der Folge die Gespräche vor Ort intensiv fortgesetzt, wobei die Anliegen vor Ort gebündelt wurden. Dies mündete letztlich in den weiterentwickelten Beschlussantrag zu Herrenberg, wie er am 15.10.2023 durch den Aufsichtsrat der Holding beschlossen wurde. Auch in Leonberg fand am 06.11.2023 noch vor der Behandlung im Aufsichtsrat ein nicht-öffentliches Gespräch mit Beteiligten aus Leonberg statt, um zum aktuellsten Stand sowie Prozess transparent zu informieren und den Austausch zu ermöglichen. Am 22.11.2023 fand in Herrenberg zuletzt in der Stadthalle eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung statt, in der zum weiterentwickelten Beschluss des Aufsichtsrates informiert wurde.

Das Ziel des umfangreichen Dialog- und Einbindungsprozesses war es, eine breite Öffentlichkeit laufend und gut zu informieren, sie so am Prozess teilhaben zu lassen, und letztlich aus der unmittelbaren Beteiligung via direkter Gespräche konstruktive Anregungen und Beiträge zur Weiterentwicklung des Zielbilds zu erhalten. Der Prozess hat bestätigt, dass die grundlegenden Eckpunkte der Medizinkonzeption 2030 richtig und zielführend sind, um den Klinikverbund Südwest zukunftsfähig aufzustellen und allen Standorten eine langfristige Zukunftsperspektive zu geben. Darüber hinaus konnten wertvolle Ergänzungen und Präzisierungen für die Konzeption erarbeitet werden.

Im Rahmen der Vorstellung der Medizinkonzeption war deutlich erkennbar, dass der Informationsbedarf vor allem an den Standorten Herrenberg und Leonberg am größten ist, sodass diesem im Sinne der Transparenz und Aufklärung Rechnung getragen wurde.

Weitere Veranstaltungen folgten im September in Calw und Nagold, sowie zu den Weiterentwicklungen der Medizinkonzeption erneut im November in Herrenberg.

Weitere Informationen zu unseren Häusern

FAQ - Standort Böblingen

Der Standort Böblingen wird mit seinen Fachabteilungen perspektivisch im Neubau Flugfeldklinikum aufgehen.

Das Flugfeldklinikum soll als umfassender Notfallversorger in seinen bestehenden Fachgebieten gestärkt und ausgebaut werden. Dazu gehören vor allem die Kardiologie die Urologie und die Gynäkologie sowie die Intensivmedizin. Um im direkten Wettbewerbsumfeld zu Stuttgart oder Tübingen als überregionaler Versorger bestehen zu können und damit die Ausdifferenzierung der Versorgungsstufen vollständig abzudecken, wird das Flugfeldklinikum zu einem umfassenden Maximalversorger ausgebaut. Hierzu wird sich der Verbund vor allem auf die Etablierung der zusätzlichen Fachgebiete in der Neurochirurgie und dazugehörig der Neuroradiologie bemühen. Das so entstehende Neuro-Zentrum ermöglicht zukünftig die interventionelle Schlaganfallversorgung, genauso wie die Wirbelsäulenchirurgie.

Die räumlichen Strukturen können im Flugfeldklinikum geschaffen werden, sodass die angedachten Zusatzbausteine für die Maximalversorgung aber auch die verlagerten Leistungen aus anderen Standorten abgebildet werden können. Auch hier gilt, dass durch die steigende Ambulantisierung oder weitere Leistungsverschiebungen bauliche Strukturen künftig anders gefordert sein werden.

Schon jetzt werden in der Betriebsorganisationsplanung Prozesse optimiert, um Abläufe und Kapazitäten effizienter zu gestalten und die Infrastruktur optimal auszulasten. Darüber hinaus stehen auf dem Grundstück des Flugfeldklinikums Erweiterungsflächen bereit, über die ambulante Bausteine mit ihren besonderen Anforderungen abgedeckt werden könnten.

Grundsätzlich ist eine bauliche Umsetzung der geplanten Medizinkonzeption an allen Standorten möglich.

Wir gehen jedoch davon aus, dass nicht alle Geburtenfallzahlen aus Leonberg auch nach Böblingen verlagert werden.

Wie die baulichen Ressourcen in Böblingen bzw. in den Planungen für das Flugfeldklinikum ggf. adaptiert werden müssen, wird gemeinsam mit den Fachabteilungen und den Planern erarbeitet.

Flugfeldklinikum

Grundsätzlich ist das Genehmigungsverfahren ein länger andauernder Prozess, der von Seiten des Sozialministeriums gesteuert wird und in den auch der Landeskrankenhausausschuss involviert werden muss. Die Entscheidung, ob die Leistungen bewilligt werden oder nicht, obliegt dabei frei dem Sozialministerium und ist prinzipiell offen im Ausgang.

Wir werden jedoch mit einem klugen Konzept und transparenten Verhandlungen und Argumentationen unsere Überzeugung, dass die Ansiedlung dieser Leistungen am Flugfeldklinikum richtig ist, gegenüber den Entscheidungsträgern vertreten.

Der Verhandlungs- und Genehmigungsprozess ist von den Gesprächen mit dem Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg abhängig und lässt sich aktuell nicht konkret benennen.

Ja. Perspektivisch ist auch ein medizinisches Trainingszentrum in den angrenzenden Gesundheitsflächen neben dem Flugfeldklinikum oder auch im Hochpunkt vorstellbar.

FAQ - Standort Calw

Der Standort Calw bleibt als starker Grund- und Regelversorger mit 166 Betten als wesentlicher Teil des zukunftsweisenden Gesundheitscampus Calw mit einer Basisnotfallversorgung rund um die Uhr erhalten. Die Schwerpunkte des Hauses werden zukünftig in den Bereichen der Orthopädie und Unfallchirurgie, der Allgemeinen Inneren Medizin sowie der Altersmedizin und Alterstraumatologie liegen. Die Schnittstellen zu diesen Leistungsbereichen, insbesondere die Rheumatologie und Schmerztherapie werden weiter gestärkt. Zudem erhält das Haus durch den zukunftsrelevanten Baustein der Altersmedizin als eigenständige Fachabteilung eine deutliche Aufwertung.

Die Neurologie inklusive der Schlaganfallversorgung über die Stroke Unit, wird zunächst in Calw verbleiben. Wenn die baulichen Voraussetzungen am Standort Nagold geschaffen sind, wird die Neurologie nach Nagold umziehen.

Die Gynäkologie und Geburtshilfe aus Calw wird mit der Fachabteilung aus Herrenberg zusammengeführt und an den Standort Nagold verlagert. Zusätzlich vereint Calw eingebettet in das wegweisende Campusmodell die intersektorale Versorgung mit weiteren Partnern und Dienstleistern in direkter räumlicher Nähe auf dem Stammheimer Feld.

Das Gutachten sieht vor, die Fachabteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe aus Herrenberg und Calw an den Standort Nagold zu verlagern. Dafür sprechen vor allem fachliche Gründe für die Versorgungsqualität:

Die Gynäkologie benötigt eine enge Anbindung an weitere Fachdisziplinen für die interdisziplinäre Versorgung, v.a. in der Notfallversorgung (z. B. Viszeralchirurgie, Urologie, Beckenboden- und Inkontinenzzentrum). Die in Nagold vorhandenen Fachgebiete (Urologie, Viszeralchiurgie etc.) ergänzen die Gynäkologie optimal und lassen so eine interdisziplinäre Verknüpfung auch höchstem medizinischen Niveau zu.

Für die Leistungen einer Geburtshilfe sind hohe gesetzliche Anforderungen an begleitende personelle Dienstlinien in Anästhesie, OP, Präsenzlabor etc., gestellt. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels können diese Anforderungen an kleineren Standorten nicht sichergestellt werden.

Die Strukturanforderungen durch bundes- und landespolitische Vorgaben werden langfristig weiter erhöht.

Die interventionelle Kardiologie bleibt zunächst am Standort Calw erhalten, solange die Kostenträger die Leistungen noch vergüten. Anschließend werden die Leistungen an den Standort Nagold verlagert und dort konzentriert. Eine breit aufgestellte Allgemeine Innere Medizin bleibt in Calw erhalten.

Die Konzentration der interventionellen Kardiologie an den Standorten Böblingen und Nagold sorgt langfristig dafür, dass die Herzinfarktversorgung vor dem Hintergrund der erforderlichen Struktur- und Personalvorhaltungen verbundweit gesichert bleiben kann. Beispielsweise müssen für Herzkatheter-Eingriffe zukünftig insgesamt 5 Interventionalisten der Kardiologie in der Dienstlinie aufrechterhalten werden. Dies erfüllt aktuell kein einziger Standort im Verbund und wird künftig nur durch die Bündelung dieser Fachkräfte an zwei Schwerpunktstandorten erfolgen können.

Eine umfassende Herzinfarktversorgung mit den vorzuhaltenden Parametern, die zukünftig gelten werden, kann langfristig nur an zwei Standorten aufrechterhalten werden. Die Personaldienstlinien und Spezialisierungen sind vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels nicht dauerhaft an 4 Standorten im Verbund zu erfüllen.

Das Aufrechterhalten einzelner Leistungsbereiche, die aus Versorgungssicht nicht zwingend sind, und insbesondere das Aufrechterhalten von Doppelvorhaltungen, ist mit erheblichen Kosten und Risiken verbunden. Dies führt neben negativen wirtschaftlichen Effekten auch dazu, dass wir kleinere Abteilungen haben, die kleinere Mengen erbringen und dadurch ein geringeres Qualitätsniveau halten können.

Im Dialog- und Einbindungsprozess wurden auch Gespräche mit den Rettungsdiensten geführt. Um die genauen Auswirkungen und zukünftigen Bedarfe an Rettungsmitteln und weiterer Infrastruktur zu analysieren, wurde für beide Landkreise ein Gutachten über die Rettungsdienststrukturen angestoßen. Diese läuft unabhängig der Medizinkonzeption des KVSW über die Rettungsdienste und Landkreise Calw und Böblingen.

Ja. Die Endoskopie ist ein wichtiger Bestandteil der Grund- und Regelversorgung und wird in Calw erhalten bleiben.

Nein. Die jetzt diskutierte Medizinkonzeption stellt die Gesamtversorgung des Einzugsgebiets im KVSW auf eine zukunftssichere Basis. Die ergänzenden Bausteine des Campus Calw sind weiterhin wichtiger Bestandteil einer intersektoralen Versorgung und Verzahnung von Leistungen für die Patientinnen und Patienten.

FAQ - Standort Herrenberg

Der Standort Herrenberg wird voraussichtlich ab Mitte 2025 zu einem modernen und zukunftsweisenden integrierten Gesundheitszentrum mit 120 Betten umgebaut. Obwohl der Standort insgesamt am stärksten von den notwendigen Veränderungen betroffen ist, sind im Dialog- und Einbindungsprozess mit den verschiedenen Interessensvertretern in Herrenberg wichtige Weiterentwicklungen und zusätzliche Bausteine erarbeitet worden, welche die Gesamtkonzeption abrunden und für den Standort eine zukunftsfähige Perspektive bereithalten. In Herrenberg werden künftig 40 stationäre Betten für die medizinische Basisversorgung der Bereiche der Chirurgie und Inneren Medizin vorgehalten. Zudem bleibt die Palliativmedizin am Standort erhalten und wird von heute 6 auf zukünftig 20 Betten ausgebaut, die dann schwerpunktmäßig in Herrenberg den Versorgungsbedarf für den Gesamtverbund decken. Auch der geriatrische Schwerpunkt bleibt in Form einer stationären geriatrischen Rehabilitation mit 30 Betten erhalten. Weitere 30 Betten stehen für die medizinnahe Kurzzeitpflege zur Verfügung. Darüber hinaus soll zentral für den Gesamtverbund ein modernes und professionelles ambulantes OP-Zentrum entstehen.

Das Medizinische Versorgungszentrum mit seinem starken ambulanten Angebot wird um weitere Leistungsbausteine ergänzt, z.B. in der Allgemeinmedizin sowie der Kinder- und Jugendmedizin. Auch eine ambulante Hebammenpraxis soll am Standort etabliert werden.

Um auch künftig eine 24/7 Anlaufstelle für Notfälle anzubieten, wird eine rund um die Uhr besetzte Notfallaufnahme (außerhalb des gestuften Systems von Notfallstrukturen des G-BA) mit notwendigem ärztlichen und medizinischen Fachpersonal etabliert. Ziel ist der Erhalt der KV-Notfallpraxis mit ausgeweiteten Betriebszeiten.

Grundsätzlich ist es unser Ziel, für alle Standorte im Verbund eine Perspektive zu entwickeln. Nach Meinung der Gutachter kann der Standort Herrenberg als Level 1i, als integriertes Gesundheitszentrum, aufrechterhalten werden. Die zunehmenden Ambulantisierungstendenzen wären berücksichtigt und mitgedacht und, was noch wichtiger ist, das zukunftsweisende Konstrukt würde den ausdrücklichen Support der bundespolitischen Krankenhausreform genießen. Mit ergänzenden Leistungen konnte die Rolle von Herrenberg im Verbund ausdifferenziert und spezialisiert werden. Damit leistet der Standort in Zukunft Beiträge, die es so woanders nicht gibt.

Ein integriertes, intersektorales Gesundheitszentrum bildet eine versorgungstechnisch sinnvolle Brücke zwischen ambulantem und stationärem Sektor. Mit diesem Ziel für den Standort Herrenberg kann einerseits die klassische ambulante Versorgung im Sinne eines Gesundheitszentrums abgedeckt werden und andererseits eine Erweiterung um die Infrastruktur für ambulantes Operieren erfolgen.

Ein solches Gesundheitszentrum bietet eine wohnortsnahe, teilstationäre Versorgung. Weitere Angebote wie Therapien, Kurzzeit- und Übergangspflegeangebote sind integrativer Bestandteil. So wird der Standort Herrenberg zum wichtigen Knotenpunkt in einem ausbalancierten Netzwerk von Gesundheitsleistungen im Klinikverbund Südwest weiterentwickelt.

Mit der Umwandlung des Standortes Herrenberg in ein integriertes Gesundheitszentrum mit 120 Betten und wichtigen Schlüsselleistungen für den gesamten Verbund, schaffen wir eine moderne Einrichtung, die sich an den Bedarfen der Patienten orientiert, und die verschiedenen Gesundheitssektoren miteinander verbindet. Ein stationäres Basisangebot mit zentralen Funktionen für den Verbund wird um zusätzliche Bausteine der Kurzzeitpflege, geriatrischen Reha oder ambulanten Vor- und Nachsorgeangeboten erweitert. Damit entspricht das Konzept als Vorreitermodell auch den Bestrebungen der Krankenhausreform und den vorgezeichneten Entwicklungen.

Im weiteren Prozess müssen nun mit allen zu Beteiligenden die Details und die Umsetzungskonzepte erarbeitet werden.

Wie soll die Notfallversorgung zukünftig in Herrenberg aussehen?

Die internistische und chirurgische Basis-Notfallversorgung soll tagsüber über die Medizinischen Versorgungszentren abgedeckt werden, wohnortnah und in enger Vernetzung mit den Notaufnahmen in Nagold bzw. dem Flugfeldklinikum. Um künftig auch nachts und damit 24/7 eine Anlaufstelle für Notfälle anzubieten, wird eine rund um die Uhr besetzte Notfallaufnahme (außerhalb des gestuften Systems von Notfallstrukturen des G-BA) mit notwendigem ärztlichen und medizinischen Fachpersonal etabliert. Ziel ist außerdem der Erhalt der KV-Notfallpraxis mit ausgeweiteten Betriebszeiten.

Eine allgemeinmedizinische Erstversorgung von Notfällen bleibt am Standort Herrenberg erhalten. Je nach Art der Verletzung kann eine ambulante Notfallversorgung, eine stationäre Aufnahme im Rahmen der internistischen und chirurgischen Basisversorgung oder eine Verlegung des Patienten an das nächste geeignete Krankenhaus erfolgen. Dies ist letztendlich davon abhängig, was der Patient an Versorgungsspektrum und fachlicher Spezialisierung benötigt.

Die Weiterentwicklungen der Medizinkonzeption, wie sie aus dem Dialog- und Einbindungsprozess entstanden sind, sehen für den Standort Herrenberg weiterhin eine 24/7 Notfallaufnahme (außerhalb des gestuften Systems von Notfallstrukturen des G-BA) mit notwendigem ärztlichen und medizinischen Fachpersonal vor. Eine Erstversorgung und ggf. Aufnahme in die internistische und chirurgische Basisversorgung kann weiterhin am Standort erfolgen. Schwerwiegendere Notfällen, wie z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall, werden schon heute über den Rettungsdienst an spezialisierte Versorger gebracht.

Die Einhaltung der Rettungsfristen hängt vor allem von der Verteilung und dem Erhalt der Notarztstandorte in den beiden Landkreisen ab. Die bestehenden Notarztstandorte sind von der Ausrichtung der Medizinkonzeption unberührt und werden über die Bereichsausschüsse der Rettungsdienste verwaltet.

Der Notarzt vor Ort sorgt für die Erstversorgung und Stabilisierung des Notfallpatienten, damit dieser für den Transport in das nächste geeignete Krankenhaus vorbereitet ist. Für Patienten, die selbst in die Notaufnahme kommen, bleibt der Standort Herrenberg Anlaufstelle mit einer Basisnotfallversorgung. Patienten mit komplexeren Behandlungsbedarfen werden nach einer Erstversorgung an das nächste geeignete Krankenhaus verlegt.

Für kleinere Anliegen bleibt der Hausarzt bzw. Facharzt der erste Ansprechpartner. Bei kleinen Notfällen am Wochenende oder abends stehen die Notfallpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung zur Verfügung.

Im Dialog- und Einbindungsprozess wurden auch Gespräche mit den Rettungsdiensten geführt. Um die genauen Auswirkungen und zukünftigen Bedarfe an Rettungsmitteln und weiterer Infrastruktur zu analysieren, wurde für beide Landkreise ein Gutachten über die Rettungsdienststrukturen angestoßen. Diese läuft unabhängig der Medizinkonzeption des KVSW über die Rettungsdienste und Landkreise Calw und Böblingen.

Im Dialog- und Einbindungsprozess wurden auch Gespräche mit den Rettungsdiensten geführt. Um die genauen Auswirkungen und zukünftigen Bedarfe an Rettungsmitteln und weiterer Infrastruktur zu analysieren, wurde für beide Landkreise ein Gutachten über die Rettungsdienststrukturen angestoßen. Diese läuft unabhängig der Medizinkonzeption des KVSW über die Rettungsdienste und Landkreise Calw und Böblingen.

Der Klinikverbund Südwest betreut aktuell 14 Notarztstandorte in den Landkreisen Böblingen und Calw, durch welche eine flächendeckende Versorgung gewährleistet ist. Die Koordination der Rettungskräfte erfolgt im Notfall über die Integrierte Leitstelle der Kreise. Je nach Verfügbarkeit werden die nächstmöglichen Einsatzkräfte inkl. Notarzt verständigt. Die Medizinkonzeption 2030 nimmt keinerlei Einfluss auf die Anzahl oder Positionierung der einzelnen Notarztstandorte.

Die Medizinkonzeption sieht vor, die Fachabteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe aus Herrenberg und Calw zusammenzuführen und an den Standort Nagold zu verlagern. Dafür sprechen vor allem fachliche Gründe für die Versorgungsqualität:

Die Gynäkologie benötigt eine enge Anbindung an weitere Fachdisziplinen für die interdisziplinäre Versorgung, v.a. in der Notfallversorgung (z. B. Viszeralchirurgie, Urologie, Beckenboden- und Inkontinenzzentrum). Die in Nagold vorhandenen Fachgebiete (Urologie, Viszeralchiurgie etc.) ergänzen die Gynäkologie optimal und lassen so eine interdisziplinäre Verknüpfung auch höchstem medizinischen Niveau zu.

Für die Leistungen einer Geburtshilfe sind hohe gesetzliche Anforderungen an begleitende personelle Dienstlinien in Anästhesie, OP, Präsenzlabor etc., gestellt. Diese Anforderungen können am Standort Herrenberg  nicht langfristig aufrechterhalten werden. Zudem werden weitere chirurgische Disziplinen benötigt, um diese Dienstlinien vollständig auslasten zu können, die es aber künftig in Herrenberg nicht mehr in diesem Umfang geben wird.

Die Strukturanforderungen durch bundes- und landespolitische Vorgaben werden langfristig weiter erhöht. Im Sinne der Versorgungsqualität steht besonders in der Geburtshilfe die Konzentration auf spezialisierte Schwerpunktversorger im Mittelpunkt der bundespolitischen Bemühungen.

Nein. Wie im Gutachten einzusehen, wurde analysiert und simuliert, dass die Versorgung auch mit einer Konzentration der Geburtshilfen für das Einzugsgebiet des KVSW weiterhin gesichert ist.

Die notallmedizinische Versorgung von Neugeborenen ist auch am Standort Nagold über die Kinderklinik Böblingen gesichert. Über die Rettungstransportmittel, zu denen auch der Einsatz des Rettungshubschraubers gehört, kann der Kindernotarzt innerhalb kürzester Zeit die Versorgung sicherstellen.

Ohnehin sind für die Erstversorgung im Notfall von Säuglingen die Mitarbeitenden der Anästhesie und der Gynäkologie vor Ort verantwortlich und bestens geschult, um die Zeit bis zum Eintreffen des Babynotarztes zu überbrücken. Die verantwortlichen Kinder(not)ärzte im Verbund sind überzeugt, dass die babynotärztliche Versorgung auch am Standort Nagold aufrechterhalten werden kann.

Die zertifizierten Leistungen der Geburtshilfe Herrenberg als Babyfreundliches und stillfreundliches Krankenhaus sowie der etablierte Hebammengeführte Kreißsaal sollen am Standort Nagold aufrechterhalten und fortgeführt werden. Die konkreten Ausarbeitungen folgen unter Beteiligung der Fachabteilungen, sobald die Gremienbeschlüsse gefasst sind.

Die Palliativmedizin bleibt am Standort erhalten und wird von heute 6 auf zukünftig 20 Betten ausgebaut, die dann schwerpunktmäßig in Herrenberg den größten Teil des Versorgungsbedarfs für den Gesamtverbund decken. Auch der geriatrische Schwerpunkt bleibt in Form einer stationären geriatrischen Rehabilitation mit 30 Betten erhalten. Weitere 30 Betten stehen für die medizinnahe Kurzzeitpflege zur Verfügung.

Innerhalb der Verbundstruktur können Leistungen dort erbracht werden, wo sie zukunftsfähig, interdisziplinär verknüpft und auf höchstem Qualitätsniveau gesichert werden können.

In der weiteren Ausarbeitung des Zielbildes werden wir aber prüfen, inwieweit eine wohnortnahe postoperative Versorgung auch in den kleineren Standorten abbildbar wäre und welche Konsequenzen daraus entstünden.

FAQ - Standort Leonberg

Der Standort Leonberg wird zu einem breit aufgestellten Grund- und Regelversorger mit 195 Betten mit den Schwerpunkten in der Inneren Medizin, vor allem in der Gastroenterologie mit Onkologie, der Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Unfallchirurgie, sowie neuen Schwerpunkten in der Allgemeinen Inneren Medizin mit Altersmedizin und Alterstraumatologie weiterentwickelt. Auch eine kardiologische Basisversorgung wird weiterhin am Standort bestehen bleiben; der Anteil der Interventionen (z.B. Herzkatheter) wird langfristig nach Sindelfingen verlagert.

Die Gynäkologie und Geburtshilfe in Leonberg soll voraussichtlich ab 2028 nach Inbetriebnahme des Flugfeldklinikums an dieses verlagert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt das gynäkologische und geburtshilfiche Angebot inklusive des Hebammengeführten Kreißsaals am Standort erhalten.

Die Gynäkologie und Geburtshilfe aus Leonberg soll voraussichtlich ab 2028 in das Flugfeldklinikum verlagert werden. Dafür sprechen vor allem fachliche Gründe für die Versorgungsqualität:

Die Gynäkologie benötigt eine enge Anbindung an weitere Fachdisziplinen für die interdisziplinäre Versorgung, v.a. in der Notfallversorgung (z. B. Viszeralchirurgie, Urologie, Beckenboden- und Inkontinenzzentrum). Die am Maximalversorger Flugfeldklinikum vorhandenen Fachgebiete (Urologie, Viszeralchiurgie etc.) ergänzen die Gynäkologie optimal und lassen so eine interdisziplinäre Verknüpfung auch höchstem medizinischen Niveau zu.

Für die Leistungen einer Geburtshilfe sind hohe gesetzliche Anforderungen an begleitende personelle Dienstlinien in Anästhesie, OP, Präsenzlabor etc., gestellt.

Die Strukturanforderungen durch bundes- und landespolitische Vorgaben werden langfristig weiter erhöht. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels können diese Anforderungen an kleineren Standorten nicht langfristig sichergestellt werden.

In der Geburtshilfe fällt es zunehmend schwer, die Dienstlinien im ärztlichen Bereich, aber auch bei den Hebammen aufrechtzuerhalten. Stellen können zum Teil heute schon nicht nachbesetzt werden.

Diese Veränderungen sind demnach vor allem die Konsequenz aus dem Fachkräftemangel, den Qualitätsvorgaben und Mindestmengen für eine qualitativ hochwertige Medizin. Daraus folgt die Zentralisierung und auch zunehmende Ambulantisierung, speziell auch in der Gynäkologie, wie sie übrigens auch die Krankenhausreform fordert.

Grundsätzlich ist eine bauliche Umsetzung der geplanten Medizinkonzeption an allen Standorten möglich. Bevor ein konkretes Raumprogramm erarbeitet werden kann, sind zunächst die finalen Beschlüsse der Gremien Voraussetzung.

Die Analysen des Gutachtens haben gezeigt, dass die Bedarfe in der Geburtshilfe auch mit einer Konzentration auf zwei Standorte gedeckt werden können.

Sicher werden wir nicht alle Geburten, die heute in Leonberg, Herrenberg und Calw stattfinden, an die beiden Standorte Nagold und Böblingen übergehen, da einige Schwangere in umliegende Kliniken in Stuttgart, Ludwigsburg oder Pforzheim abwandern werden.

Bei unklarer Diagnose würde der Rettungsdienst Patientinnen, bei denen der Verdacht auf einen gynäkologischen Notfall besteht, gar nicht erst an den Standort fahren, so wie es bei vielen Kliniken der Notfallversorgung ohne gynäkologische Abteilung der Fall ist.

In Zweifelsfällen könnte eine Diagnostik und Erstversorgung aber auch über einen Viszeralmediziner erfolgen.

Der ambulante Bereich der Gesundheitsversorgung liegt nicht im direkten Einflussgebiet des Klinikverbundes Südwest.

Selbstverständlich bemühen wir uns aber, mit den betreffenden niedergelassenen Ärzten sowie der Kassenärztlichen Vereinigung gemeinsam zu besprechen, wie auch die ambulante Versorgung in der Region vor dem Hintergrund der Medizinkonzeption des Verbundes einbezogen werden kann.

Für Leonberg soll künftig eine gynäkologische Praxis sowie eine Hebammenpraxis etabliert werden, um Patientinnen und Schwangere ambulant in der Vor- und Nachsorge weiterhin am Standort versorgen zu können.

Die Erreichbarkeit einer Geburtshilfe wird nach den Analysen des Gutachters durch die Verlagerung der Geburtshilfe von Leonberg nach Böblingen nicht wesentlich beeinflusst.

Der Hebammengeführte Kreißsaal aus Leonberg soll nach dem Zielbild der Medizinkonzeption am Standort Flugfeldklinikum aufrechterhalten und fortgeführt werden. Auch die Zertifizierung als Babyfreundliches Krankenhaus wird für das Flugfeldklinikum angestrebt.

Die Innere Medizin mit einer basiskardiologischen Versorgung bleibt am Standort Leonberg erhalten. Lediglich die interventionelle Kardiologie (Herzkatheter-Eingriffe) sollen ins Flugfeldklinikum verlagert werden. Aufgrund der immer strenger werdenden Strukturvorgaben können diese Leistungen langfristig nicht mehr in Leonberg erbracht werden.

Die Konzentration der interventionellen Kardiologie an den Standorten Böblingen und Nagold sorgt langfristig dafür, dass die Herzinfarktversorgung vor dem Hintergrund der erforderlichen Struktur- und Personalvorhaltungen verbundweit gesichert bleiben kann. Beispielsweise müssen für Herzkatheter-Eingriffe zukünftig insgesamt 5 Interventionalisten der Kardiologie in der Dienstlinie aufrechterhalten werden. Dies erfüllt aktuell kein einziger Standort im Verbund und wird zukünftig nur durch die Bündelung an zwei Schwerpunktstandorten erfolgen können.

Nein, die basiskardiologische Versorgung bleibt am Standort Leonberg erhalten.

Im Gegenteil: Die Konzentration der interventionellen Kardiologie an den Standorten Böblingen und Nagold sorgt langfristig dafür, dass die Herzinfarktversorgung vor dem Hintergrund der erforderlichen Struktur- und Personalvorhaltungen überhaupt verbundweit gesichert bleiben kann.

Beispielsweise müssen für Herzkathetereingriffe zukünftig insgesamt 5 Interventionalisten der Kardiologie in der Dienstlinie aufrechterhalten werden. Dies erfüllt aktuell kein einziger Standort im Verbund und wird zukünftig nur durch die Bündelung dieser Fachkräfte an zwei Schwerpunktstandorten erfolgen können.

Die Klinik für Gastroenterologie und Onkologie am Standort Leonberg bleibt erhalten.

Die Planungen und Überlegungen zum Ausbau des Campusmodells am Standort Leonberg sind nach wie vor aktuell und tragen dazu bei, die intersektorale Versorgung am Standort weiter auszubauen. Mit dem geplanten Ärztehaus und möglichen Leistungen der Kurzzeit- oder Übergangspflege werden wichtige Bausteine in der übergreifenden Gesundheitsversorgung gesetzt.

Grundsätzliche Zielvorstellung ist, die Chefarztbesetzungen am Standort zu erhalten. Allerdings sind im Zuge von Nachbesetzungen mögliche standortübergreifende Leitungslösungen nicht auszuschließen.

Letztendlich richtet sich die Besetzung auch der Leitungsfunktionen nach dem jeweiligen Bedarf im verbundweiten Konzept.

Das Gutachten hat in den Analysen das Versorgungsgebiet und die Patientenströme aus dem gesamten Einzugsgebiet des Klinikverbundes berücksichtigt.

Ja, die verbundweite Medizinkonzeption betrachtet die gesamte Versorgungsregion des KVSW und schafft aufeinander abgestimmt ein ineinandergreifendes gestuftes Versorgungsmodell.

Mit der Vorverlagerung der Gefäßchirurgie aus Sindelfingen nach Leonberg wird die OP-Kapazität in Leonberg auf 5 OP-Säle aufgeteilt werden.

In den Entwicklungen und Überlegungen für den Ausbau des Campus am Leonberger Krankenhaus sind auch Pläne für die Ansiedlung von Kurzzeitpflege in einem angrenzenden Haus der Gesundheit in Arbeit.

Wenn die Kreistagsgremien im Dezember den finalen Beschluss fassen, muss eine Überarbeitung der baulichen Zielplanungen folgen, um die Voraussetzungen für die Umsetzung der Medizinkonzeption in der Infrastruktur zu schaffen. Die dafür notwendigen Investitionen werden dann in den Kreistagen ebenfalls beraten und in die Haushaltsplanungen der Kreise eingebracht.

FAQ - Standort Nagold

Gemäß dem vorgestellten Zielbild im Fachgutachten werden die Kliniken Nagold zum umfassenden Schwerpunktversorger im KVSW mit 292 Betten und einer Erweiterten Notfallversorgung 24/7 weiterentwickelt. Dazu wird die Innere Medizin mit den Schwerpunkten der Kardiologie und Gastroenterologie und onkologischer Kompetenz gestärkt und das chirurgische Leistungsspektrum mit Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie sowie Urologie ausgebaut.

Zudem wird das Leistungsportfolio zukünftig durch den Fachbereich der Gynäkologie und Geburtshilfe erweitert. Die derzeitigen gynäkologischen und geburtshilflichen Abteilungen aus Herrenberg und Calw werden dazu verlagert und am Standort Nagold konzentriert. Dort wird dann auch die Zertifizierung zum Babyfreundlichen Krankenhaus angestrebt sowie das erfolgreiche Konzept des Hebammengeführten Kreißsaals etabliert. Der Umzug erfolgt, sobald die baulichen Voraussetzungen dafür im Rahmen der Generalsanierung am Standort Nagold geschaffen sind.

Grundsätzlich ist eine bauliche Umsetzung der geplanten Medizinkonzeption an allen Standorten möglich. Für eine konkrete Planung baulicher Maßnahmen müssen zunächst die konkreten Beschlüsse der Gremien gefasst werden.

Für die Integration der Gynäkologie und Geburtshilfe am Standort Nagold wurden bereits erste Machbarkeitsstudien angestellt, die zeigen, dass die Implementierung möglich ist. Die detaillierten Abstimmungen folgen mit der weiteren Ausarbeitung der Medizinkonzeption.

Nein, ein allgemeiner Stopp der derzeit laufenden Umbau- und Sanierungsarbeiten ist nicht erforderlich. Die vorgesehenen Bausteine der Medizinkonzeption in Nagold können in den Bauablauf integriert werden.

Die detaillierten Auswirkungen können betrachtet werden, sobald die finalen Gremienbeschlüsse vorliegen.

FAQ - Standort Sindelfingen

Der Standort Sindelfingen wird mit seinen Fachabteilungen perspektivisch im Neubau Flugfeldklinikum aufgehen.

Das Flugfeldklinikum soll als umfassender Notfallversorger in seinen bestehenden Fachgebieten gestärkt und ausgebaut werden. Dazu gehören vor allem die Kardiologie die Urologie und die Gynäkologie sowie die Intensivmedizin. Um im direkten Wettbewerbsumfeld zu Stuttgart oder Tübingen als überregionaler Versorger bestehen zu können und damit die Ausdifferenzierung der Versorgungsstufen vollständig abzudecken, wird das Flugfeldklinikum zu einem umfassenden Maximalversorger ausgebaut. Hierzu wird sich der Verbund vor allem auf die Etablierung der zusätzlichen Fachgebiete in der Neurochirurgie und dazugehörig der Neuroradiologie bemühen. Das so entstehende Neuro-Zentrum ermöglicht zukünftig die interventionelle Schlaganfallversorgung, genauso wie die Wirbelsäulenchirurgie..

Die beiden gefäßchirurgischen Kliniken Leonberg und Sindelfingen werden - vorgelagert zum zukünftigen Umzug in das Flugfeldklinikum - in Leonberg zusammengezogen. Nach Fertigstellung des Flugfeldklinikums wird die Gefäßchirurgie dann dort angesiedelt. Durch die vorgezogene Zusammenlegung geht im Flugfeldklinikum eine eingespielte und weiterentwickelte Gefäßchirurgie an den Start.

Am Standort Sindelfingen werden bis zum Umzug in das Flugfeldklinikum auch weiterhin Shunt Operationen für Dialysepatienten durchgeführt. Zudem wird es eine gefäßchirurgische Grundversorgung geben, die durch die Gefäßchirurgie Leonberg abgedeckt wird.

Die gefäßchirurgischen Abteilungen in Sindelfingen und Leonberg werden voraussichtlich zum Jahresende zusammengeführt, zunächst am Standort Leonberg, mit Fertigstellung des Flugfeldklinikums erfolgt der Umzug der zusammengeführten Strukturen in den Neubau.

Auf diese Weise können wir Leistungen und Dienstplanstrukturen aufrechterhalten, beide Abteilungen sind losgelöst voneinander kaum betreibbar. Mit der vorgelagerten Zusammenführung können wir Komplexität reduzieren und der Umzug ins Flugfeldklinikum wird mit entsprechend etablierten Strukturen und Prozessen möglich, was letzten Endes der Patientensicherheit und Behandlungsqualität zugutekommt.

Gleichzeitig gelingt es dadurch, in Sindelfingen Betten- und OP-Kapazitäten freizusetzen, die anderweitig benötigt und ausgelastet werden können.

Flugfeldklinikum

Grundsätzlich ist das Genehmigungsverfahren ein länger andauernder Prozess, der von Seiten des Sozialministeriums gesteuert wird und in den auch der Landeskrankenhausausschuss involviert werden muss. Die Entscheidung, ob die Leistungen bewilligt werden oder nicht, obliegt dabei frei dem Sozialministerium und ist prinzipiell offen im Ausgang.

Wir werden jedoch mit einem klugen Konzept und transparenten Verhandlungen und Argumentationen unsere Überzeugung, dass die Ansiedlung dieser Leistungen am Flugfeldklinikum richtig ist, gegenüber den Entscheidungsträgern vertreten.

Der Verhandlungs- und Genehmigungsprozess ist von den Gesprächen mit dem Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg abhängig und lässt sich aktuell nicht konkret benennen.

Ja. Perspektivisch ist auch ein medizinisches Trainingszentrum in den angrenzenden Gesundheitsflächen neben dem Flugfeldklinikum oder auch im Hochpunkt vorstellbar.