Die Systemtherapie kommt nicht nur bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Blasenkrebs zum Einsatz, sondern wird in vielen Fällen auch perioperativ mit kurativer Zielsetzung angewendet. Das bedeutet, dass sie vor einer Operation (neoadjuvant) eingesetzt werden kann, um den Tumor zu verkleinern und die Heilungschancen zu verbessern, oder nach der Operation (adjuvant), um verbliebene Krebszellen zu bekämpfen und das Rückfallrisiko zu senken. Dabei wirken die Medikamente im gesamten Körper. Eine wichtige Rolle spielt die Chemotherapie, die Tumorzellen abtötet oder deren Wachstum hemmt. Die Immuntherapie aktiviert gezielt das körpereigene Abwehrsystem, sodass dieses Krebszellen besser erkennen und bekämpfen kann. Eine neuere Behandlungsform sind Antikörper‑Wirkstoff‑Konjugate, bei denen ein Antikörper gezielt an Tumorzellen bindet und dort einen wirksamen Zellgiftstoff freisetzt.
Im palliativen Setting, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, kann die Systemtherapie dennoch einen wichtigen Beitrag leisten: Sie kann das Tumorwachstum verlangsamen, Beschwerden lindern, Komplikationen verhindern und die Lebensqualität sowie die Lebenszeit der Betroffenen verlängern. Ziel ist es dabei, die Behandlung individuell an die persönliche Situation und die Wünsche der Patientin oder des Patienten anzupassen. Hierzu erfolgt die Beratung über unserer uroonkologische Sprechstunde. Die Systemtherapie wird dann entweder ambulant über das MVZ Onkologie oder stationär verabreicht.