Prostatakrebs (auch Prostatakarzinom genannt) ist der häufigste Krebs des Mannes in Deutschland und in anderen westlichen Industrienationen. Bei Männern über 55 Jahren ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebstodesursache. Die Anzahl der Neuerkrankungen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, die Sterberate ist im Gegensatz hierzu bereits seit über 20 Jahren rückläufig. Insgesamt liegt derzeit das sogenannte Lebenszeitrisiko für einen Mann, an Prostatakrebs zu erkranken, bei ca. 13 %. Das Risiko daran zu versterben, liegt bei ca. 3 %.
Nicht jeder Prostatakrebs muss aktiv behandelt werden. Es gibt unterschiedlich aggressive Formen, an welche die Therapie angepasst werden kann.

Beide Standorte des urologischen Fachzentrums am KVSW, die Urologischen Kliniken in Sindelfingen und Nagold sind von der Deutschen Krebsgesellschaft als Prostatakrebszentren zertifiziert. Dafür sind Kooperationen mit Strahlentherapeuten in Böblingen und Stuttgart, sowie mit niedergelassenen Fachärzten für Urologie abgeschlossen worden. Jährlich überwacht die Deutsche Krebsgesellschaft die Einhaltung der Kriterien, alle drei Jahre erfolgt eine neuerliche Zertifizierung.
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht für jeden Patienten mit der Diagnose eines Prostatakarzinoms die bestmögliche Therapie nach dem aktuellen Stand der Forschung und den neuesten Leitlinien zur Verfügung zu stellen.
Seit 2025 kommen zwei hochmoderne Verfahren zum Einsatz, die eine schonendere und präzisere Abklärung eines Prostatakrebsverdachts ermöglichen.
Mit dem KOELIS Trinity®-Navigationssystem können MRT-Bilder der Prostata in computergestützter Technik mit Echtzeit-Ultraschallbildern fusioniert werden. Dadurch lassen sich tumorverdächtige Areale der Prostata in 3-D-Technik exakt ansteuern und gezielt biopsieren. Der Eingriff erfolgt ambulant über den Damm in lokaler Betäubung ohne Antibiotikagabe. Jede Probe wird auch 3-dimensional dokumentiert, was die Verlaufskontrolle und Therapieplanung erleichtert.
Der ExactVU-Mikro-Ultraschall ermöglicht eine sehr präzise Prostatauntersuchung ohne MRT. Es handelt sich um ein 29-MHz-Mikro-Ultraschall-System. Zum Vergleich: Herkömmliche Ultraschallgeräte arbeiten mit 5 bis 9 MHz. Dadurch liefert ExactVU ein Bild, das etwa um 300 % höher aufgelöst ist. Tumorverdächtige Areale der Prostata sind daher sehr viel präziser zu entdecken. Sie können, wenn notwendig, über den Damm ohne Antibiotikagabe und ohne Vorliegen eines Prostata-MRT´s gezielt biopsiert werden
Weitere Informationen zur Behandlung von Prostatakrebs finden Sie auf unserer Zentrumsseite.
Weitere Informationen zu urologischen Erkrankungen finden sie auf den Informationsseiten der Europäischen Urologischen Gesellschaft.