Bei einer chronischen Sialorrhö kommt es zu einem unkontrollierten Speichelfluss. Dieser tritt meist infolge einer Schluckstörung oder einer übermäßigen Speichelproduktion auf.
Der unkontrollierte Speichelfluss kann für Betroffene sehr belastend sein. Er kann zu sozialem Rückzug und dem Gefühl führen, stigmatisiert zu werden, und dadurch die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Besteht gleichzeitig eine Schluckstörung, kann Speichel wiederholt in die Atemwege gelangen (Speichelaspiration). In der Folge können Infektionen der Atemwege auftreten.
Eine Sialorrhö kann bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen auftreten, beispielsweise nach einem Schlaganfall, bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multisystematrophien sowie nach Schädel-Hirn-Verletzungen.
Seit 2019 steht für Erwachsene mit Incobotulinumtoxin A (Xeomin®) eine zugelassene Therapieoption zur Behandlung der chronischen Sialorrhö zur Verfügung.
Die Injektionen erfolgen unter Ultraschallkontrolle direkt in die großen Speicheldrüsen, die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) und die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis). Die Wirkung der Behandlung hält in der Regel drei bis fünf Monate an.
Für gesetzlich Versicherte:
Bitte bringen Sie zur Botulinumtoxin-Behandlung in unserer Ambulanz eine gültige Überweisung Ihrer Hausärztin bzw. Ihres Hausarztes oder einer Fachärztin bzw. eines Facharztes mit.